Deutschland & die Welt Deutschland nicht mehr Hauptziel der Asylsuchenden

Deutschland nicht mehr Hauptziel der Asylsuchenden

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Foto: Flüchtlingslager, über dts

Berlin (dts) – In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ist die Zahl der illegalen Einreisen aus der Türkei in die Europäische Union im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen: “Die Gesamtzahl der Ankünfte von der Türkei in die EU liegt 2020 bei 10.257, davon sind 9.682 Personen n Griechenland angekommen, 275 in Italien, elf in Bulgarien und 289 direkt per Boot in Zypern”, heißt es in einem neuen als vertraulich eingestuften Bericht der Europäischen Kommission zur aktuellen Entwicklung der Migration in der EU (“Migration and Refugee Situation – Situation Report”; hauptverantwortlich: Generaldirektion für Migration und innere Angelegenheiten der EU-Kommission; Anm. d. Red.), über den die “Welt am Sonntag” berichtet. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 19.812 Ankünfte, also fast doppelt so viele.

Berichtzeitraum ist 1. Januar bis 5. Juli 2020. Anfang März hatte der türkische Präsident Erdogan kurz nach der Eskalation in der nordsyrischen Provinz Idlib die Grenzen zur EU für geöffnet erklärt. Das sorgte für einen starken Flüchtlingsandrang an der türkisch-griechischen Grenze. Die Regierung in Ankara hatte im März zeitweilig behauptet, mehr als 100.000 Migranten seien nach Griechenland ausgereist. Zwischen der EU und der Türkei besteht seit März 2016 ein Abkommen, das Ankara verpflichtet, seine Grenzen gegen illegale Migration in die EU zu sichern. Wie aus dem Dokument weiter hervorgeht, ist Deutschland nicht länger das Hauptziel für Asylsuchende in der EU. Demnach verzeichnete Spanien mit 45.736 Anträgen die meisten Asylgesuche im ersten Halbjahr 2020. Es folgen Deutschland (41.158 – 24 Prozent davon waren Syrer, 9,0 Prozent Iraker, 7,7 Prozent Afghanen, 6,7 Türken, 4,6 Prozent Iraner) und Frankreich (36.817). Schlusslichter sind die baltischen Staaten Estland (25) und Lettland (66). In Italien wurden lediglich 11.324 Asylanträge gestellt, in Österreich waren es 5263 Anträge (30 Prozent Syrer, 20 Prozent Afghanen, 5,4 Prozent Marokkaner, 4,5 Prozent Iraker). Österreich liegt damit als Zielland an neunter Stelle in der EU.

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

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