Deutschland & die Welt Gut schlafen im Alter: Wohlfühloasen für Seniorinnen und Senioren

Gut schlafen im Alter: Wohlfühloasen für Seniorinnen und Senioren

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Erholsamer Schlaf ist wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Dem Schlafzimmer sollte im häuslichen Umfeld deshalb ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden. Zu viele Menschen behandeln diesen so wichtigen Raum in der Wohnung noch immer stiefmütterlich, weil er scheinbar kein Teil des aktiven Lebens ist. Dabei schenkt eine angenehme und auf die körperlichen Bedürfnisse abgestimmte Schlafumgebung etwas Wertvolles: körperliche und geistige Regeneration, Erholung und Kraft für den nächsten Tag.

Die Schlafumgebung sollte sich den sich verändernden Bedürfnissen anpassen

Die Ansprüche, die Körper und Seele an eine angenehme Schlafumgebung stellen, verändern sich in den verschiedenen Phasen des Lebens. Vor allem in der zweiten Lebenshälfte verändern sich körperliche Bedürfnisse noch einmal deutlich. Das Alter kann sich deshalb deutlich auf das Schlafverhalten und das Schlafbedürfnis auswirken.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) weist zum Beispiel darauf hin, dass Menschen in der zweiten Lebenshälfte nicht nur ein grundsätzlich verringertes Schlafbedürfnis haben, auch der Tag-Nacht-Rhythmus kann starke Veränderungen durchlaufen. Ältere Menschen gehen beispielsweise tendenziell früher ins Bett und wachen aufgrund des verringerten Schlafbedürfnisses in den frühen Morgenstunden auf. Auch die Einnahme von Medikamenten zur Behandlung verschiedener alterstypischer Krankheitsbilder kann die Dauer und die Qualität des Schlafes merklich beeinflussen.

Gleichzeitig laufen aber auch alle regenerativen Prozesse im Körper mit zunehmendem Alter deutlich langsamer ab. Umso wichtiger ist es, den Nachtschlaf als wesentliche Phase der körperlichen und geistigen Regeneration so erholsam wie möglich zu gestalten. In der zweiten Lebenshälfte kann es deshalb ratsam sein, die persönliche Schlafumgebung auf neu entstandene Bedürfnisse anzupassen. Von Barrierefreiheit über die Möglichkeiten der Abdunkelung bis hin zu speziellen seniorengerechten Betten gibt es hier viele Variationen, um die Schlafqualität zu verbessern.

Kein Platz für Krankenhausflair

Beim Begriff seniorengerechtes Schlafzimmer denken die meisten Menschen an Pflegebetten, den Toilettenstuhl in der Ecke und Gehhilfen in Bettnähe. Selbstverständlich gibt es Lebensumstände, die eine Einrichtung zur medizinischen Pflege erforderlich machen und es kann vor allem chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen eine große Hilfe sein, wenn das heimische Umfeld durch verschiedenste Hilfsmittel so umgestaltet werden kann, dass eine Pflege im häuslichen Bereich möglich ist. Dieser Schritt ist aber meist erst in deutlich fortgeschrittenem Alter oder im Falle von schwerwiegenden körperlichen oder geistigen Erkrankungen erforderlich.

Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die ihrer Schlafumgebung ein kleines Facelifting für erholsameren Schlaf gönnen möchten, können sich bereits mit viel einfacheren Möglichkeiten eine echte Wohlfühloase schaffen.

Im Fachhandel gibt es speziell für Senioren geeignete Schlafzimmereinrichtung, die so konzipiert sind, dass sie bestmögliche Funktionalität mit wohnlicher Atmosphäre kombinieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf Menschen mit beginnender oder fortgeschrittener Bewegungseinschränkung.

Komfortable Nachtruhe im neuen Bett

Herzstück seniorengerecht eingerichteter Schlafzimmer ist das Bett. Hier empfehlen Experten Betten in Komforthöhe, die das Hinlegen und Aufstehen erleichtern. Der erhöhte Rahmen (mindestens 40 bis 45 cm Höhe) lässt eine Sitzkante entstehen, von der aus es möglich ist, sich bequem wie aus der Sitzhöhe eines Stuhles aufzurichten. Das kann vor allem das morgendliche Aufstehen nach dem langen Liegen während der Nacht erleichtern.

An die Komforthöhe des Bettes werden auch Nachttische und andere Ablageflächen angepasst, sodass aus dem Sitzen und dem Liegen alles bequem erreichbar ist. Der Stauraum im Bereich des Bettes sollte großzügig geplant werden, um wichtige Utensilien griffbereit zu haben.

Es kann empfehlenswert sein, beim Umstieg auf ein Komfortbett eine Variante mit zwei separaten Matratzen zu wählen. Einzelmatratzen lassen sich einfacher beziehen als eine durchgehende Variante. Auch die Kombination aus zwei komplett eigenständigen Betten ist möglich. Durch diese Gestaltung wäre es im Bedarfsfall später problemlos möglich, eines der beiden Betten gegen ein Pflegebett auszutauschen, ohne dass die Gesamtgestaltung des gemeinsamen Schlafzimmers verändert werden muss.

Ein echtes Plus für den Liegekomfort bieten auch elektrisch verstellbare Kopf- und Fußteile. So kann beispielsweise per Knopfdruck eine bequeme Leseposition eingenommen werden oder es ist möglich, die Beine zum Schlafen oder bei Bedarf hochzulagern, zum Beispiel um einen besseren Lymphfluss zu ermöglichen.

Mehr Rückengesundheit durch die richtige Matratze

Die Matratze sollte bei einer Neugestaltung des Schlafzimmers unbedingt mit ausgetauscht werden. Mit zunehmendem Alter verändert sich die gesamte Physiognomie des Körpers und der Bewegungsapparat benötigt bei den meisten Menschen eine andere Unterstützung im Liegen als in jüngeren Jahren. Wie sich die Bedürfnisse in dieser Hinsicht verändern, ist so individuell wie der Körper selbst.

Die meisten älteren Menschen benötigen in dieser Lebensphase allerdings eher eine weichere Matratze. Auch die bevorzugte Schlafposition gibt Aufschluss darüber, wie die Matratze und auch das Kissen in der zweiten Lebenshälfte beschaffen sein sollten. Hier sind Druckentlastung und eine hohe Punktelastizität, insbesondere im Bereich der Hüfte und der Schultern, wesentliche gesundheitliche Aspekte, die Berücksichtigung finden müssen. Die perfekte Matratze für das seniorengerechte Schlafzimmer überzeugt deshalb durch die richtige Zonierung, die in allen Bereichen des Stütz- und Bewegungsapparates bestmögliche Unterstützung bietet.

Der beste Ansatzpunkt für den Kauf einer neuen Matratze ist immer eine umfangreiche Beratung im Fachhandel und ein individuelles Probeliegen.

Äußere Reize können den Schlaf empfindlich stören

Ältere Menschen haben vielfach einen leichteren Schlaf als jüngere Menschen. Auch fällt es ihnen meist schwerer, wieder einzuschlafen, wenn sie einmal wach geworden sind. Deshalb sollten äußere Reize während der Nacht so gering wie möglich gehalten werden. Das gilt vor allem für Geräusche und für Lichtreize. Wer bisher nicht die Möglichkeit hatte, das Schlafzimmer ausreichend abzudunkeln, tut gut daran, sich diesen Luxus jetzt zu gönnen. Verdunkelnde Rollos, die das Tageslicht oder die Straßenbeleuchtung zuverlässig draußen halten, können die Schlafqualität deutlich erhöhen. Besonders komfortabel sind Modelle mit elektronischer Steuerung, die vielleicht sogar über eine automatische Timerfunktion verfügen.

Da Menschen mit zunehmendem Alter in der Nacht häufig von ihrer Blase geweckt werden, sollten für nächtliches Aufstehen vom Bett aus gut erreichbare Lichtschalter angebracht werden, die den Weg zum Bad ausreichend ausleuchten. Auch Bewegungsmelder oder eine Beleuchtung mit akustischer Steuerung können hier hilfreich sein. Zusätzliche Sicherheit kann gewonnen werden, wenn im gesamten Schlafbereich ausreichend Bewegungsfreiheit vorhanden ist. Dazu empfiehlt das Portal www.online-wohn-beratung.de:

  • Barrierefrei ist ein Schlafzimmer, wenn folgende Bewegungsflächen vorhanden sind. Vor Schränken und vor Betten (Querseite) je 90 cm, vor der Längsseite eines Bettes 120 cm und vor der anderen Bettlängsseite 90 cm.
  • Rollstuhlnutzer benötigen zusätzlich eine Bewegungsfläche von mindestens 150 cm in der Breite und 150 cm in der Tiefe an der Längsseite des Bettes und vor Schränken, damit der Rollstuhl im Raum gewendet werden kann. Vor mindestens einem Fenster sollte ausreichend Bewegungsfläche vorhanden sein, damit das Fenster mit dem Rollstuhl erreichbar ist. Die Höhe der Fensterbrüstung sollte den Blick nach draußen ermöglichen. 
  • Bei Bedarf sollte das Bett so angeordnet werden, dass es von drei Seiten zugänglich ist.

Darüber hinaus sollten sämtliche Laufwege nach Möglichkeit von Stolperfallen wie Teppichen, Türschwellen oder Stufen befreit werden.


Redaktion Hasepost
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