Erste Prognosen von ARD und ZDF nach Schließung der Wahllokale zeigen: Die Union liegt klar vorn, die AfD ist im Aufwind, und SPD und Grüne sind gerade noch dritt- und viertklassig. Die vorläufigen Ergebnisse deuten bereits auf eine dramatische Neuverteilung der politischen Kräfte hin.
Kurz nach Wahllokalschluss liegen die ersten vorläufigen Zahlen zur Bundestagswahl vor – und sie zeichnen ein deutlich kontrastreiches Bild der politischen Landschaft. Während die Union (CDU/CSU) als unangefochtener Spitzenreiter mit rund 28,5 bis 29 Prozent hervorgeht, erlebt die AfD einen massiven Aufschwung und positioniert sich erstmals als zweitstärkste Kraft im Bundestag. Im Vergleich dazu kassiert die SPD unter Kanzler Olaf Scholz einen historischen Tiefstand mit etwa 16 Prozent, und auch die Grünen schneiden enttäuschend ab.
Union: Deutlicher Zugewinn und Anspruch auf den Kanzlerposten
Die Unionsparteien erzielen mit rund 29 Prozent einen Zugewinn im Vergleich zu den 24,1 Prozent bei der Bundestagswahl 2021. Dieser Erfolg verleiht CDU-Chef Friedrich Merz einen deutlichen Schub, der ihn als möglichen nächsten Kanzler ins Rampenlicht rückt. Trotz der Tatsache, dass die absoluten Stimmenzahlen unter 30 Prozent liegen, steht für viele die klare Führung der Union fest.
AfD: Fast Verdoppelung der Stimmen und neuer Oppositionsführer
Ein weiterer überraschender Aspekt der vorläufigen Ergebnisse ist der enorme Zugewinn der AfD. Die Partei hat ihr Ergebnis nahezu verdoppelt – von rund 10,4 Prozent bei der letzten Wahl auf jetzt zwischen 19,5 und 20 Prozent. Mit diesem Ergebnis rückt die AfD als Oppositionsführer ins Zentrum, auch wenn sich eine Regierungsbeteiligung als unwahrscheinlich erweist.
Sozialdemokratie ist keine Volkspartei mehr
Während die Union und die AfD deutlich zugelegt haben, erlebt die SPD ein Debakel. Mit lediglich 16 Prozent verzeichnet sie das schlechteste Ergebnis seit 135 Jahren. Auch die Grünen müssen sich geschlagen geben: Ihr Ergebnis liegt je nach Prognose zwischen 12 und 13 Prozent – deutlich hinter dem Spitzenkandidaten der Union. Diese Resultate werfen ein trübes Licht auf die zukünftige Regierungsbildung und die Position der Parteien im Bundestag.
FDP und BSW bangen noch – Linkspartei im Bundestag
Auch kleinere Parteien stehen vor Herausforderungen. Die FDP erreicht laut ersten Zahlen knapp die 5-Prozent-Hürde, während die BSW mit rund 4,7 bis 5 Prozent erstmals ins Rennen geht. Die Linke verzeichnet hingegen einen leichten Zugewinn und erreicht etwa 8,5 bis 9 Prozent. Insgesamt weisen die Ergebnisse auf ein verändertes Parteienspektrum hin, das die politischen Verhältnisse im kommenden Bundestag neu ordnen könnte.