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Euro-Gruppen-Chef will höhere Löhne in Europa

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Foto: EU-Fahnen, über dts

Brüssel (dts) – Der Chef der Euro-Gruppe, Portugals Finanzminister Mário Centeno, fordert als Antwort auf das Erstarken europakritischer Parteien ein höheres Lohnniveau in der Euro-Zone. „Wir müssen an die Bürger die unmissverständliche Botschaft senden, dass alle Europäer von der Wirtschaftserholung nach der Finanzkrise profitieren“, sagte Centeno der „Welt“ (Mittwochsausgabe). In vielen Ländern habe die Arbeitslosenquote mittlerweile ein sehr niedriges Niveau erreicht.


„Jetzt müssen die Löhne entsprechend steigen“, so der Euro-Gruppen-Chef weiter. Dies gelte auch für Länder wie Deutschland, wo der Konsum durch höhere Löhne belebt werden könne. Zu den wichtigsten Projekten der Euro-Gruppe gehört für Centeno die Schaffung eines Euro-Budgets – eines gemeinsamen Haushalts, dessen Mittel ausschließlich für die Belange der Währungsunion verwendet werden. „Selbst wenn das Budget am Anfang nicht sehr groß ist, wird es einen Unterschied machen“, so der portugiesische Finanzminister. Ginge es nach dem Portugiesen, sei das gemeinsame Budget, das in den nächsten Wochen auf den Weg gebracht werden soll, nicht die letzte Weiterentwicklung der Euro-Gruppe. „Ein gemeinsamer Eurofinanzminister kann ein weiterer Schritt in die Zukunft sein“, sagte Centeno der „Welt“. Eine solche Position sei sinnvoll, sobald das gemeinsame Euro-Zonen-Budget zur Verfügung stehe. Wenige Sorgen macht sich Centeno nach eigenen Worten aktuell um die Stabilität des Euro. „Ich bleibe bezüglich der Wirtschaft in der Euro-Zone positiv gestimmt“, sagte er. Die Fundamentaldaten seien weiterhin gut. Risiken kämen nicht von Seiten der Konjunktur, sondern von Seiten der Politik. Neben Brexit und Handelsstreit zählte der Euro-Gruppen-Chef die Haushaltspolitik Italiens dazu. Die Regierung in Rom muss bald ihre Etatpläne für die kommenden beiden Jahre vorlegen. Er gehe davon aus, dass Italien seine Zusagen einhalten werde, so der portugiesische Finanzminister. „Wir werden nicht in den Krisenmodus schalten müssen“, sagte Centeno der „Welt“.

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.



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