In Osnabrück und Münster wurde am 25. Oktober 1648 der Westfälische Frieden geschlossen und somit der Dreißigjährige Krieg in Europa beendet. Seitdem wird dieser Tag jedes Jahr mit einem bunten Veranstaltungsprogramm von Vorträgen, Konzerten, Festen und Gottesdiensten bis hin zu Filmen und Ausstellungen gefeiert.

Das Rahmenprogramm eröffnet am 8. Oktober um 17 Uhr eine Fotoausstellung von Jochen Ohliger im Stadtgaleriecafé mit dem Titel „Vom Sakralbau zur Kleiderkammer“. Ohliger zeigt beeindruckende Bilder der Melanchtonkirche in Osnabrück und wie diese sich im Laufe der letzten Jahre als Kleiderkammer für Geflüchtete gewandelt hat.

Thema „Interreligiöser Dialog“

Das Thema „Interreligiöser Dialog“ ist ein wichtiges Thema in der Friedensstadt Osnabrück. Es steht nicht nur im Mittelpunkt beim Treffen der Religionsgemeinschaften aus den Friedensstädten Münster und Osnabrück am 12. Oktober, sondern wird auch im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung des Runden Tisches der Religionen am 17. Oktober mit dem Titel „Wieviel Religion braucht der Staat – wieviel Staat brauchen die Religion“ bestimmend sein.

Beim Philosophischen Café am 29. Oktober wird im Blue Note die Frage „1517-2017: Reformation – religiöser Fundamentalismus oder eine neue Freiheit?“ diskutiert.


Ein Friedensgebet findet am 25. Oktober um 18 Uhr in der Gertrudenkirche statt, das mit der Verleihung des Ökumene-Preises der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Osnabrück verbunden wird. Ein ökumenischer Gottesdienst zum Friedenstag findet in diesem Jahr wegen des Reformationsjubiläums am 31. Oktober in St. Marien statt.

Das Kulturgeschichtliche Museum bietet auch im Rahmen des Friedentags seine regelmäßig stattfindenden Gesprächskreise an. Das „Forum Kriegskinder und Kriegsenkel“ trifft sich am 17. Oktober und 7. November, jeweils 19 Uhr, um in einem Dialog zwischen der Generation der Kriegskinder und deren Kindern, den „Kriegsenkeln“, den offenen und verdeckten Spuren des Zweiten Weltkrieges in den Familien nachzuspüren. Das „Forum Zeitgeschichte“ ermöglicht am 18. Oktober und 15. November jeweils um 10.30 Uhr Zeitzeuginnen und Zeitzeugen unter wissenschaftlicher Anleitung ihre Erinnerungen zu Nationalsozialismus, dem Zweitem Weltkrieg und der Nachkriegszeit aufzuarbeiten. Im „Forum Migration“ werden am 26. Oktober um 17 Uhr im Rahmen von „Faces of Migration 2.0“Ausstellungskonzepte junger Schülerinnen und Schüler des Abendgymnasiums Osnabrück zum Thema Migration, Integration und Rechtsradikalismus von diesen persönlich vorgestellt.

Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück

Im Rahmen des Unabhängigen Filmfest Osnabrück vom 18. bis 22. Oktober wird der mit 12.500 Euro dotierte Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück verliehen. Im Wettbewerb konkurrieren Spiel- und Dokumentarfilme, die sich in herausragender Weise für humanes Denken und Toleranz aussprechen. Er tritt in besonderem Maße zur Verständigung zwischen den Kulturen ein. Der Preis wird von der Sievert Stiftung für Wissenschaft & Kultur gestiftet.

Um humanes Handeln geht es bei der Arbeit der Kinderhilfsorganisation terre des hommes. Diese feiert 2017 ihr 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird im Rathaus am Mittwoch, 1. November, eine Ausstellung zu der Arbeit des Hilfswerks eröffnet. Eine entwicklungspolitische Podiumsdiskussion im Anschluss wird das Thema um die Notwendigkeiten und Erfolge eines globalen Hilfeengagements vertiefen.

Neben verschiedenen Vorträgen an der Volkshochschule Osnabrück und einem friedenspolitischen Frühschoppen in der hase29 bieten die Osnabrücker Friedensgespräche am Mittwoch, 25. Oktober, eine Diskussion zum Thema „Brexit, Trump und Populismus“ in der Aula des Schlosses der Universität Osnabrück. Die Friedensgespräche präsentieren zudem am Sonntag, 29. Oktober, ein Konzert zum Osnabrücker Friedenstag: Mit „musica pro pace“ wird dem Publikum Friedensmusik im Reformationszeitalter 1517 bis 648 in der Johanniskirche geboten.

Die Höhepunktveranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten zum Osnabrücker Friedenstag ist das jährliche Steckenpferdreiten der Viertklässler am 25. Oktober. Zum 66. Mal reiten die Viertklässler der Grund- und Förderschulen in Osnabrück mit selbstgebastelten Steckenpferden und geschmückt mit farbigen Hüten durch die Innenstadt.

Eine Broschüre erscheint Ende September und liegt in der Tourist-Information, im Rathaus und anderen Orten in der Stadt aus. Sie wird ebenfalls ab September als Download bereitgestellt.

Weitere Informationen sind im städtischen Büro für Friedenskultur unter Telefon 0541 323-3210 oder per E-Mail unter friedenskultur(at)osnabrueck.de erhältlich.