Deutschland & die Welt Entwicklungsminister fürchtet Kollateralschäden in Coronakrise

Entwicklungsminister fürchtet Kollateralschäden in Coronakrise

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Foto: Weggeworfener Mundschutz, über dts

Berlin (dts)[speaker-break time=”1s” strength=”medium”] – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat vor Kollateralschäden im Kampf gegen Corona gewarnt. “An den Folgen der Lockdowns werden weit mehr Menschen sterben als am Virus”, sagte Müller dem “Handelsblatt”. Der CSU-Politiker warnte: “Allein auf dem afrikanischen Kontinent rechnen wir dieses Jahr mit zusätzlich 400.000 Malaria-Toten und HIV-Opfern sowie eine halbe Million mehr, die an Tuberkulose sterben werden.”

Die Pandemie habe auch “eine der größten Armuts- und Hungerkrisen ausgelöst”. Die Gründe seien vielfältig: “Weil die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten nicht mehr gewährleistet ist. Weil viele Hilfsprogramme des Westens nicht ausreichend finanziert sind. Weil wir Industrieländer uns so sehr auf die Corona-Bekämpfung zu Hause fokussieren, dass wir andere Probleme aus dem Blick verlieren.” Sein Fazit: “Brüssel verdrängt die humanitären Katastrophen, die sich direkt vor unserer Haustür aufbauen.” Müller schlägt als Gegenmaßnahme “konkret ein 50-Milliarden-Stabilisierungsprogramm aus europäischen Krediten und Soforthilfen vor”. Außerdem werde an einem “neuen EU-Afrika-Abkommen mit den Schwerpunkten Migration, Klima, Energie, Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit” gearbeitet. Der Entwicklungsminister warnte: “Allein 25 afrikanische Staaten stehen vor dem Staatsbankrott. Investoren haben 100 Milliarden an Kapital abgezogen, Währungen und Rohstofferlöse sind eingebrochen.” Europa habe zur Stützung der eigenen Wirtschaft Programme in Höhe von rund zwei Billionen Euro beschlossen. “Für Afrika ist kein Euro zusätzlich an Unterstützung geplant. Das wird uns einholen”, sagte er dem “Handelsblatt”.


dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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