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Gute Nachricht des Tages: Anne Fitschen ist die „gute Seele“ des Patientenbesuchsdiensts des Klinikums Osnabrück – und hört auf

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Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet nach Möglichkeit jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus der Region und aller Welt.

Beim ehrenamtlichen Patientenbesuchsdienst des Klinikums Osnabrück geht eine Ära zu Ende: Nachdem sie sich seit einem Vierteljahrhundert bei den „Grünen Damen und Herren“ engagiert hat und die zurzeit zwölfköpfige Helfergruppe seit 16 Jahren leitet, will sich Anne Fitschen Ende des Jahres zurückziehen und die Leitung an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin weitergeben.

„Unsere Sorge ist nur, dass sich bisher niemand gefunden hat. Und Verstärkung könnten wir eigentlich auch gut gebrauchen“, sagt Fitschen, die noch genauso tatkräftig wie sonst in ihrer Aufgabe steckt und kein bisschen so klingt, dass sie aufhören will. „Aber mein Entschluss steht fest. 25 Jahre sind ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören. Außerdem kommen bei mir demnächst noch zwei neue Enkel hinzu.“

25 Jahre lang ein offenes Ohr für Patienten

Die Klinikums-Geschäftsführer, Frans Blok und Rudolf Küster, wissen das ehrenamtliche Engagement der Grünen Damen und Herren sehr zu schätzen: „Wir sind Frau Fitschen unendlich dankbar, dass Sie sich über 25 Jahre sehr aktiv für die Patientinnen und Patienten des Klinikums eingesetzt hat. Selbstverständlich verstehen und respektieren wir die Entscheidung von Frau Fitschen und freuen uns mit Frau Fitschen über ihre weiteren familiären Pläne.“

Fitschens Kinder leben in Hamburg, Mannheim, Mettmann und Berlin, bereits jetzt gibt es fünf Enkel – deswegen sei sie oft unterwegs, seit sie Großmutter ist. „Aber ich beklage mich keinesfalls“, schmunzelt sie, „denn sie könnten ja auch viel weiter weg im Ausland leben.“ Fitschen war in den 25 Jahren mindestens einmal pro Woche einen Vormittag lang im Krankenhaus und hat dabei jeweils acht bis zehn Patientinnen und Patienten ihr Ohr geschenkt oder sie mit Spaziergängen, kleinen Besorgungen oder anderen Hilfen unterstützt. Rein rechnerisch eine deutlich fünfstellige Anzahl von Menschen, für die Fitschen in dieser Zeit da war – aber sie winkt ab: keine große Sache. „Eigentlich war es ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil wir ja niemals alle Hilfsbedürftigen erreichen und wir ja auch nicht alles lösen können, worüber die Patienten mit uns sprechen.“

Rührend, traurig und lustig

Wenn sie etwas darüber nachdenkt, kann sich Fitschen an rührende, traurige und lustige Situationen erinnern – etwa von einem Patienten, der ihr ein prächtiges Tattoo auf seinem Bauch gezeigt hat. „Tatsächlich hat sich mir aber gar nicht so viel eingeprägt, sondern ich lasse die meisten Eindrücke hinter mir, wenn ich nach den Patientenbesuchen das Klinikum verlasse. Ich habe einmal gesagt, dass ich die belastenden Gedanken in den Rubbenbruchsee schmeiße, wenn ich auf dem Heimweg daran vorbeifahre – und das ist wirklich so.“

Fitschen ist, wie sie sich erinnert, 1996 zu den „Grünen Damen und Herren“ gestoßen, nachdem sie einen Zeitungsbericht über den ehrenamtlichen Besuchsdienst gelesen hatte. „Ich wollte noch über die Familie hinaus etwas machen“, beschreibt die frühere Ortsbürgermeisterin des Stadtteils Atter. „Da ich schon früher im Studium nebenher in einem Krankenhaus gejobbt habe und mir die Arbeit mit den Patienten damals viel Spaß gemacht hat, erschien es mir sinnvoll, mich bei den ,Grünen Damen und Herren‘ mit einzubringen“.

Ehrenamtlicher Dienst besteht seit 1980

Der ehrenamtliche Dienst wurde bereits 1980 im alten Stadtkrankenhaus eingerichtet, um Besuche, kleine Hilfen und Unterstützung für Menschen zu organisieren, die allein oder abgeschnitten von Angehörigen sind, etwa weil sie nach einem Unfall auf der Autobahn plötzlich im Klinikum behandelt werden. „Wir bieten den Patienten unsere Hilfe an. Viele nehmen sie dankbar an – aber es kommt auch vor, dass zu merken ist, dass Menschen lieber allein sein wollen. Dann nehmen wir uns zurück.“

Wie Fitschen erklärt, ist der Besuchsdienst an allen Wochentagen vormittags von 9 bis 12 Uhr im Klinikum unterwegs. Wo Hilfe benötigt wird, fragen Fitschen und die anderen Helfenden auf den Stationen ab und tragen es in ein sogenanntes „Übergabebuch“ ein, das in dem Raum in einem Seitenflügel des Klinikums ausliegt, der ihnen für ihre Arbeit zur Verfügung steht. Der Besuchsdienst betreut die Patientenbibliothek und hält eine Kleiderkammer vor, aus der Patientinnen und Patienten nach Notfällen neu eingekleidet werden können – hauptsächlich aber geht es nach Angaben von Fitschen darum, Gespräche mit den Patienten zu führen. „Ich gehe durch die Zimmer und biete den Patienten meine Hilfe an. Meistens geht es einfach nur darum, ihnen zuzuhören.“

Wie Fitschen erklärt, gehören zu den Helfenden, die sich bei den „Grünen Damen und Herren“ engagieren, Frauen und Männer aus allen Altersgruppen. „Es sind meistens mehr Frauen und viele sind bereits im Ruhestand – aber es engagieren sich ebenso Berufstätige und immer wieder auch Studierende.“ Es gibt keine speziellen Anforderungen für die Mitarbeit. „Man sollte sich für andere Menschen einsetzen wollen, zuhören und sich selbst zurücknehmen können. Wichtig ist vor allem, dass verlässlich mitgearbeitet wird.“ Üblich ist, dass sich die Helferinnen und Helfer einmal pro Woche einen Vormittag lang im Besuchsdienst einbringen.

Ehrenamt „eine Bereicherung“

Wie Fitschen erklärt, stellt es der Patientenbesuchsdienst sicher, dass neue Teammitglieder umfassend geschult werden. Außerdem finden laufend Supervisionsangebote auch mit externen Referentinnen und Referenten statt, in denen es beispielsweise geübt wird, gut mit den Eindrücken aus der Arbeit umzugehen. „Es ist wichtig, dass unsere Helfer gut geschult sind und dass wir uns in der Gruppe ständig fortbilden und über die Arbeit austauschen. Dazu laufen alle sechs Wochen Fortbildungen und einmal jährlich bieten wir ein Ganztagesseminar an.“ Träger des Besuchsdiensts ist die Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe mit dem bundesweiten Netzwerk der „Grünen Damen und Herren“ (ca. 530 Gruppen, 8000 Helfende).

Anstrengend oder belastend fand Anne Fitschen die ehrenamtliche Arbeit nie. „Ganz im Gegenteil – für mich persönlich war es eine Bereicherung“, sagt die 68-jährige Fitschen. „Was die Tätigkeit besonders toll macht, ist gleichzeitig die besondere Herausforderung. Man muss mit völlig unbekannten Menschen in ein Gespräch zu kommen – wenn es gelingt, merkt man, wie wichtig es ist, dass sich jemand Zeit für sie nimmt.“

Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, kann sich unter Tel. 0541 4055185 an die Grünen Damen und Herren im Klinikum wenden.

Anne Fitschen von den Grünen Damen und Herren im Klinikum Osnabrück. / Foto: Jens Lintel

PM
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