Die Grünen begrüßen den Einsatz der Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz. „Wir freuen uns, dass die Fridays-For-Future-Bewegung auch in Osnabrück so stark ist. Die jungen Leute haben unseren vollen Respekt verdient. Sie riskieren viel: Strafen und schlechte Noten. Dieser Einsatz ist aller Ehren wert, denn der Klimaschutz ist schließlich die Menschheitsfrage unserer Zeit“, erklärt der Fraktionsvorsitzende, Volker Bajus.

In Osnabrück sei Klimapolitik zwar schon seit Mitte der 90er Jahre verankert und die Stadt habe sich mit dem „Masterplan 100 % Klimaschutz“ hohe Ziele gesetzt. „Aber wir müssen nüchtern feststellen, unsere tollen Ziele bringen nichts, weil wir viel zu wenig dafür tun. Der Masterplan-Beirat hat den Stadtrat erst vor kurzem wieder ermahnt“, so Bajus. Die jungen Leute hätten also völlig recht. „Insofern ist auch die Kritik aus der Jungen Union an Fridays-For-Future unverständlich. Vom CDU-Nachwuchs ist bislang kein einziger konstruktiver Vorschlag zum Klimaschutz gekommen“, stellt Bajus fest.

Vielmehr sei das Engagement eine große Chance, dem Klimaschutz in der Stadt mehr Durchschlagskraft zu geben. „Die Ratspolitik ist mehrheitlich zu zögerlich. Bei der Verkehrswende, besseren Bussen, der Bauplanung, beim Baumschutz, überall geht eigentlich mehr. Statt in Osnabrück auf mehr Erneuerbare Energien zu setzen, wurde in Kohlekraftwerke investiert. Da werden jetzt Klimaschulden produziert, die die Kinder bezahlen müssen“, kritisiert Bajus.

Aufforderung an Politik und Verwaltung

Die Grünen fordern Politik und Verwaltung auf, den Dialog mit den Klimastreikenden zu suchen. „Wir hatten bereits eine Delegation in unserer Ratsfraktion. Da ist viel kreative Kraft und neue Ideen. Darauf muss Politik eingehen. Das sind wir den jungen Leuten schuldig. Vielleicht kann der Masterplan-Beirat den Jugendlichen eine Diskussions-Plattform ermöglichen“, schlägt Bajus vor.

Zugleich sei man den engagierten Lehrerinnen und Lehrern zu Dank verpflichtet. Diese seien mit den berechtigten Zukunftsängsten der Schülerinnen und Schüler konfrontiert und fingen diese mit Projektarbeit und Aktionen auf. Insoweit seien die Schulstreiks nicht nur schulrechtlich, sondern auch pädagogisch eine enorme Herausforderung. Die Grünen appellieren an die Schulleitungen, niemanden zu bestrafen, der sich für den Klimaschutz ernsthaft einsetzt.