Der Rat der Stadt Osnabrück verfolgt das Ziel, möglichst viele Menschen auf städtische Angebote und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Im Mai 2018 hat er deshalb die Verwaltung damit beauftragt, ein Pilotprojekt zu starten.

Ziel ist es, Publikationen aus dem Fachbereich Kinder, Jugendliche und Familien auszuwählen, die aufgrund ihrer Relevanz in Leichte Sprache übersetzt werden sollen. Grundlage dieses Vorhabens ist das strategische Stadtziel „Chancengleichheit durch Bildungsteilhabe und Bekämpfung von Kinderarmut“.

Beratung durch Heilpädagogische Hilfe

Der Fachbereich Kinder, Jugendliche und Familien ist dem Ratsauftrag gefolgt. In seiner Sitzung am Mittwoch, 27. Februar, um 17 Uhr in Raum 717/718 des Stadthauses 1 stimmt nun der Jugendhilfeausschuss über den Vorschlag der Fachverwaltung ab, mindestens eine Publikation pro Jahr in Einfache beziehungsweise Leichte Sprache zu übersetzen. Bei der Erstellung der Vorlage hat sich die Verwaltung von der Heilpädagogischen Hilfe beraten lassen. „Dabei wurde deutlich, dass Teilhabe nur gelingen kann, wenn auf die speziellen Bedürfnisse der Zielgruppen eingegangen wird“, sagt Stadtrat Wolfgang Beckermann.

Texte in Einfacher Sprache nötig

Im Fall der Jugendhilfe sind das Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen über geringe Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen und deutsche Texte nicht verstehen. Sie sind darauf angewiesen, auf Texte in Leichter Sprache zugreifen zu können. Hinzu kommen Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Personen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Sie sind auf Einfache Sprache angewiesen.

Für Leichte Sprache gibt es ein festes Regelwerk. Es sind kurze Sätze zu verwenden. Auf Nebensätze ist zu verzichten. Zudem sollen nur einfache Wörter verwendet werden. Sind schwere Wörter nicht zu vermeiden, müssen sie erklärt werden. Nach jedem Satz beginnt eine neue Zeile. Zudem sind viele inhaltliche Absätze einzufügen. Weniger streng ist die Einfache Sprache, für die es kein festes Regelwerk gibt. Sie enthält auch längere Sätze sowie Nebensätze. Darüber hinaus setzt sie beim Leser mehr Wörter als bekannt voraus und macht auch keine Vorgaben zum Schriftbild.

Mindestens eine Publikation im Jahr

Aus Sicht der Fachverwaltung kann das Ziel, mindestens eine Publikation jährlich in Einfacher oder Leichter Sprache zu veröffentlichen, mit den vorhandenen Ressourcen erreicht werden. Aus den Aufgabenbereichen Unterhaltsvorschuss, Elterngeld, Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Förderung der Erziehung in der Familie sowie von Kindern in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege identifiziert der Fachbereich jährlich geeignete Themen. Hinzu kommen die Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, Hilfe für junge Volljährige, Jugendgerichtshilfe und Beistandschaften. In diesem Jahr plant der Fachbereich, einen Flyer für die Zielgruppe seelisch behinderter Kinder und Jugendlicher zu veröffentlichen. Hinzu kommt ein Flyer zum Bildungsort Kita, der die Bildung, Betreuung und Förderung in Kindertagesstätten in den Mittelpunkt stellt.