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„Gewalt kommt nicht in die Tüte“: Einige Osnabrücker Bäckereien verkaufen ab Freitag Backwaren in Hilfetüten

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(von links) Dr. Sanja Pelletier, Rainer Welp und Dr. Gabriele Fahnemann freuen sich auf den Aktionsstart am 25. November. / Foto: Schulte

Ab dem 25. November kommen bei hiesigen Bäckereien 100.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ sowie wichtigen Hilfetelefonnummern zum Einsatz. Damit will der Zonta-Club Westfälischer Friede Osnabrück gemeinsam mit anderen Frauenclubs und der Bäcker-Innung auf Hilfsmöglichkeiten für Betroffene hinweisen.

Bereits im vergangenen Jahr gab es die Brötchentüten-Aktion in der Hasestadt. Ab dem 25. November, dem internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, gehen die bedruckten Tüten über die Ladentheken. Das ist die zweite Aktion des Osnabrücker Zonta-Clubs neben den orangen Bänken, die in diesem Jahr erstmals in Stadt und Landkreis aufgestellt wurden. „Wir hoffen, dass wir so zwei niedrigschwellige Angebote geschaffen haben“, sagt Dr. Sanja Pelletier, Vorsitzende des Zonta-Clubs. Betroffene Frauen und Mädchen müssen sich nicht aktiv auf die Suche nach Hilfe machen, sondern erhalten mit der Brötchentüte direkt ein Angebot nach Hause.

Gewalt unabhängig von Bildung

„Die Verbreitung von oftmals lebensrettenden Hilfetelefonnummern für Betroffene ist ein wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention und zum Schutz von Frauen und Mädchen“, unterstreicht Ärztin Dr. Gabriele Fahnemann. Denn eines sei klar: „Gewalt ist unabhängig von Bildung“ und kann viele Formen haben – ob verbal, körperlich, Stalking oder Verwahrlosung. Rund 60 Filialen von acht Bäckereien beteiligen sich an der Aktion in Osnabrück – etwa Coors, Grave oder Berelsmann. Von Studierenden über junge Familien bis hin zu Senioren werden die Tüten in den kommenden Tagen bis zum 11. Dezember erreichen. So könne man nicht nur Betroffene selbst, sondern auch Angehörige oder Nachbarn auf die Problematik hinweisen.

(von links) Dr. Sanja Pelletier, Rainer Welp und Dr. Gabriele Fahnemann freuen sich auf den Aktionsstart am 25. November. / Foto: Schulte
(von links) Dr. Sanja Pelletier, Rainer Welp und Dr. Gabriele Fahnemann freuen sich auf den Aktionsstart am 25. November. / Foto: Schulte

Aktion nur durch Spenden möglich

Innungsobermeister Rainer Welp von der gleichnamigen Bäckerei im Stadtteil Haste unterstützt die Aktion ebenfalls. „Ich finde einfach, dass das ein wichtiges Thema ist“, kommentiert Welp. Auch in seinem Geschäft werden Brötchen, Brot und Kuchen ab Freitag in einer roten Hilfetüte verpackt. Insbesondere vor dem Hintergrund der Einbruchsserien in Osnabrücker Bäckereien in den vergangenen Wochen habe er auch bei seinen Mitarbeiterinnen eine gewisse Angst vor dieser Art von Gewalt spüren können.

Im kommenden Jahr hofft der Zonta-Club Westfälischer Friede Osnabrück, erneut die Brötchentüten-Aktion auf die Beine stellen zu können. Das ist allerdings nur mit der Unterstützung von Spenden möglich. In diesem Jahr haben unter anderem die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die Sparkassenstiftung Osnabrück sowie das Gleichstellungsbüros der Stadt und des Landkreises Osnabrück die Kampagne finanziell unterstützt. Auch die Innung hat gut 1.200 Euro beigesteuert.

Zielgerichtete Informationen zum Opferschutz und zur Strafverfolgung erhalten Betroffene ebenso wie ihre Verwandten, Freundinnen und Freunde oder Fachkräfte unter der Nummer 08000 116 016. Hier kann Kontakt zu Unterstützungseinrichtungen in der Nähe, zu Beratungsstellen und Frauenhäusern hergestellt werden.



Jasmin Schulte
Jasmin Schulte
Jasmin Schulte begann im März 2018 als Redakteurin für die Hasepost. Nach ihrem Studium der Germanistik und der Politikwissenschaft an der Universität Vechta absolvierte sie ein Volontariat bei der Hochschule Osnabrück. Weitere Stationen führten sie zu Tätigkeiten bei einer lokalen Werbeagentur und einem anderen Osnabrücker Verlag. Seit März 2022 ist Jasmin Schulte zurück bei der HASEPOST und leitet nun unsere Redaktion. Privat ist Jasmin Schulte als Übungsleiterin tätig, bloggt über Literatur und arbeitet an ihrem ersten eigenen Roman.
 

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