Update 23:20: Das Facebook-Posting wurde zwischenzeitlich kommentarlos von der Seite der Grünen Ratsfraktion gelöscht.

Update 06:15 (1.11.2018): Um kurz nach Mitternacht meldete sich Volker Bajus, Vorsitzender der Grünen Ratsfraktion, auf unserer Facebook-Präsenz zu Wort und entschuldigte sich für das Posting, das er als „daneben“ bezeichnete.

Stammgäste und Szenekenner wussten es schon länger, der „Geschmackskomplize“ Tobias Neumann schließt in diesem Herbst sein Fricke Blöcks im Katharinenviertel um sich fortan voll der Steakmeisterei am Heger Tor und ein bisschen mehr auch dem Privatleben zu widmen. Diesen Mittwoch war es soweit, nur ein kleiner Hinweis auf der eigenen Facebook-Präsenz machte es ein wenig öffentlicher.

Die Osnabrücker Grüne Ratsfraktion nutzte die Gelegenheit erneut um via Facebook nachzutreten – wie bereits bei der Schließung des „La Vie“ im Sommer (Link unten).

Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt Tobias Neumann am Mittwochabend, dass er sich sehr über die inzwischen mehr als 50 positiven und aufmunternden Reaktionen unter dem Facebookbeitrag gefreut hat. Und er war auch sehr überrascht, dass trotz Feiertag und nur kurz nach Veröffentlichung bei Facebook, eine Kollegin der Tageszeitung NOZ sich bei ihm meldete und noch am gleichen Nachmittag einen Artikel verfasste, dem nichts hinzuzufügen ist (lesenswert, hier bei den Kollegen der NOZ).

Grüne: Katharinenviertel lebenswerter ohne SUV-Fahrer*innen?

„Nicht im Leben“ hat Tobias Neumann allerdings mit der Reaktion gerechnet, die es auf der Facebookseite der Grünen Ratsfraktion zu lesen gab. Dort heißt es zu dem verlinkten NOZ-Artikel, in dem detailliert beschrieben wird wie sehr er als Unternehmer 10 Jahre mit und für das Fricke Blöcks gekämpft hat und wie schwierig es inzwischen ist Personal zu bekommen und zu halten: „Ein zurück zur leicht abgerockten Szenekneipe wäre eine durchaus wünschenswerte Entwicklung für ein lebenswertes Katharinenviertel ohne SUV-Fahrer*innen..“

Wirt: „schwerster Schritt meines unternehmerischen Daseins“ – Grüne machen „Propaganda“

Fricke Blöcks Wirt Tobias Neumann schreibt dazu in einer Replik an die Grünen: „Habt wenigstens die Größe diesen Artikel nicht wieder klammheimlich zu löschen wenn ihr den Shitstorm dafür erntet. Ich habe als Unternehmer heute den schwersten Schritt meines unternehmerischen Daseins gemacht, mein Innerstes in die Öffentlichkeit gebracht und die Grünen haben nichts anderes im Sinn als daraus Anti-Auto-Propaganda zu formen.
Für wen oder was haltet ihr euch? Nur einmal fürs Protokoll: DIe meisten unserer Gäste sind mit dem Rad zu uns gekommen, wir haben stets großen Aufwand betrieben Produkte lokaler Manufakturen und Produzenten, möglichst aus Bio- und nachhaltigem Anbau / Produktion zu verwenden und nur weil ein Gericht bei uns nicht für 6,50 zu erhalten war glaubt ihr, ihr dürft euch das hier erlauben?

Ihr habt einfach keinen Anstand. Unglaublich.“

Osnabrücker Grüne treten nicht zum ersten Mal nach

Der Tiefschlag gegen den Gastwirt aus dem Katharinenviertel erinnert an ein ähnlich geschmackloses Posting der Grünen Ratsfraktion anlässlich der überraschenden Schließung des Sterne-Restaurants „La Vie“ im Sommer – seinerzeit wurde ein Sozialneid-Kommentar schnell und heimlich durch eine weniger entlarvende Formulierung ausgetauscht ohne auf den vorherigen Fauxpas einzugehen.