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Eine Rede vor leeren Stühlen – Seebrücke Osnabrück stellt sich gegen europäische Flüchtlingspolitik

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Am Samstag, den 7. November 2020, organisierte die zivilgesellschaftliche Bewegung „Seebrücke Osnabrück“ eine „Rede vor leeren Stühlen“ am Rathausplatz . Sie sollte sich an Politiker richten, die in Europa eine „Abschottungspolitik“ betreiben.

Mit dem symbolischen Aufstellen von 100 Stühlen vor dem Rathaus und einer Rede an die Abwesenden protestiert der lokale Ableger der Seebrücke-Bewegung gegen das andauernde Sterben im Mittelmeer, das Elend in den Lagern und die Entrechtung von Menschen auf der Flucht. Die Stühle blieben leer – „Sie sind reserviert für diejenigen, die die europäischen Regierungen und ihre Verbündeten ertrinken lassen und in unwürdigen Camps gefangen halten. Dabei wäre hier mehr als genug Platz“, heißt es in einer Pressemitteilung der Seebrücke Osnabrück. Die Seebrücke fordert deshalb die Aufnahme und den Schutz dieser Menschen, die Abschaffung des Dublin-Systems und die Schaffung sicherer Fluchtwege. Diesen Forderungen verlieh die Schauspielerin Christina Dom mit ihrer Rede an die Nicht-Anwesenden Ausdruck.

Lager auf Lesbos nicht winterfest

„75 Jahre nach dem Ende des NS-Faschismus gelten Menschenleben hierzulande noch immer weniger, wenn die Betroffenen die ‚falsche‘ Hautfarbe besitzen oder nicht den ‚richtigen‘ Pass oder das nötige Kleingeld. Wir brauchen deshalb nicht nach Nordamerika zu schauen, um die tödlichen Folgen von Rassismus zu entdecken. Bei Überfahrten im zentralen Mittelmeer und Richtung Kanaren sind allein in den letzten Wochen mehrere Hundert Schutzsuchende ertrunken. In der Äegäis und auf dem Balkan werden Menschen systematisch daran gehindert, Asylanträge zu stellen. Sie werden unter den Augen der Welt von europäischen Beamten geschlagen, beraubt und zurückgeschoben. Die Lage derer, die es nach Europa schaffen, ist kaum besser“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Das neue Lager auf Lesbos ist nicht winterfest. Es ist ein sehr schlechter Witz, so wie die meisten anderen Camps an den Außengrenzen. Der neue EU-Migrations- und Asyl-Pakt wird diese Situation noch weiter verschlimmern. Dazu können wir nicht schweigen. Wir werden nicht aufhören, diese Zustände anzuprangern“, so Niels Kropp am Rande der Aktion.

Stadt Osnabrück bereits „Sicherer Hafen“

„Noch immer missachtet der Kontinent, der Jahrhunderte lang die Welt kolonialisierte und noch heute Ressourcen und Arbeitskraft in aller Welt ausbeutet, die fundamentalsten Rechte und die Würde von Geflüchteten. Er paktiert ganz offen mit Diktaturen und der verbrecherischen sogenannten libyschen Küstenwache. Er interniert Menschen ohne Verbrechen und ohne Anklage. Das alles ist gut dokumentiert. Es ist politisch gewollt und stellt genau die ‚europäische Lösung‘ dar, von der Verantwortliche seit Jahren schwadronieren“, führt die zivilgesellschaftliche Bewegung weiter aus. „Ich appelliere dringend an alle Menschen, sich gegen dieses Unrecht zu organisieren. Wenn unsere Nachkommen uns fragen, wo wir waren, als in Libyen Menschen mit europäischer Billigung versklavt und erniedrigt wurden und im Mittelmeer 40.000 elendig ertranken – was sagen wir denn dann?“, so Kropp. Die Stadt Osnabrück hat sich, wie inzwischen über 200 Städte und Gemeinden in ganz Deutschland, darunter mehrere im Umland, zum „Sicheren Hafen“ erklärt.

Eine Rede vor leeren Stühlen. / Foto: Sahira Wulf.

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