Am Samstag, den 29.09.2018, mussten die Wasserretter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG, im Bezirk Osnabrück gleich mehrere Übungsszenarien absolvieren.

Die DLRG unterhält im Osnabrücker Land einen Wasserrettungszug, in dem mehrere Rettungskräfte aus Ortsgruppen von Stadt und Landkreis mit ganz unterschiedlichen Fachkompetenzen involviert sind. Bootsführer, Taucher, Rettungsschwimmer, Strömungsretter, Ortungshunde und -führer arbeiten hier zusammmen. Die Einheit ist damit universell für Einsätze im Katastrophenschutz und bei Anforderungen zu Sonderlagen der örtlichen Gefahrenabwehr in und am Wasser aufgestellt.

Wasserrettungszug startete am Morgen zu Großübung

Gegen 09:00 Uhr startete die Übung mit über 50 Einsatzkräften am Eissportcenter in Osnabrück. Die Ortsgruppen sammelten sich dort und fuhren im geschlossenen Verband in das Übungsgebiet zwischen Bohmte und Bad Essen, was den ersten Übungsbestandteil darstellte. Vor Ort wurden dann Einsatzleitung und Versorungsplatz aufgebaut und Boote und Equipment einsatzbereit gemacht. Kurz darauf starten zwei Szenarien parallel.

Ortung mit Hunden und Sonar

Bootsbesatzungen suchten entlang des Kanals mit speziell ausgebildeten Ortungshunden nach einer unter Wasser vermissten Person. Diese Rettungshunde durchlaufen eine 2-jährige Ausbildung die speziell für den Einsatz in der Wasserortung stattfindet. Während dessen versuchte ein Trupp auf einem Boot mit Sonarausrüstung einen unbekannten Gegenstand in einem Wendebecken aufzufinden. Für diese Art der Ortung ist eine Fahrt von rund 6 km/h notwendig, die einem festgelegten Suchmuster folgt. Taucher überprüften in der Folge die Fundstelle im bis zu 6 Meter tiefen Wasser und entdeckten dort eine größere Traversenkonstruktion. Während sich hier das Heben mittels Luftkissen und Demontage des Gebildes an der Wasseroberfläche anschlossen, übernahm das Sonarboot die detaillierte Lokalisierung der Person im durch die Ortungshunde eingegrenzten Suchbereich. Den bis zu 50 Meter breiten Kanal scannten sie in langsamer Fahrt ab, wobei vorbeifahrende Binnenschiffe und Freizeitboote durch Wellenschlag immer wieder die Sonarortung störten.

umfangreicher Tauch- und Technikeinsatz

Mehrere Verletzte nach Explosion an Gasgrill

Am Nachmittag startete die Übungsleitung eine weitere umfangreiche Trainingssituaion. Ein paar Fahrminuten mit dem Boot entfernt wurde ein Grillunfall im Böschungsbereich angenommen. Nach der Explosion an einem Gasgrill waren mehrere Personen verletzt worden und die Unfallstelle war nur wasserseitig erreichbar.

Mit mehreren Booten rückte der Wasserrettungszug zur Unfallstelle aus. Die erste Besatzung musste vor Ort zunächst ein Feuer am Grill mit einem Feuerlöscher ablöschen, die Situation erkunden und die Erstversorgung der Verletzten beginnen. Bis zum Eintreffen weiterer Helfer mussten die Retter damit zurechtkommen, in der Unterzahl im Vergleich zu den Verletzten zu sein.

Außerdem dauerten die Rettungsarbeiten eine Weile an, da schwer Verletzte nach Übungsvorgabe liegend immer nur einzeln im Boot abtransportiert werden konnten. Da die Verletztenmimen von einer Gruppe der Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung, kurz RUND, aus der DLRG Ortsgruppe Obere Hunte gestellt wurden, sorgten diese über die Dauer trotz Übungssituation für einen gewissen Stresspegel bei den Rettern.

Evakuierung zu Wasser von Bad Essen nach Bohmte

Gegen Abend folgte die Abschlussübung. 20-30 Personen mussten vom Wasserrettungszug von der Marina im Bad Essener Hafen gerettet werden. Auch sie mussten vor Ort erstversorgt und betreut und dann mit Booten in den Bohmter Kanalhafen an der Leckermühle evakuiert werden. Wieder sorgten die Helfer der RUND für ein authentisches Szenario, das bis in die Dunkelheit andauerte.