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Deutsche Börse stellt Handel mit Cannabis-Aktien ein

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Foto: Cannabis, über dts

Frankfurt/Main (dts) – Die boomende Cannabis-Branche erlebt in Europa einen empfindlichen Dämpfer. Wie die Deutsche Börse dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe) bestätigte, wird ihre Tochter Clearstream Aktien von Unternehmen, die Cannabis produzieren, ab Ende September vom Handel aussetzen. Grund sei eine neue Vorgabe aus Luxemburg.


Die dortige Börsenaufsicht Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) habe entschieden, den Handel mit Cannabis-Aktien als illegal anzusehen und deshalb einzustellen. „Ausländische Werte, die bei der deutschen Clearstream liegen, werden von der Clearstream in Luxemburg verwahrt“, erklärt Christina Hudelmayer, Sprecherin der Deutschen Börse. Deshalb seien deren Entscheidungen maßgeblich. „Wenn der zuständige Regulator das so vorgibt, haben wir als Deutsche Börse keinen Entscheidungsspielraum.“ Das Aus für den Handel mit Cannabis-Aktien kommt nun schnell. Es sei seitens Clearstream nicht mehr möglich, für Wertpapiere von Emittenten, deren Hauptgeschäftszweck die Produktion oder Finanzierung von Cannabis ist, eine Abwicklungserklärung zu erteilen, heißt es von der Deutschen Börse. „Die Deutsche Börse AG wird daher den Handel in diesen Wertpapieren mit Ablauf des 24. September 2018 einstellen.“ Betroffen sind zunächst 145 Unternehmen, darunter Aphria, das Cannabis ausschließlich für medizinische Zwecke produziert. Hendrik Knopp, Geschäftsführer von Aphria Deutschland, kritisiert gegenüber dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe) die Entscheidung aus Luxemburg als „nicht nachvollziehbar“. Der Deutsche Hanfverband (DHV) berichtet von Anrufen verunsicherter Anleger. „Es ist jetzt eine gewisse Angst da“, sagt Florian Rister, stellvertretender DHV-Geschäftsführer. Auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz befürchtet negative Auswirkungen. „Die Verbraucher sind in der Regel auf das angewiesen, was ihnen ihre hiesige Bank anbietet. Wenn diese Banken bei Cannabis-Aktien jetzt abwinken, dann stellt das die Kunden vor große Probleme.“

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.


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