Fairer Handel für Grabsteine – die Steinmetze müssen ab sofort für jeden Grabstein einen Nachweis einreichen, dass dieser ohne Kinderarbeit erstellt wurde. Nach dem niedersächsischen Bestattungsgesetz von Januar 2019 sollen alle Friedhofsverwaltungen einen Nachweis für Grabsteine aus fairem Handel anfordern. So können die „schlimmsten Formen von Kinderarbeit“ ausgeschlossen werden.

Die Friedhofsverwaltung der Stadt Osnabrück hat diese Vorgaben mit Steinmetz Frank Richter, dem Sprecher der Steinmetze auf den Osnabrücker Friedhöfen, diskutiert und gemeinsam eine Vorgehensweise abgestimmt.
Ab sofort ist ein Zertifikat einer anerkannten Kontrollorganisation mit der Grabmalanzeige zusammen abzugeben. Die Vorlage der Grabmalanzeige kann auf der Homepage der Stadt heruntergeladen werden www.osnabrueck.de/osb/friedvolles-osnabrueck/.

Alle Unterlagen können in Papierform oder digital abgegeben werden. Ausdrücklich genannt sind die Siegel der Organisationen IGEP, Fair Stone, Werkgroup Duurzame Natursteen und Xertifix. Wenn der Nachweis anders erbracht werden soll, wird um Rücksprache mit der Friedhofsverwaltung gebeten.

Hauptsächlich Maschinenarbeit

„Wir sind uns mit den Steinmetzen einig, dass keiner Kinderarbeit möchte. Die Zertifikate sind deshalb gut. So werden alle Beteiligten immer wieder auf das Thema hingewiesen. Tatsächlich werden die Steinblöcke für die Grabmalherstellung mit großen Maschinen gesägt, so dass ich mir hier kaum eine Beteiligung von Kinderarbeit vorstellen kann“, so Eva Güse, Abteilungsleitung Friedhöfe und Bestattungswesen bei der Stadt Osnabrück. Und sie setzt nach „deshalb verstehe ich nicht, warum Grabsteine mit strengeren Nachweispflichten belegt werden als zum Beispiel kleinere Pflastersteine. Oder wenn wir im Bereich von Bestattungen bleiben, die Anzüge der Sargträger oder die Stoffe der Sargausstattung. Hier wird nicht nach den Arbeitsbedingungen bei der Entstehung gefragt. Dabei müssten gerade Textilkonzerne für ihre gesamte Lieferkette gute Arbeitsbedingungen nachweisen, um noch mehr für faire Arbeitsbedingungen in den produzierenden Ländern zu erreichen“.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der allgemeinen Friedhofsverwaltung beraten gerne rund um das Thema faire und umweltfreundliche Bestattung, unter der Telefonnummer 0541-323-2428 oder -2360.