Osnabrück Ein Jahr City-Logistik Feldversuch: Beteiligte ziehen Bilanz zu E-Lastenrädern

Ein Jahr City-Logistik Feldversuch: Beteiligte ziehen Bilanz zu E-Lastenrädern

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Nach einem Jahr ziehen der Paketzusteller UPS Deutschland und die Bremer RYTLE GmbH Bilanz zum Feldversuch der E-Lastenräder. Durch das Ausliefern von Paketen auf den Lastenrädern soll der Lieferverkehr in der Innenstadt optimiert werden. Für die Zukunft werden außerdem Mikro-Depots geplant.

Nach gut einem Jahr ziehen die Beteiligten Bilanz und betonen die Bedeutung solcher City-Logistik-Konzepte für den „Marktplatz Osnabrück“. „Die Relevanz der City-Logistik ist für den Mobilitätswandel in Osnabrück als besonders bedeutsam einzuschätzen. Die Zunahme des Paketaufkommens heißt eben auch eine Zunahme der Zustellfahrzeuge der Kurier-, Express- und Paketdienstleister – und das wiederum führt zu Platzkonflikten mit dem Rad- und Busverkehr“, erklärt Frank Otte, Stadtbaurat der Stadt Osnabrück. „Das Thema City-Logistik ist durchaus komplex, aber aus unserer Sicht ist es absolut lohnenswert weiter daran zu arbeiten und die sehr guten Ansätze gemeinsam mit den Akteuren weiterzuentwickeln.“

Reduktion des Lieferverkehrs

Einen Ansatzpunkt für die Reduktion des Lieferverkehrs in den Innenstädten bieten sogenannte Mikro-Depots. Mikro-Depots liegen innerstädtisch und verkehrsgünstig in bevölkerungsreichen Lagen und zeichnen sich durch die gemeinsame Nutzung innerstädtischer Logistikflächen aus. Im November ist ein Treffen geplant, an dem alle relevanten Kurier-, Express- und Paketdienstleister zusammenkommen, um über die Einrichtung der Depots zu diskutieren.

Machbarkeitsstudie für Mikro-Depots

Bei der Einrichtung von Mikro-Depots könnten auch die Parkhäuser der Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) eine wichtige Rolle spielen. Denn das zentrale Mikro-Depot des Pilotprojektes befindet sich an der OPG-Vitihof-Garage an der Gerberstraße und ist wie folgt eingebunden: Ein UPS-Transporter bringt Pakete zum Depot an der Vitihof-Garage. Dort werden die Pakete in die Box des „MovR“ – einem elektrisch betriebenen Gefährt auf drei Rädern – umgeschlagen und dann ausgeliefert. „Wir verstehen uns als Dienstleister und wesentlicher Kooperationspartner für den Mobilitätswandel. Für uns war es daher nur logisch und selbstverständlich hier als Partner aufzutreten“, betont auch Wigand Maethner, OPG-Geschäftsführer. Im Pilotversuch hat diese Form des zentralen Umschlagsplatzes gut funktioniert und gezeigt, dass gerade die OPG-Parkhäuser für die Einrichtung zentraler Paket-Depots eine gute Möglichkeit sein könnten. Inwiefern das auf ganz Osnabrück zutrifft, soll nun eine Machbarkeitsstudie – beauftragt durch die Stadt Osnabrück – ermitteln. Außerdem sollen Einsparpotenziale hinsichtlich von Emissionen, die standortspezifischen Anforderungen und die Akzeptanz potenzieller Nutzer untersucht werden.

UPS-Zusteller Maik Pohl und sein Arbeitsgerät
UPS-Zusteller Maik Pohl und sein Arbeitsgerät.

Einsatz eines weiteren UPS-Cargobikes wird geprüft

Auch UPS zeigt sich mit dem ersten Jahr des Pilotprojektes sehr zufrieden: „Zusammen mit der ´Mobilen Zukunft´ konnten wir nun ein Jahr testen, ob unser City-Logistik-Konzept mit elektrisch unterstützten Lastenrädern auch in Osnabrück in der Praxis aufgeht“, erklärt Rainer Kiehl, City-Logistik Projekt-Manager bei UPS Deutschland und führt weiter aus: „Wir hatten 2012 in Hamburg mit Zustellungen über ein Mikro-Depot und der Unterstützung von E-Lastenrädern begonnen. Städte sind sehr individuell und brauchen daher jeweils angepasste Lösungen. Initiativen wie ´MOBILE ZUKUNFT´ helfen daher enorm, um nachhaltige Lösungen für die Paketzustellung umzustetzen. Da das Projekt in Osnabrück so erfolgreich verlaufen ist, prüfen wir den Einsatz eines weiteren Lastenrads im Bereich der Vorderen Wüste.“ Die Zahlen unterstützen diesen Ansatz: Jeden Werktag stellt UPS mit dem E-Lastenrad über 150 Pakete zu – das sind rund 38.000 jährlich – und spart damit ein mit Diesel betriebenes Zustellfahrzeug der 7,5 Tonnen-Klasse ein.

Größenvergleich: Das Lastenfahrrad nimmt doch deutlich weniger Platzen als ein 7.5 Tonner LKW
Größenvergleich: Das Lastenfahrrad nimmt deutlich weniger Platz ein als ein 7.5 Tonner LKW.

Stärkung des Marktplatzes Osnabrück

„Dieser Baustein eines gesamtstädtischen City-Logistik-Konzeptes passt sehr gut zu unseren Überlegungen, nachhaltige Mobilitätskonzepte in und für Osnabrück zu entwickeln und zu fördern. Denn am Ende des Tages zahlt es auf die Stärkung des Marktplatzes Innenstadt als Einkaufs-, Handels, und Erlebnisbereich ein“, betont Stadtbaurat Frank Otte. Für die Umsetzung eines solchen gesamtstädtischen City-Logistik-Konzeptes sei ein Zusammenspiel der Akteure Handel und Gastronomie, Logistikbranche sowie Stadt unerlässlich. „Genau diesen Ansatz verfolgen wir in unserem gemeinsamen Projekt „Mobile Zukunft´.“

Schnittstelle zum City-Logistik-Netzwerk des Osnabrücker Handels

Der Kontakt zu UPS war über das gemeinsame „Mobile Zukunft“-Projektbüro von Stadt und Stadtwerken entstanden. „Hinter dem Begriff City-Logistik steht der Ansatz, den Warenverkehr für die Innenstadt und von der Innenstadt zum Kunden nachhaltig zu optimieren“, erläuterte Dr. Stephan Rolfes, Stadtwerke Mobilitätsvorstand. Er sieht daher große Schnittstellen zu dem bereits angelaufenen City-Logistik-Netzwerk www.osnabrück24.de des Osnabrücker Handels. Mehrere Osnabrücker Einzelhändler haben sich hier zusammengeschlossen, um ihre Warenströme und ihren Lieferservice zu bündeln. „Beide Initiativen halten unnötigen Lieferverkehr und Transporte aus der Innenstadt heraus und machen Osnabrück noch lebenswerter“, so Dr. Rolfes. „Einmal mehr zeigt sich: partnerschaftlich und gemeinsam erreichen wir mehr.“

PM
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