Aktuell 🎧Diese Kandidaten vertreten Osnabrück jetzt in Hannover

Diese Kandidaten vertreten Osnabrück jetzt in Hannover

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Niedersächsischer Landtag in Hannover / Foto: Focke Strangmann

Die Wahlplakate in der Stadt sind größtenteils abgenommen, die Ergebnisse konnten langsam sacken: Niedersachsen hat seinen Landtag gewählt. Diese fünf Osnabrückerinnen und Osnabrücker ziehen für die Hasestadt in den Landtag.

Zeitreise in das Jahr 2017: Boris Pistorius und Frank Henning gewinnen das Direktmandat in ihren Wahlkreisen, SPD ist stärkste Kraft in Osnabrück. Über die Landesliste ziehen Volker Bajus (Grüne), Burkhard Jasper und Anette Meyer zu Strohen für die CDU ein. Fünf Jahre später: Vonseiten der SPD hat sich kaum etwas verändert. Pistorius und Henning gewinnen deutlich ihr Direktmandat.

Erststimmen im Wahlkreis Ost / Quelle: Stadt Osnabrück
Erststimmen im Wahlkreis Ost / Quelle: Stadt Osnabrück

Aber auch Anna Kura (Grüne) kann etliche Stimmen für sich gewinnen. Sie zieht über die Landesliste (Platz 3) in den Landtag ein. Verena Kämmerling (CDU) schafft es über Landeslistenplatz 10 nach Hannover.

Erststimmen im Wahlkreis West / Quelle: Stadt Osnabrück
Erststimmen im Wahlkreis West / Quelle: Stadt Osnabrück

Boris Pistorius erhält deutlich mehr Zuspruch in der Stadt als Parteikollege Henning. Aus dem Wahlkreis West schafft es per Landesliste (Platz 10) auch Volker Bajus (Grüne) erneut in den Landtag. Ein deutliches Zeichen aus Osnabrück: Grün statt CDU. Denn erstmals ziehen mit Kura und Bajus gleich zwei Abgeordnete der Grünen in den Landtag ein. Die Freude bei den Grünen ist groß: „Das ist landesweit aber auch in Osnabrück das beste Ergebnis, das wir bislang bei einer Landtagswahl erzielen konnten“, teilen Kura und Bajus in einer Mitteilung mit.

Rund um Osnabrück holten die CDU-Kandidaten die Direktmandate (Erststimmen). / Foto: Landtag Niedersachsen
Rund um Osnabrück holten die CDU-Kandidaten die Direktmandate (Erststimmen). / Foto: Landtag Niedersachsen

Zweitstimmen sprechen deutlich Rot-Grün

Schwer erträglich sei für die Grünen das Ergebnis der AfD. Eine Partei, die sich selbst im Landtag zerlege, die vom Verfassungsschutz beobachtet werde und die politische Bühne für Rechtsextremisten sei, bekomme laut Kura und Bajus ohne eigene Leistung so viele Stimmen. 18 AfD-Kandidatinnen und Kandidaten ziehen per Landesliste ins Parlament ein. In Osnabrück haben sie deutlich unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 10,9 Prozent abgeschnitten. Osnabrückerinnen und Osnabrücker im Wahlkreis Ost setzen allerdings öfter ihr Kreuz per Zweitstimme bei der AfD (6,3 Prozent) als im Wahlkreis West (5,6 Prozent).

Ganz raus aus dem Landtag ist die FDP, die mit den Osnabrücker Kandidaten Nemir Ali und Annahita Maghsoodi kaum punkten konnte. Im Wahlkreis West holten sie mit den Zweitstimmen 5 Prozent, im Wahlkreis Ost nur 4,2 Prozent. Diese Zahlen sind ähnlich mit den Ergebnissen der Linken (3,9 Prozent West, 4,6 Prozent Ost).

Ganz klar vorne sind SPD und Grüne in Osnabrück. Sie holten zusammen mehr als die Hälfte aller Stimmen.

Zweitstimmen im Wahlkreis West / Quelle: Stadt Osnabrück
Zweitstimmen im Wahlkreis West / Quelle: Stadt Osnabrück
Zweitstimmen im Wahlkreis Ost / Quelle: Stadt Osnabrück
Zweitstimmen im Wahlkreis Ost / Quelle: Stadt Osnabrück

Geringere Wahlbeteiligung

In Niedersachsen war die Wahlbeteiligung deutlich geringer als noch 2017. Nur noch 60,3 Prozent statt 63,1 Prozent (2017) machten Gebrauch von ihrem Wahlrecht. Zum Vergleich: In NRW lag die Wahlbeteiligung mit 65,2 Prozent knapp 5 Prozentpunkte höher.

Nur 55,6 Prozent setzten im Osnabrücker Wahlkreis Ost ihr Kreuz, 62,6 im Westen der Stadt.

Diese Kandidaten vertreten Osnabrück jetzt in Hannover
Diese Kandidaten vertreten Osnabrück jetzt in Hannover

Landtag mit 146 Sitzen

Aus den Wahlergebnissen ergibt sich folgende Sitzverteilung: Die SPD hat künftig 57 Sitze (+2) im neuen niedersächsischen Parlament inne. Gewonnen hat sie ebenso viele Direktmandate. Die CDU kann 47 Sitze besetzen (-3), in 27 Wahlkreisen konnten sie ein Direktmandat erzielen. Bei den Grünen konnten nur drei Kandidaten ein Direktmandat für sich entscheiden, insgesamt haben sie künftig 24 Sitze (+12) und können damit ihre Anzahl an Sitzen verdoppeln. Die AfD besetzt 18 Plätze per Landesliste (+9).

Ob und wie die Osnabrücker Kandidatinnen und Kandidaten ihre Ideen und Wahlversprechen in Hannover umsetzen werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Hintergründe und Themen, die die fünf Osnabrückerinnen und Osnabrücker angehen wollen, hat unsere Redaktion in den vergangenen Wochen zusammengefasst. Alle erschienen Artikel rund um die Kandidierenden gibt’s hier zum Nachlesen.

Jasmin Schulte
Jasmin Schulte
Jasmin Schulte begann im März 2018 als Redakteurin für die Hasepost. Nach ihrem Studium der Germanistik und der Politikwissenschaft an der Universität Vechta absolvierte sie ein Volontariat bei der Hochschule Osnabrück. Weitere Stationen führten sie zu Tätigkeiten bei einer lokalen Werbeagentur und einem anderen Osnabrücker Verlag. Seit März 2022 ist Jasmin Schulte zurück bei der HASEPOST und leitet nun unsere Redaktion. Privat ist Jasmin Schulte als Übungsleiterin tätig, bloggt über Literatur und arbeitet an ihrem ersten eigenen Roman.

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