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Enkeltrick in Melle – 85-Jähriger um fast 50.000 Euro betrogen

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Immer wieder rufen Betrüger bei älteren Menschen an und erleichtern sie um Geld und Wertgegenstände. Am Mittwoch (24. Juni) wurde ein Senior in Melle Opfer eines Enkeltricks. Die Polizei bittet um Hinweise.

Am Mittwoch kam es in Melle-Mitte, genauer in der Straße Buddenkamp, zu einem vollendeten Betrug durch einen sogenannten Schockanruf. Gegen 12:45 Uhr klingelte bei einem 85-jährigen Mann das Telefon, eine weibliche Person gab sich als die Enkelin des Seniors aus. Sie berichtete von dramatischen Geschehnissen: Sie habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine 36-jährige Frau ums Leben gekommen sei. Das Telefongespräch wurde dann an eine andere Frau weitergegeben, die sich abwechselnd als Beamtin der Polizei Bielefeld und Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft Bielefeld ausgab. Die falsche Beamtin bestätigte die Schilderungen der vermeintlichen Enkelin. Weiter berichtete die Frau, dass die Enkelin jetzt ins Gefängnis müsse, allerdings gegen eine Kaution von 80.000 Euro auf freiem Fuß bliebe. Der 85-Jährige bot sein Barvermögen als Hilfe für die Enkelin an, annähernd 50.000 Euro. Gegen 14:30 Uhr erschien ein Bote und dem Senior wurde am Telefon bestätigt, dass es sich um den richtigen Geldabholer handeln würde. Nach der Aushändigung des Bargeldes käme die Enkelin sehr bald frei. Kurze Zeit nach dem Anruf hatte der 85-Jährige dann Kontakt zu seiner echten Enkelin und der Betrug flog auf. Es wurde daraufhin Strafanzeige erstattet.

Der Geldabholer kann wie folgt beschrieben werden:

  • ca. 35 Jahre alt
  • ca. 170 cm groß
  • sprach Deutsch mit Akzent
  • dunkler Teint, evtl. südeuropäische Abstammung
  • schlanke Statur
  • trug einen Mund-Nasen-Schutz
  • dunkle, kurze Haare
  • blaues Kurzarm-Poloshirt
  • dunkle Jeanshose
  • schwarze Umhängetasche aus Stoff
  • kein Bart, keine Brille, keine sichtbaren Tätowierungen

Zeugen gesucht

Die Polizei bittet Zeugen, die eine entsprechende Person am Buddenkamp oder in Nähe bemerkt haben, sich bei den Beamten unter 0541/327-3303 oder 05422/920-600 zu melden. Gleichzeitig nimmt die Polizei diese Tat erneut zum Anlass, vor betrügerischen Anrufen aller Art zu warnen. Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sollten von Angehörigen, Nachbarn oder Bekannten über entsprechende Betrugsmaschen aufgeklärt werden, um derartige Taten zu verhindern und die kriminellen Banden ins Leere laufen zu lassen.

Polizei Pressestelle
Für Pressemitteilungen der Polizei gilt: Diese werden bei Fahndungsaufrufen oder Täterbeschreibungen grundsätzlich nicht durch uns gekürzt. Wir halten ungefilterte Berichterstattung für wichtiger als politische Korrektheit.

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