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Für 120 Millionen Euro: Osnabrück erhält ein flächendeckendes Glasfasernetz

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Glasfaser wird verlegt (Foto: Telekom)

Im Frühjahr 2022 startet eines der größten Zukunftsprojekte der kommenden Jahre in Osnabrück: Gemeinsam mit Glasfaser Nordwest wird die Stadtwerke-Tochter SWO Netz bis 2027 ein flächendeckendes Glasfasernetz in Osnabrück bauen, das rund 85.000 Haushalten den Zugang zu schnellem Internet ermöglicht.

„Wir freuen uns sehr, dass der Ausbau des Glasfasernetzes endlich an Fahrt aufnimmt“, kommentiert Oberbürgermeisterin Katharina Pötter den baldigen Start der „Mission Glasraser“. In den vergangenen Monaten sei es bereits mit drei Ausnahmen gelungen, alle Schulen in Osnabrück an das bestehende Glasfasernetz anzuschließen. Mit Förderungen von Bund und Land habe man auch schon in jüngerer Vergangenheit mehr Haushalte mit schnellem Internet versorgen können.

„Es ist das wichtigste Zukunftsthema in Osnabrück. Fast jeder Bürger ist beruflich auf schnelles Internet angewiesen, aber auch privat, wie man in der Corona-Pandemie verstärkt gesehen hat“, ist sich Pötter, die auch dem Aufsichtsrat der Stadtwerke vorsitzt, bewusst. Ein gut ausgebautes Glasfasernetz sei zudem ein wichtiger Standortfaktor für die Region Osnabrück.

120 Millionen fließen in das Glasfasernetz

Kosten soll das Netzinfrastrukturprojekt rund 120 Millionen Euro. Die Osnabrückerinnen und Osnabrücker sollen künftig von Geschwindigkeiten mit bis zu 1.000 Mbit/s profitieren. „Die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger wird sich unheimlich verbessern“, ist sich Christoph Hüls, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke, sicher. „Wir schaffen die Voraussetzung für eine Zukunft, in der beispielsweise Virtual Reality eine gewichtige Rolle einnehmen wird.“

Dazu werde die Netztochter der Stadtwerke in den kommenden sechs Jahren 650 Kilometer Trassenlänge verlegen und ca. 4.500 Kilometer Glasfaser einlassen. In Teilen des Ausbaugebiets werde die Stadtwerke-Netztochter bestehende Leerrohre nutzen, die bei vorangegangenen Bauvorhaben schon ins Erdreich gelegt wurden, erklärt Matthias Hackmann, Leiter Netzbau bei der SWO Netz.

„In dieser Größenordnung nur wenige Projekte“

Der Ausbau des Glasfasernetzes beginnt im kommenden Frühjahr in den Ausbaugebieten der vorderen Wüste (rund um die Laischaftsstraße) sowie am Schölerberg (rund um die Ertmannstraße). Dort soll schnell eine große Anzahl an Haushalten an die schnelle Internetverbindung angeschlossen werden. Die weitere Ausbaureihenfolge werde derzeit noch festgelegt, sagt Hackmann. Mit vergangenen Ausbauprojekten in den Stadtteilen Schinkel und Sonnenhügel, die Ende kommenden Jahres ans Netz gehen sollen, konnte bereits ein erster Grundstein für den nun folgenden Ausbau gelegt werden.

Während sich die SWO Netz in den kommenden Jahren um den passiven Ausbau, also das Verlegen der Glasfasern in die Erde die kümmern wird, betreut Glasfaser Nordwest, ein Oldenburger Gemeinschaftsunternehmen von Telekom und EWE, die Installation der Anschlüsse in die Haushalte. „In dieser Größenordnung gibt es deutschlandweit nur wenige Projekte“, schätzt Glasfaser Nordwest-Geschäftsführer Oliver Prostak den Umfang der Glasfaser-Mission ein. Auch deshalb habe man in Osnabrück einen eigenen Standort aufgebaut.

Endpreis ergibt sich aus dem Wettbewerb

Sobald die Anschlüsse installiert sind, soll das verfügbare Glasfasernetz dem gesamten Telekommunikationsmarkt zur Verfügung gestellt werden. „Der Endpreis für den Kunden ergibt sich dann aus dem Wettbewerb zwischen den Anbietern“, erklärt Prostak. „Es ist absolut realistisch, dass wir auch die letzten Ecken Osnabrücks mit dem neuen Infrastrukturnetz erreichen werden. Es wird immer Gebiete geben, in denen die Geschwindigkeit der Breitbandanschlüsse am geringsten sind, aber dazu führen wir regelmäßig Analysen durch und es wird entsprechende Förderprogramme geben“, äußert SWO-Geschäftsführer Hüls, der mit Blick auf die künftigen Kosten für schnelles Internet ergänzt: „Als Infrastrukturdienstleister erheben wir Nutzungsgebühren, die beim Endkunden irgendwo im Vertrag mit dem Anbieter wieder auftauchen werden.“

Die Anwohnerinnen und Anwohner in den jeweiligen Ausbaugebieten sollen schriftlich über den Ausbau informiert werden. Mehr Infos gibt es unter www.swo-netz.de/glasfaser.

Maurice Guss
Maurice Guss ist seit dem Herbst 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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