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Gelingt dem VfL Osnabrück ohne Trainer Marco Grote ein Sieg gegen Heidenheim?

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Das erste Spiel des VfL Osnabrück nach der Trennung von Trainer Marco Grote wird kein leichtes sein. Gelingt dennoch ein Ende der scheinbar unendlichen Serie von verlorenen Spielen?

Eine Vorschau von Hermann Schmidt

Wenn der 1. FC Heidenheim am Samstag an der Bremer Brücke antritt, bekommen es die Lila-Weißen mit dem Drittplatzierten der letzten Saison zu tun. Nur knapp waren die Württemberger aus der 50 000 Einwohner Stadt gegen den Drittletzten der Bundesliga, Werder Bremen, gescheitert. Aufgrund der Auswärtstorregelung (Werder hatte in Heidenheim ein 2:2 erzielt, während das Spiel im Weserstadion 0:0 aufgegangen war) verpassten die Rot-Weißen den Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Profifußballs. Dort spielt der aus mehreren Vereinen im Jahr 2007 fusionierte 1. FC Heidenheim eine konstant gute Rolle. Dem Aufstieg in die 3. Liga (2009) folgte vier Jahre später, zur Saison 2013/14, der Sprung in die 2. Liga. Dort hat sich der Klub als feste Größe etabliert.

Der Fußballverein der an der Grenze zu Bayern und am Rande der Schwäbischen Alb gelegenen Stadt trägt seine Spiele im „Albstadion“ aus. So lautet der Name der Spielstätte im Volksmund. Begleitet und unterstützt wurde der Aufstieg der Heidenheimer Fußballer von den Hauptsponsoren Voith GmbH (Maschinenbau) und der Paul Hartmann AG (Verbandsstoff-Hersteller). Wie das heutzutage im Fußballsport üblich ist, trägt das Stadion nun auch den Namen eines der beiden Gönner: „Voith-Arena“. Das auf dem Schlossberg gelegene Stadion des 1. FC Heidenheim trägt dann auch den Namen eines der beiden Gönner und firmiert nun unter der Bezeichnung „Voith Arena“. Die Kampfbahn ist mit 555 m das höchstgelegene Stadion im deutschen Profifußball.

Aktuell steht der 1.FC Heidenheim auf Platz 8 der Zweitligatabelle und hat 29 Punkte auf dem Konto. Allerdings weisen die Gäste des VfL ein Spiel weniger auf als der VfL Osnabrück, da die Begegnung beim SC Paderborn wegen des Wintereinbruchs ausfiel und noch nachgeholt werden muss.

Kultstatus in Heidenheim hat der Trainer des 1. FC Heidenheim mit Namen Frank Schmidt. Er wurde in der Kreisstadt am Flüsschen Brenz geboren und amtiert dort ununterbrochen seit 2007 als Cheftrainer. Gespielt im bezahlten Fußball hat er auch, und zwar beim 1.FC Nürnberg, der SpVgg. Greuther Fürth, dem Wiener SC, Alemannia Aachen und Waldhof Mannheim. Wie seine Statur vermuten lässt, agierte er einst als knochenharter Abwehrspieler, der auch vor dem Strafraum der Gegner nicht haltmachte und gelegentlich ein Tor erzielte. Seine Truppe hat Frank Schmidt stets fest im Griff. Das Schicksal, dass seinem Verein Jahr für Jahr gute Spieler durch Abwanderung abhandenkommen, teilt er mit vielen anderen gut und erfolgreich geführten Klubs im Lande. Wirtschaftlich steht der 1. FC Heidenheim auf gesunden Beinen.

Neben erfahrenen Akteuren wie Marc Schnatterer, Kevin Müller und dem im Januar 2021 zurückgekehrten Tim Kleindienst weist der Kader der Heidenheimer eine ganze Reihe gleichwertiger Spieler auf, die einen druckvollen und oft kantigen Stil, ohne allzu viel „klein-klein“ bevorzugen. Eine Begegnung mit den Männern von der Alb ist kein Zuckerschlecken.

Und das schon gar nicht für die Lila-Weißen in ihrer derzeitigen Lage. Viele, die den Fußball lieben, hegten Sympathien für den stets sachlich- sympathisch auftretenden Ex-Trainer Marco Grote, der nach sieben Niederlagen in Folge das Steuer an der Bremer Brücke abgeben musste. So ist das im bezahlten Fußball: Gestern noch gefeiert, heute gefeuert.

Mit Timo Beermann und Maurice Multhaup stehen zwei Spieler im Kader der Lila-Weißen, die in der Vergangenheit für die Heidenheimer gespielt haben, und ihren Kollegen sowie dem Interimstrainer des VfL, Florian Fulland, in der Vorbereitung auf das kommende Heimspiel den einen oder anderen Rat mit auf den Weg geben dürften.

Die nächsten Spiele des VfL Osnabrück werden zeigen, ob es gelingen kann, eine Wende durch die Ablösung von Marco Grote herbeizuführen.

Lila-weiße Fans wünschen sich eine offensivere Ausrichtung des Mannschaftsgefüges, ein Team das von Beginn an das Spiel an sich zieht und den Gegner nicht abwartend erst einmal kommen lässt. Dazu müssen Spielgestalter auf dem Platz stehen, die es verstehen, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Und nicht zuletzt muss der Abschluss am gegnerischen Sechzehner gekonnter vollzogen werden. Wer Spiele gewinnen will, muss solche Männer in Position bringen. Sonst ist alles nichts.

Mein Tipp:

2:1

 

 

Mein Tipp: 1:1.

 

 

Hermann Schmidt
Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Zwanzig Jahre lang hat er selbst gespielt, in der Jugend als Stürmer und danach als Vorstopper in seiner Heimat und beim BFC Südring (Berlin). Schmidt ist Autor zahlreicher Fußballbücher und Biografien. Die Buchveröffentlichungen „Legenden des FC St. Pauli“ und „Männer trinken kein Fanta“ sind im Jahr 2020 erschienen. Zu seinen Lieblingsclubs gehören neben dem VfL auch Holstein Kiel, der FC St. Pauli und der 1.FC Köln.

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