30 Prozent der Retouren im deutschen Onlinehandel gelangen nicht wieder in den direkten Verkauf, obwohl es sich dabei um funktionstüchtige Waren handelt. Deswegen sammelt die Osnabrück Gruppe der Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag (12.07.) in der Großen Straße in Osnabrück Unterschriften für ein „Ressourcenschutzgesetz“.

Wir leben in der Blütezeit des Onlinehandels. Tagtäglich werden tausende von Artikeln im Internet bestellt und auch oft wieder zurückgeschickt. Retourniert wird aber nicht nur schadhafte Ware, sondern auch Produkte die man sich vielleicht anders vorgestellt hat oder die dann doch nicht gefällt. Der Verbraucher geht davon aus, dass im Normalfall die funktionstüchtige Ware wieder in den Verkauf gelangt – ob neu verpackt oder als Restposten.

Funktionstüchtige Ware wird zerstört

Wie das ZDF-Magazin „Frontal 21“ jedoch berichtete, vernichtet der Onlinehändler Amazon Massen an Retouren und neuwertigen Produkten. Dabei handelt es sich um sowohl um Elektronikprodukte, wie auch Möbel und Matratzen. Erschreckend ist dabei, dass es nicht nur um beschädigte Ware geht, sondern auch um funktionstüchtige und teilweise sogar neue Ware. Denn für die Händler ist es kosteneffizienter die Ware zu zerstören, als die Produkte zu verschenken oder neu zu verpacken. Und so werden sogar professionelle „Kaputtmachen“ engagiert, um die Produkte fachgerecht zu vernichten.

Greenpeace übt Kritik

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert dieses Vorgehen. „Das ist eine gewaltige Verschwendung, denn diese Dinge werden mit viel Aufwand hergestellt. Für jedes Produkt werden knappe Ressourcen verbraucht, Treibhausgase ausgestoßen, oft auch die Umwelt mit giftigen Chemikalien belastet und Arbeitskräfte ausgebeutet,“ so Greenpeace-Sprecher Tobias Demircioglu.

Aufforderung an die Bundesumweltministerin

Vor diesem Hintergrund fordert Greenpeace die Bundesumweltministerin Svenja Schulze dazu auf, sich für eine Verpflichtung der Firmen zu Veröffentlichung der Menge ihrer vernichteten Waren einzusetzen. Außerdem sammelt die Organisation Unterschriften für ein Vernichtungsverbot für alle neuwertigen und gebrauchsfähigen Waren. Am Donnerstag von ca. 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr kann die Organisation in der Fußängerzone Osnabrücks, in der Großen Straße, angetroffen werden.