Deutsche Schulen erhalten schlechte Noten, Lehrermangel größtes Problem

Zu Beginn der Sommerferien 2024 ist das Vertrauen der Deutschen in die Leistungsfähigkeit der Schulen gering, laut einer Yougov-Umfrage für die “Welt am Sonntag”. Gefragt wurde auch nach Missständen in den Schulen, wie Lehrermangel und mangelnde Qualität des Unterrichts.

Deutsche Schulen erhalten “Drei minus”

Im zeitlichen Kontext der Sommerferien haben Meinungsforscher die Einstellung der Deutschen zu ihren Schulen gemessen. It zufolge jeder Fünfte ihnen die Noten ‘mangelhaft’ (15 Prozent) bzw. ‘ungenügend’ (fünf Prozent) zu. Nur vier Prozent bewerten die Schulen als ‘sehr gut’ und 14 Prozent als ‘gut’. Ein Drittel plädiert für eine Drei und neun Prozent sind unentschieden. Ergebnis: Die deutschen Schulen bekommen im Durchschnitt eine 3,47 – laut der Yougov-Umfrage knapp befriedigend.

Missstände in den Schulen

Ludger Wößmann, Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, betrachtet das eher mäßige Urteil als Alarmsignal: “Eine gute Bildung der nächsten Generation ist die Grundlage unseres zukünftigen Wohlstandes. Wenn die Bevölkerung die Schulen dermaßen schlecht einschätzt, ist das ein Alarmsignal. Bessere Schulen müssen in der Politik endlich oberste Priorität haben.”

Reaktionen auf die Umfrage

Auch Susanne Lin-Klitzing, die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, zeigt sich unzufrieden mit dem Ergebnis: “Eine schwache Drei kann nicht der Anspruch unserer Bildungspolitik sein.” Sie fordert, den Lehrerberuf attraktiver zu machen und fordert für Referendare eine angemessene Bezahlung. Sie betont: “Die Bildungsrepublik und der Wirtschaftsstandort Deutschland können sich ein mittelmäßiges Niveau einfach nicht leisten.”

Maßnahmen der Kultusministerkonferenz

Die Kultusministerkonferenz (KMK), hat Maßnahmen beschlossen, um den Mangel an Lehrkräften zu bekämpfen. Angehende Lehrer sollen besser bezahlt werden und mehr Möglichkeiten für den Berufseinstieg bekommen. Die aktuelle KMK-Präsidentin und saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) ist optimistisch: “Diese Maßnahmen werden einen substanziellen Beitrag zur Überwindung des Lehrkräftemangels leisten und gleichzeitig die Qualität der Aus- und Weiterbildung positiv verändern. Wir müssen mehr junge Menschen dafür begeistern, diesen tollen Beruf für sich zu wählen. Wir müssen zudem flexibler und durchlässiger werden.”


Liebe Leserin und lieber Leser, an dieser Stelle zeigen wir Ihnen künftig regelmäßig unsere eigene Kommentarfunktion an. Sie wird zukünftig die Kommentarfunktion auf Facebook ersetzen und ermöglicht es auch Leserinnen und Lesern, die Facebook nicht nutzen, aktiv zu kommentieren. FÜr die Nutzung setzen wir ein Login mit einem Google-Account voraus.

Diese Kommentarfunktion befindet sich derzeit noch im Testbetrieb. Wir bitten um Verständnis, wenn zu Beginn noch nicht alles so läuft, wie es sollte.

 
mit Material von dts Nachrichtenagentur
mit Material von dts Nachrichtenagentur
Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion