Die Preise für Erdgas und Strom in Deutschland sind im zweiten Halbjahr 2024 deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, zahlten private Haushalte durchschnittlich 12,28 Cent je Kilowattstunde Erdgas, ein Anstieg von 3,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 und 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Deutliche Preissteigerungen seit 2021
Die Erhöhung der Gaspreise gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021, der vor der Energiekrise durch den russischen Angriff auf die Ukraine lag, betrug sogar drastische 79,8 Prozent. Dies zeigt die erhebliche Belastung, mit der private Haushalte seitdem konfrontiert sind. Auch die Strompreise stiegen an: Im zweiten Halbjahr 2024 kostete Strom durchschnittlich 41,20 Cent je Kilowattstunde, 0,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2024 und sogar 25,3 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2021.
Ursachen für die Preissteigerung
Für die Preiserhöhung bei Erdgas trugen unter anderem die Rückkehr zum normalen Umsatzsteuersatz ab April 2024 sowie eine erhöhte Gasspeicherumlage ab Juli bei. Die Steuerbelastung der Erdgaskunden stieg um 33,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024. Interessanterweise sanken die Kosten für Energie und Vertrieb um 8,6 Prozent, was Haushalten mit einem Verbrauch von 200 Gigajoule und mehr eine Ersparnis von 11,1 Prozent brachte. Bei den privaten Stromkunden sanken die Kosten für Energie und Vertrieb um 2,4 Prozent, allerdings erhöhten sich die Netzentgelte um 4,5 Prozent, was zu einem leichten Anstieg des Gesamtstrompreises um 0,4 Prozent führte.
Entwicklung der Preise für Nicht-Haushalte
Auch für Nicht-Haushalte, also Unternehmen oder Behörden, stiegen die Kosten. Sie zahlten im zweiten Halbjahr 2024 für Erdgas ohne Mehrwertsteuer 6,35 Cent je Kilowattstunde, ein Anstieg um 5,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024. Der Vergleich mit dem zweiten Halbjahr 2021 zeigt jedoch einen Preisanstieg von 37,1 Prozent. Bei Strom zahlten sie durchschnittlich 20,55 Cent je Kilowattstunde ohne Mehrwertsteuer, was einen Anstieg von 4,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 und von 23,4 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021 bedeutet.
Speziell für Nicht-Haushalte mit einem Jahresverbrauch zwischen 1.000 und 10.000 Gigajoule stiegen die Gaspreise um 5,8 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 auf 8,63 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Verbrauch über vier Millionen Gigajoule lag der Preis jedoch 14,8 Prozent über dem ersten Halbjahr 2024, was dennoch 20,6 Prozent niedriger als 2021 war. In der Stromversorgung zahlten Großverbraucher je nach Verbrauchswert unterschiedliche Preise, die größtenteils höhere Kosten im Vergleich zu 2021 aufwiesen.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .