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„Gewerkepass“ hilft Geringqualifizierten bei Jobsuche

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Das „Jobcenter Osnabrück“ hat zusammen mit der „Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim“ und der Firma „Dieckmann Bauen + Umwelt“ den „Gewerkepass“ entwickelt. Das bisher einmalige Projekt soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken und formal unqualifizierten Menschen das Arbeitsleben erleichtern.

Viele Branchen, allen voran das Handwerk, klagen in Deutschland über den Fachkräftemangel. Gleichzeitig gibt es viele Arbeitslose, die zwar durchaus Fähigkeiten mitbringen, aber keinen formalen Abschluss haben und daher nur schwer einen Arbeitsplatz finden. Blandine Kötter-Augereau vom Jobcenter Osnabrück erklärt: „Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist sehr formell, in meinem Herkunftsland Frankreich ist das anders. Der „Gewerkepass“ soll es unseren Kunden ermöglichen ihre Kompetenz zu beweisen, gleichzeitig stellt er gerade für junge Menschen einen ersten Schritt in Richtung Ausbildung dar.“ Der „Gewerkepass“ wird für die Berufsfelder Straßenbau, Maler und Metall angeboten, weitere, wie zum Beispiel Maurer, sind bereits geplant.
Um den „Gewerkepass“ zu erwerben, muss eine Prüfung beim „Bildungszentrum der Handwerkskammer“ (BTZ) abgelegt werden, falls nötig werden die Kandidaten vorher auf ihre Prüfung vorbereitet. Der „Gewerkepass“ soll keine Berufsausbildung ersetzten, aber er erhöht die Chancen bei der Jobsuche und erleichtert den Weg in eine richtige Ausbildung.

Ahmed Fadil Ibrahim fand mit dem „Gewerkepass“ eine Lehrstelle

Der 31-Jährige Ahmed Fadil Ibrahim ist zur Zeit der erste Besitzer eines „Gewerkepasses“, im November sollen drei weitere Bewerber geprüft werden. Ibrahim floh vor fünf Jahren aus dem Sudan nach Deutschland. In seiner alten Heimat arbeitete er als Maurer, brachte aber keine abgeschlossene Ausbildung mit. 2017 erwarb er einen Gewerkepass und fing kurz darauf eine Ausbildung zum Straßenbauer bei der Firma „Dieckmann Bauen + Umwelt“ an. Für seinen Gewerkepass wurde er unter anderem in den Kategorien „Baumaschinen bedienen“, „Pflasterungen herstellen“ und „Unterbauarbeiten ausführen“, geprüft. Der „Gewerkepass“ erleichtert nicht nur jüngeren Menschen die Suche nach einer Lehrstelle, sondern kann auch älteren Arbeitnehmern helfen ihre Qualifikationen zu beweisen. Interessenten können sich ans Jobcenter oder das BTZ wenden. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Jobcenter Osnabrück.

Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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