Bereits mit dieser Meldung wurde ein neuer Trend verkündet: Die Anzahl der Sportbootführerscheine in Deutschland steigt. Bereits im Jahr 2016 hat die Zahl der Führerschein-Inhaber die 90.000er Hürde geknackt. Auch gibt es eine gute Nachricht zum Trend, denn die Vergehen, die zum Entzug des Führerscheins führen würden, sind überschaubar. Was aber ist nötig an Know-how und Equipment, um auf See zu gehen? Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Infos zusammen.

Titelfoto: Der Traum vom Sportboot-Ausflug kann ganz unterschiedlicher Gestalt sein. Dieses Boot dient vielen Leuten als Ausflugsboot, allerdings wird es kaum für jeden einen Schlafplatz geben.

1.)  Das passende Equipment

Je nachdem, welcher Führerschein vorliegt und welche Form des Schiffsausflugs geplant ist, muss das Equipment entsprechend darauf angepasst sein. Zur Wahl stehen bei den meisten Anbietern Motorboote, die mit oder auch ohne Führerschein fahrbar sind. Wer zum ersten Mal einen Ausflug wagt, sollte ein Komplettangebot annehmen, denn dabei ist das Motorboot mit allem ausgerüstet, was auf See nötig ist.

Erst im zweiten Schritt, können passionierte Bootfahrer nachjustieren. Die Auswahl an Zubehör ist bei großen Anbietern, wie beispielsweise bei wellenshop.de, groß und umfasst unter anderem diese Produktkategorien:

  • Anlegen: Um an Land zu gehen, sind Leinen, Bootshaken und Ankerbälle vorzusehen.
  • Ausrüstung: Darunter fallen sowohl Kompass und Paddel als auch Driftsäcke und Seesäcke.
  • Reparatur: Zudem ist es sinnvoll, ein Set an Reparaturprodukten mitzuführen.
  • Sicherheit: Hierunter fallen Sicherheitswesten für alle an Bord.

2.)  Der richtige Führerschein

Grundsätzlich ist es möglich, einige Schiffe auch ohne Führerschein zu führen. Führerscheinfrei ist das Bewegen von Booten erlaubt, die maximal 12 Stundenkilometer schnell sind. Die Verunsicherung der Kunden, ob sie ein Hausboot in Eigenregie steuern dürfen, ist meist größer als die eigentliche Herausforderung des Schifffahrens. Nach einer Einweisung von zwei bis vier Stunden darf es auf See gehen. Zudem gelten diese Voraussetzungen, um ein Schiff nach der „Charterbescheinigungsregelung“ steuern zu dürfen (vgl. charterboot.net):

  • Ausrüstung: Das Boot muss mit Rettungsmitteln ausgestattet sein.
  • Ausstattung: Fest eingebaute Schlafplätze sind eine weitere Mindestanforderung.
  • Maximalgeschwindigkeit: Das Boot darf eine maximale Geschwindigkeit von 12 Stundenkilometern nicht überschreiten.
  • Maximallänge:  Das Boot darf eine maximale Länge von 15 Metern nicht überschreiten.

Achtung: Beim Bootfahren gelten in fast jedem Land eigene Regeln. So ist beispielsweise an der Ostsee ein Sportbootführerschein-See Pflicht sowie ein Funksprechzeugnis und ein Sachkundenachweis in Pyrotechnik. In Griechenland zählt auch ein Erfahrungsnachweis.

Hausboot
Ein Hausboot zu führen, ist hingegen eine andere Herausforderung. Das Boot bewegt sich meist langsamer und ist weniger wendig als ein Sportboot. Ob ein Führerschein nötig ist, entscheiden Bootlänge und Maximalgeschwindigkeit.

Bei Booten, die nur mit Führerschein bewegt werden dürfen, wird in einen Sportbootführerschein-See und einen Sportbootführerschein-Binnen unterschieden. Der Sportbootführerschein-See ist Pflicht für Segelboot- und Motorboot-Fahrer auf Küstengewässern. Die Maximallänge des Boots liegt bei 15 Metern. Der Sportbootführerschein-Binnen ist für das Fahren auf Binnenwasserstraßen Pflicht. Ab 16 Jahren ist es möglich, den Führerschein zu erwerben. Boote dürfen dann (mit Ausnahme des Rheins) mit über 15 PS gesteuert werden.

3.)  Der richtige Start

Mit dem verbalen Startschuss „Leinen los!“ geht es zwar auf See, doch ist das längst nicht die erste Amtshandlung auf dem Wasser. Vorab muss ein detaillierter Check erfolgen, der in diesen Punkten zusammengefasst werden kann:

  • Beladung und Verladung: Um ein Kentern oder Sinken des Boots zu verhindern, ist es wichtig, die maximale Beladungsgrenze des Boots zu kennen und einzuhalten. Nicht weniger wichtig ist die Ladungssicherung an Bord. Dazu gehört auch das sichere Verstauen von Reserve- und Treibstoffkanistern sowie Gasflaschen. Ausreichend Treibstoff an Bord ist Pflicht!
  • Bootscheck: Ein detaillierter Bootscheck ist vor dem Ablegen zwingend erforderlich. Dabei wird sowohl das technische Equipment auf seine Funktionsfähigkeit geprüft als auch die Sicherheitsausrüstung. Eine Rettungsweste ist dabei nur ein sicherheitsrelevantes Ausrüstungsteil. Ebenfalls ein wichtiger Sicherheitshinweis ist, dass die zweckgebundene Ausstattung durchaus genutzt werden soll. Ein Beispiel: Gesessen wird auf den dafür ausgewiesenen Plätzen und nicht etwa an den Bordwänden, am Heck oder im Motorraum.
  • Gefahrenstelle Feuer: Vor allem beim Kochen ist Vorsicht geboten. Offenes Feuer ist zu meiden, bei Kochanlagen mit Spiritus oder Gas ist höchste Vorsicht geboten, um die Gefahr einer Explosion zu verringern.
  • Information: Ein Bootsausflug ist niemals ein heimlicher Ausflug: Die Hafenbehörde muss davon ebenso in Kenntnis gesetzt werden wie etwa Angehörige und Bekannte. Zudem gilt auf See, dass alle hier ein Recht haben, ihrem Hobby nachzugehen. Die Rücksichtnahme auf Wassersportler ist in diesem Zusammenhang enorm wichtig.
  • Sicherheitswächter: Der Sicherheitsoffizier an Bord ist der Führer. Er ist für die Sicherheit verantwortlich. Er kennt die Verkehrsvorschriften und sorgt für deren Einhaltung.
  • Wetterbericht: Vor jedem Start, auch wenn dieser noch so akribisch geplant wurde, entscheidet letztlich der Wetterbericht, ob es möglich ist, auf See zu gehen. Zudem gilt: Das Boot muss für den ausgewählten Seeweg tauglich sein. Ein nur unzureichend mit Motorpower ausgestattetes Boot wird bei Strömung und Seegang schnell unbeherrschbar.