Aktuell Ermordet wegen 3.000 Euro: Prozessbeginn am Landgericht

Ermordet wegen 3.000 Euro: Prozessbeginn am Landgericht

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Die 6. große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück verhandelt ab Mittwoch, dem 10. Juli 2019, in einer Strafsache gegen vier Männer. Sie sollen eine 75-jährige aus Melle erpresst, nach Köln entführt und in Hasbergen ermordet haben. Am Ende stahlen die Angeklagten rund 3.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück wirft allen vier Angeklagten die Beteiligung an einem erpresserischen Menschenraub, einem besonders schweren Raub und einer versuchten besonders schweren räuberischen Erpressung zulasten einer 75 Jahre alten Frau aus Melle vor. Drei der Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft darüber hinaus die anschließende Ermordung der Frau vor.

Opfer lebte in Melle

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Osnabrück geht davon aus, dass das spätere Opfer, eine in Melle wohnende 75 Jahre alte Frau, im Juni 2018 Kontakt zu dem in Köln lebenden Angeklagten. aufnahm, um von diesem ein gefälschtes Führerscheindokument zu erhalten. Die beiden sollen sich schließlich auf einen Preis im vierstelligen Bereich geeinigt haben. Der Angeklagte soll jedoch den Plan entwickelt haben, noch mehr Geld von der Frau zu erlangen. Er  soll zunächst einen weiteren Angeklagten in sein Vorhaben einbezogen haben.

Am 14.12.2018 soll dann ein weitere Angeklagte hinzugezogen worden sein. Mit ihm gemeinsam soll der erste ANgeklagte an diesem Tag die 75-Jährige in Melle aufgesucht und unter einem Vorwand nach Köln gelockt haben. Einer der Beschuldigten soll unterdessen in Köln geblieben und den vierten Angeklagten hinzugezogen haben. Nach Rückkehr nach Köln in Begleitung der 75-Jährigen sollen alle vier Angeklagten die Frau in einer Wohnung festgehalten haben, um von ihr Zugriff auf ihr vermeintliches Vermögen zu erhalten. Geld sollen die Angeklagten jedoch bis auf etwas Bargeld aus der Handtasche der Frau nicht erlangt haben. Einer der der Angeklagten soll sodann die Wohnung wieder verlassen haben. Die übrigen Angeklagten sollen anschließend ohne Erfolg die Frau unter anderem körperlich schwer misshandelt haben, um von ihr Geld zu erlangen.

Mord für 3.000 Euro

Aufgrund der Erfolglosigkeit der Erpressungsversuche und aus Angst vor Entdeckung sollen drei der Angeklagten schließlich am Abend des 14.12.2018 übereingekommen sein, die Frau zu töten. Dazu sollen zwei von ihnen die 75-Jährige mit dem Pkw zurück in den Raum Osnabrück gebracht haben. Dort sollen sie die Frau am Augustaschacht in Hasbergen getötet haben. Auf dem Rückweg, am späten Abend des 14.12.2018, und an den Folgetagen sollen die Angeklagten diverse Male, teils erfolgreich, teils erfolglos, den Versuch unternommen haben, mit Kontokarten des Opfers an diversen Geldautomaten Geld abzuheben. Dabei sollen sie insgesamt ca. EUR 3.000,00 erlangt haben.

Angeklagte in Haft

Die Angeklagten befinden sich seit Ende Dezember 2018/Anfang Januar 2019 in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in Untersuchungshaft.  Das Verfahren beginnt am 10. Juli 2019 um 09.00 Uhr in Saal 272 des Landgerichts (Schwurgerichtssaal) mit der Verlesung der Anklage. Anschließend werden die Angeklagten Gelegenheit haben, sich zur Sache zu äußern. Der Sohn der 75-jährigen Frau nimmt an dem Verfahren als Nebenkläger teil.


PM
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