# El-Baradei kritisiert deutsche Israel-Politik und fordert Umdenken Datum: 09.05.2025 17:03 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/el-baradei-kritisiert-deutsche-israel-politik-und-fordert-umdenken-596776/ --- Der frühere Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde, Mohamed el-Baradei, hat die deutsche Politik gegenüber Israel angesichts der hohen zivilen Opferzahlen im Gazastreifen scharf kritisiert. Im Interview mit dem „Stern“ warf el-Baradei Deutschland vor, aus seiner Geschichte nicht die Konsequenzen zu ziehen, um neue Gräueltaten zu verhindern. Besonders kritisierte er die Haltung der ehemaligen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). ## Kritik an deutscher Israel-Politik Mohamed el-Baradei, ehemaliger Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Behörde in Wien und Friedensnobelpreisträger, äußerte sich angesichts von über 50.000 überwiegend zivilen Todesopfern israelischer Militäroperationen im Gazastreifen deutlich kritisch zur deutschen Politik. Im Gespräch mit dem „Stern“ sagte er: „Wenn Menschen wie die Fliegen getötet werden, und das geht immer und immer weiter und allen ist klar: Es ist Vergeltung. Dann kann man nicht so tun, als sei es Selbstverteidigung.“ El-Baradei betonte weiter: „Das hat Deutschlands Ansehen schweren Schaden zugefügt.“ ### Mahnung zur historischen Verantwortung Der promovierte Völkerrechtler und langjährige Professor für Internationales Recht an der New York University sagte laut „Stern“ weiter: „Ich habe erwartet, dass Deutschland aus seiner Geschichte die Verpflichtung ableiten würde, sich dafür einzusetzen, einen neuen Genozid zu verhindern.“ El-Baradei ergänzte: „Verteidigen Sie Israel – aber entmenschlichen Sie dabei nicht die Palästinenser.“ Besonders kritisch sieht er in diesem Zusammenhang die Äußerungen der früheren deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). ### Bewertung der Atomverhandlungen mit Iran Zu den aktuellen Gesprächen zwischen den Regierungen der USA und des Iran über Teherans Atomprogramm äußerte sich el-Baradei zuversichtlich. Beide Seiten hätten ein Interesse an einer Einigung: „Der Iran aus wirtschaftlichen Gründen. Donald Trump hingegen geht es nach Ansicht el-Baradeis vor allem um persönlichen Ruhm: „Er möchte ja den Friedensnobelpreis bekommen“, sagte el-Baradei dem „Stern“. Gefragt, ob er in diesem Fall seinen eigenen Friedensnobelpreis, den er 2005 gemeinsam mit der Internationalen Atomenergie-Behörde für Verdienste um die internationale Abrüstung erhalten hatte, abgeben würde, antwortete el-Baradei ausdrücklich: „Ganz bestimmt.“ Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 9. Mai 2025 17:03. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück