Der Grünen-Migrationspolitiker Max Lucks fordert ein grundsätzliches Ende von Abschiebungen in die Türkei. Angesichts der kritischen Menschenrechtslage im Land und der Verfolgung von Minderheiten wie Kurden sieht Lucks die Sicherheit von Schutzsuchenden gefährdet und ruft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu einer ernsthaften Prüfung der Asylanträge auf.
Kritik an willkürlichen Entscheidungen
Max Lucks, Abgeordneter der Grünen und Experte für Migrationspolitik, äußerte sich gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus besorgt über die aktuelle Situation: „Ich erwarte vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dass sie die Lage von Schutzsuchenden aus der Türkei als besonders bedroht ansieht und ihre Asylanträge ernsthaft prüft.“ Der Politiker beklagt, dass Entscheidungen über Asylanträge zunehmend willkürlich und nach dem Zufallsprinzip getroffen würden, um Abschiebezahlen zu erhöhen. Aufgrund der angespannten Menschenrechtslage in der Türkei und der Verfolgung von Minderheiten bezeichnet Lucks Abschiebungen als nicht mehr vertretbar.
Rigoroses Vorgehen der türkischen Regierung
Im Fokus der Kritik steht auch das harte Vorgehen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gegen die Opposition im Land. Derzeit gibt es landesweit Großdemonstrationen gegen den Präsidenten, die das angespannte politische Klima verdeutlichen. Laut dem Bericht von Focus nehmen die Abschiebungen von Personen mit türkischer Staatsbürgerschaft aus Deutschland jedoch gegen den Trend zu. Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 seien 638 Personen in die Türkei abgeschoben worden, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres 299 waren.
Steigende Abschiebezahlen seit 2021
Die Zahl der Abschiebungen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Im Jahr 2021 wurden 408 türkische Staatsbürger aus Deutschland abgeschoben, 2022 stieg die Zahl auf 657 und erreichte 2023 ein Volumen von 1.299. 2024 stieg die Zahl abermals deutlich auf 1.854. Migrationsexperte Hannes Schammann führt diesen Anstieg auf die zunehmende Zahl türkischer Asylbewerber seit 2016 zurück: „Seit 2016 sind immer mehr türkische Asylbewerber nach Deutschland gekommen, deswegen steigt auch die Zahl der abgelehnten Anträge.“
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