Ein neuer Spendenskandal erschüttert die deutsche Politik: Die österreichischen Ermittlungsbehörden untersuchen den Verdacht einer verdeckten Parteienfinanzierung zugunsten der AfD. Im Zentrum steht eine millionenschwere Plakatkampagne, deren Finanzierung nun brisante Fragen aufwirft, wie Recherchen von „Standard“, „Spiegel“ und „ZDF frontal“ zeigen.
Mysteriöse Millionen und eine Plakatkampagne
Die Summe von 2,35 Millionen Euro, offiziell gespendet von Gerhard Dingler, einem früheren FPÖ-Funktionär, steht unter Verdacht, in Wirklichkeit von dem Milliardär Henning Conle zu stammen. Laut den Ermittlungen soll Conle Dingler 2,6 Millionen Euro geschenkt haben – nahezu der gesamte Betrag floss daraufhin in eine massive Plakatkampagne zur Unterstützung der AfD.
Ab dem 3. Februar zierten mehr als 6.000 Wahlplakate mit AfD-freundlichen Botschaften das Land. Auffällig: Die Kampagne lief unabhängig von der offiziellen Wahlwerbung der Partei, was den Verdacht erhärtet, dass hier bewusst Geldflüsse verschleiert wurden.
Ermittlungen in Österreich
Das österreichische Bundeskriminalamt und die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst prüfen nun, ob gegen das deutsche Parteiengesetz verstoßen wurde. Strohmannspenden sind in Deutschland streng verboten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht der AfD eine Strafe in dreifacher Höhe der Spende – rund sieben Millionen Euro.
Wiederholungstäter? Conles Verbindung zur AfD
Es wäre nicht das erste Mal, dass Conle in dubiose Parteispenden verwickelt ist. Bereits 2017 spendete er über verschlungene Kanäle 132.000 Euro an die damalige AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel. Damals wurde das Geld in kleine Beträge gestückelt und über Schweizer Pharmafirmen transferiert. Die AfD musste dafür eine Strafzahlung von 396.000 Euro leisten.
Auch Ex-Parteichefin Frauke Petry bestätigte 2021, dass Conle der Partei wiederholt anonym Geld zukommen lassen wollte. Der aktuelle Fall könnte also Teil eines größeren Netzwerks verdeckter Finanzierungen sein.
AfD weist alle Vorwürfe zurück
Die AfD betont, sie habe sich stets an die gesetzlichen Vorgaben gehalten. Ein Sprecher von Alice Weidel wies den Verdacht einer Strohmannspende entschieden zurück. Auch Gerhard Dingler erklärte, die Spende sei aus seinem eigenen Vermögen erfolgt.
Doch weder Dingler noch Conle reagierten auf Anfragen der Medien – ein Schweigen, das die Spekulationen weiter anheizt. Die Ermittlungen könnten für die AfD gravierende Folgen haben. Ob die Partei erneut eine empfindliche Strafe zahlen muss oder gar strafrechtliche Konsequenzen drohen, bleibt abzuwarten.