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Für Betroffene und Zeugen rassistischer Gewalt in Osnabrück – Betroffenenberatung geht online

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Die Betroffenenberatung Niedersachsen ist seit dem 10. Dezember im Netz erreichbar. Betroffene, Angehörige und Zeugen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sowie Unterstützer und Interessierte erhalten so die Möglichkeit, sich über Beratungsangebote zu informieren, Kontaktinformationen abzurufen oder direkt einen Termin mit den Beratern zu vereinbaren.

Die Kontaktaufnahme ist dabei auch anonym möglich. „Wir freuen uns, gerade in der jetzigen Zeit auch online für Ratsuchende erreichbar zu sein“, berichtet Ambachew Anjulo vom Osnabrücker Zentrum für Geflüchtete Exil e.V., Berater für die Region Nordwest-Niedersachsen. Neben der allgemeinen Information richte sich die Website in erster Linie an Betroffene, Angehörige und Zeugen, die nach einem rechten, rassistischen oder antisemitischen Angriff Unterstützung suchen.

Exil e. V. als Anlaufstelle in Osnabrück

Die Betroffenenberatung Niedersachsen wird gefördert vom Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und Landesmitteln des „Landesprogramms für Demokratie und Menschenrechte“. Insgesamt drei Träger übernehmen seit Mitte dieses Jahres die Beratung in ganz Niedersachsen, unterteilt in die Regionalbüros Nordwest (Exil e.V), Nordost (CJD Nienburg) und Süd (Asyl e.V. Hildesheim). Exil ist somit für Osnabrück und die gesamte Region Nordwest-Niedersachsen Anlaufstelle für Beratung und Begleitung bei rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Die Website unterstütze bei der Sichtbarmachung der Beratungsangebote und ermögliche weitere Wege der Kontaktaufnahme. „Vor allem die Möglichkeit, die Beratungsstellen anonym zu kontaktieren, ist sehr hilfreich. Für uns stehen die Interessen der Betroffenen an erster Stelle. Sie sollen sich sicher und akzeptiert fühlen – auch ohne die Preisgabe persönlicher Daten“, so Exil-Berater Marc Weber.

Arbeit mit Dolmetschern

Das Angebot auch niedrigschwellig zugänglich zu machen, habe dabei höchste Priorität. Zusätzlich zur aktuellen Version sei geplant, die Website auch in leichter Sprache sowie auf über acht weitere Sprachen wie englisch, französisch und arabisch zu übersetzen. „In unseren Beratungen orientieren wir uns an der Landessprache der Ratsuchenden und arbeiten gemeinsam mit Dolmetschenden. Für die erste Kontaktaufnahme ist die Website in ihrer geplanten Mehrsprachigkeit ein wichtiger Baustein zur Erreichbarkeit der Betroffenenberatung“, erklärt Exil-Berater Ambachew Anjulo. Vor allem bei den hochsensiblen Inhalten, die mit den Erlebnissen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt einhergingen, sei die Aufbereitung von Informationen in einer vertrauten Sprache wichtig.

Hohe Dunkelziffer

Neben den Informations- und Beratungsfunktionen plane die Betroffenenberatung Niedersachsen auch die Sichtbarmachung menschenfeindlicher Vorfälle. „Im Vergleich zu anderen Bundesländern werden rechte, rassistische und antisemitische Übergriffe, insbesondere solche, die keinen Straftatbestand darstellen, in Niedersachsen noch nicht systematisch genug und vor allem unabhängig erfasst“, sagt Berater Marc Weber. Ein anonymes Meldeformular biete in Zukunft die Möglichkeit, An- und Übergriffe unabhängig von einer Beratungssituation mitzuteilen. „Bei rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt haben wir mit einer hohen Dunkelziffer zu kämpfen. Dadurch wird die Problematik auch in Politik und Gesellschaft oft heruntergespielt“, ergänzt Kollege Ambachew Anjulo. „Wir erhoffen uns mit dem Online-Formular, dass Erlebnisse unabhängig von Straftatbeständen oder Beratungen gemeldet werden, um die Vorfälle in Niedersachsen sichtbar zu machen.“ Die Übersicht der gemeldeten Vorfälle sei dabei als interaktive Niedersachsenkarte aufbereitet. Die Betroffenenberatung Niedersachsen ist unter www.betroffenenberatung.de im Netz erreichbar.

Online-Anlaufstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt: Die Betroffenenberatung Niedersachsen ist ab sofort auch im Netz erreichbar. / Foto: Exil.

PM
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