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Die Lebensquelle – die Seelenfänger vom Güterbahnhof?

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Mehr als ein Jahr recherchierte Marcel Trocoli Castro, der bisherige „Anchorman“ des zum Jahresende eingestellten Lokalfernsehsenders os1.tv an seinem Film über die Lebensquelle e.V., der umstrittenen Freikirche, der auch Teile des alten Güterbahnhofs gehören.

[Update 25.01.2016] Von Seiten der Lebensquelle e.V. gibt es inzwischen eine detaillierte Stellungnahme zum Film von Marcel Trocoli Castro, die hier online verfügbar ist.

 


Wir konnten bereits vor der Premiere des rund einstündigen Dokumentarfilms wesentliche Teile der Produktion sehen. Trocoli Castro zeigt nicht nur über Monate mühsam zusammengesuchtes Videomaterial aus dem Inneren der Gemeinschaft, sondern hat auch Interviews mit Aussteigern, Sektenexperten und Behördenvertretern gemacht.

Viele Gemeindemitglieder kommen aus Russland

Dabei besuchte der Journalist auch Molbergen im Landkreis Cloppenburg, wo fast 50% der Bevölkerung aus der ehemaligen Sowjetunion ausgesiedelt sind und sich nun in einer Freikirche organisiert haben. Eine Grundschullehrerin berichtet zum Beispiel über die Probleme, die sie mit Ansichten hat, die vielen vorkommen wie aus einer Welt oder einem anderen Jahrhundert. Karnevalsverkleidungen als Hexe, der Auftritt eines Zauberers in der Schule oder auch die ganz normale Sexualaufklärung in der Grundschule, all dies passt nicht ins Weltbild der Freikirchler, die sich eng von der südoldenburgischen Nachbarschaft abgrenzen und am liebsten ihre eigenen Schulen betreiben würden.

Aussteiger teils nur verdeckt vor der Kamera

Auch in Osnabrück fand Trocoli Castro Interviewpartner. Mal war es eine tiefe Lebenskrise, mal die Suche nach einem Kick, der Menschen dazu brachte Teil der Lebensquelle zu werden. Nach Erfahrungen, wie dort mit ihrer Homosexualität („Heilung“ durch das Einschmieren des Genitals mit einem Öl) oder mit der Evolutionstheorie (böse) umgegangen wurde, brachte diese Zeugen dazu auszusteigen und von ihren Erfahrungen zu berichten.
Längst nicht alle Aussteiger, die Trocoli-Castro bei seinen Recherchen traf, waren auch bereit vor der Kamera zu sprechen. Die, die es doch taten und die in seinem Film zu sehen sind, bestanden zu ihrem Schutz auf eine Verfremdung ihrer Stimmen und verpixelte oder verdeckte Aufnahmen.

Aussteigerin der Lebensquelle Osnabrück
Nur verdeckt wollte diese Aussteigerin vor der Kamera reden

Im Anschluss diskutieren Kommunalpolitiker

Wilfried Hinrichs (NOZ) wird im Anschluss an die Filmvorführung eine Podiumsdiskussion mit Lokalpolitikern leiten. Zugesagt haben Fritz Brickwedde (CDU), Frank Henning (SPD), Michael Hagedorn (Grüne), Wulf-Siegmar Mierke (UWG/Piraten), Dr. Thomas Thiele (FDP), Christopher Cheeseman und Michael Florysiak (DMD).

Antwort der Lebensquelle liegt der HASEPOST vor

Auch Vertreter der Lebensquelle e.V. wurden eingeladen. In einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, sagt die Freikirche ihre Teilnahme ab. Sie wirft dem Filmemacher polemische Berichterstattung vor und hätte den Filmbeitrag vor dem eigentlichen Premierentermin sehen wollen. Die Aussteiger, die in dem Film gezeigt werden würden nach Ansicht der Lebensquelle unter psychologischer Betreuung stehen und seien „somit alles andere als zurechnungsfähig“ .
Das Schreiben an Marcel Trocoli-Castro endet mit den Worten, dass dieser nach Ansicht der Gemeinde „
nur ein Feindbild streuen“ möchte.

Premiere: „Seelenfänger Lebensquelle“ – Dokumentarfilm über die Lebensquelle e.V.

Beginn der Vorführung: 19:30 Uhr. Einlass ab 19:00.
Der Eintritt ist frei.

Lagerhalle am Heger Tor.

Foto: Marcel Trocoli-Castro

 

 

 

Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS". Die Titelgrafik der HASEPOST trägt dieses ursprüngliche Motto weiter im Logo. Die Liebe zu Osnabrück treibt Heiko Pohlmann als Herausgeber und Autor an. Neben seiner Tätigkeit für die HASEPOST zeichnet der diplomierte Medienwissenschaftler auch für zwei mittelständische IT-Firmen als Geschäftsführer verantwortlich. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/20280-370.

 

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