Deutschland & die Welt Diesel-Gipfel: Scharfe Kritik an Dobrindts Teilnehmerliste

Diesel-Gipfel: Scharfe Kritik an Dobrindts Teilnehmerliste

-




Foto: Alexander Dobrindt, über dts

Berlin (dts) – Wenige Tage vor dem von der Bundesregierung geplanten Diesel-Gipfel wird scharfe Kritik an der Auswahl der Teilnehmer durch das Bundesverkehrsministerium von Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) laut. Dass am “Nationalen Forum Diesel” Anfang August in Berlin nach bisherigem Stand weder Verbraucherschützer noch Umweltverbände beteiligt werden sollen, sei “skandalös angesichts der enormen Gesundheits- und Umweltauswirkungen des Abgasskandals”, sagte BUND-Chef Hubert Weiger dem “Handelsblatt” (Mittwochsausgabe). Kritik kam auch von Greenpeace.

“Obwohl jährlich mehr als 10.000 Menschen in Deutschland aufgrund von Stickoxiden vorzeitig sterben und potentiell mehrere Millionen von Autofahrern durch Fahrverbote betroffen sind, wurde niemand eingeladen, der die Geschädigten vertritt”, sagte der Verkehrsexperte der Umweltorganisation, Benjamin Stephan, der Zeitung. Das Verbraucherschutzministerium von Ressort-Chef Heiko Maas (SPD) erklärte auf Anfrage des “Handelsblatts”, dass es in der Zuständigkeit des Verkehrsministeriums liege, wer zum Diesel-Gipfel eingeladen werde. Eine Sprecherin von Maas sagte aber auch, man habe “immer betont, dass bei der Aufarbeitung gerade auch die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher im Vordergrund stehen müssen”. Vom Verkehrsministerium war eine Stellungnahme zunächst nicht zu erhalten. BUND und Greenpeace rechnen derweil wegen des möglichen Auto-Kartells mit zahlreichen Klagen. “Die neuen Erkenntnisse zum Hersteller-Kartell lassen vermuten, dass vorsätzlich und gemeinschaftlich Gesetze gebrochen wurden, selbst bei den Pkw mit der besten Reinigungstechnik”, sagte BUND-Chef Weiger. “Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, hätten Diesel-Kunden eine gute Grundlage, Anzeige gegen die Hersteller ihrer Fahrzeuge zu erstatten, sofern diese am Diesel-Kartell beteiligt waren.” Denn der Betrugsvorgang sei “anscheinend gut dokumentiert und wird durch die Selbstanzeigen von VW und Daimler erhärtet”. Greenpeace-Experte Stephan gab zu bedenken, dass sich schon mehrere zehntausend VW-Besitzer anwaltlich vertreten ließen und den Konzern wegen manipulierter Dieselautos mit Schadensersatzklagen überzögen. “Sollten die Kartellbehörden die Bildung eines Dieselkartells bestätigen, ist davon auszugehen, dass es auch gegen die anderen Hersteller ähnliche Verbraucherklagen geben wird”, sagte Stephan.


dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

aktuell in Osnabrück

Veranstaltungsbeginn an der Universität Osnabrück auf den 20. April verschoben

In einer internen E-Mail an die Studierendenschaft der Universität Osnabrück wurde heute bekannt gegeben, dass der Veranstaltungsbeginn des Sommersemesters...

Universität Osnabrück sucht Teilnehmer für Onlinestudie zu Auswirkungen des Coronavirus

Die Universität Osnabrück sucht Teilnehmer für eine Studie zu psychischen Auswirkungen des Coronavirus. Alle Frauen und Männer über 18...

Frankreich erhöht Druck zur Durchsetzung von neuem EU-Solidaritätsfonds

Foto: Fahne von Frankreich, über dts Paris (dts) - Frankreich erhöht den Druck zur Durchsetzung eines neuen europäischen Solidaritätsfonds...

Coronakrise: 300 Amtshilfe-Anträge bei Bundeswehr eingegangen

Foto: Bundeswehr-Soldaten, über dts Berlin (dts) - Bei der Bundeswehr sind wegen der Coronakrise mittlerweile 300 Amtshilfe-Anträge eingegangen. "Die...

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion

Contact to Listing Owner

Captcha Code