Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, hat die EU zu einer besonnenen Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump ausgelöste Zolloffensive aufgerufen. Angesichts der erheblichen Bedeutung des transatlantischen Handels mahnte Costa im „Spiegel“ zu Verhandlungen statt Konfrontation und warnte indirekt vor einem Handelskrieg mit den USA. Zugleich übte er Kritik an einseitigen Forderungen nach harten Gegenmaßnahmen und betonte die Chance, neue internationale Handelsabkommen zu schließen.
Kritik an vorschnellen Reaktionen auf US-Zölle
António Costa, Präsident des Europäischen Rates, hat nach der jüngsten Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Zölle gegen zahlreiche Länder zu verhängen, zu Zurückhaltung gemahnt. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ sagte Costa: „Der Handel zwischen der EU und den USA macht 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung aus. Alles, was diese Beziehung gefährdet, hat massiv Folgen für die Weltwirtschaft. Wir verhandeln, um einen Wirtschaftskrieg zu verhindern.“
Costa bezog dabei auch Stellung zu Forderungen aus Frankreich. Die französische Regierungssprecherin Sophie Primas hatte erklärt, man sei „bereit für diesen Handelskrieg“ und die großen US-Digitalunternehmen ins Visier nehmen wolle. Costa bewertete solche Aussagen indirekt kritisch und erklärte, man müsse zwar zu Gegenmaßnahmen bereit sein, solle aber „vorsichtig vorgehen“.
Verhandlungen statt Konfrontation
Im Hinblick auf die von US-Präsident Trump angekündigte 90-tägige Zollpause betonte Costa: „Wir werden jetzt erst einmal die 90 Tage Zollpause, die Präsident Trump verkündet hat, für Verhandlungen nutzen“, so der Portugiese im „Spiegel“. Er riet dazu, in dieser Zeit besonnen zu handeln: „In dieser Zeit sollten wir alles unterlassen, was die Verhandlungen stören könnte. Die Welt wurde schon genug verunsichert durch immer neue Erklärungen.“ Costa appellierte damit an die EU, auf weitere Eskalationen zum jetzigen Zeitpunkt zu verzichten und die Verhandlungschance zu nutzen.
Neue Partner für die EU
Darüber hinaus kündigte Costa an, dass die Europäische Union ihre Bemühungen um neue internationale Handelsabkommen verstärken werde. In Bezug auf das Vorgehen der USA erklärte er: „Das Vorgehen der USA hat unseren Bemühungen um neue Freunde sicher nicht geschadet.“ Die jüngsten US-Zölle bezeichnete er damit als indirekten Antrieb für die außenwirtschaftliche Öffnung der EU.
Costa war von 2015 bis 2024 Premierminister Portugals und ist seit Dezember 2024 Präsident des Europäischen Rates, des Gremiums der EU-Staats- und Regierungschefs. Damit vertritt er die EU auch nach außen.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .