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Sonntag, Dezember 15, 2019


Aktuell Der Limberg – von der Kaserne zum Park

Der Limberg – von der Kaserne zum Park

Umgestaltung soll 34 Millionen Euro kosten.

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Nichts bleibt wie es war – aus einem Kasernengelände, über dem der Geist des vergangenen Jahrhunderts weht, wird ein moderner Park mit Platz für Gewerbe, Freizeit und Sport. Doch wie das so ist bei jeder guten Sanierung: Bevor es wieder richtig schön wird, kommt der Abriss und am Limberg haben Bagger und Abrissbirne ab Oktober einiges zu tun.

Mit 70 Hektar Fläche sind die ehemaligen „Mercer and Imphal Barracks“ im Stadtteil Dodesheide die größte ehemalige Kaserne der britischen Streitkräfte in Osnabrück, sie ist fast so groß wie alle anderen Osnabrücker Kasernen zusammen. Anfangs teilte ein Zaun das Gelände in zwei Areale, daher wurde das Gebiet auch als Doppelkaserne bezeichnet. Am Limberg waren vor allem Logistikeinheiten untergebracht. Das Ende kam am 26. März 2009: Im strömenden Regen holten zwei Unteroffiziere vor der Wache zum letzten Mal die Flagge ein, dann marschierten die letzten zehn Soldaten aus.


Abriss und Neugestaltung

Von der militärischen Vergangenheit wird bald kaum noch etwas zu sehen sein: Es bleiben nur wenige Gebäude stehen. Das Gelände am Limberg ist grün und hat in Teilen den Charakter eines Parks. In Zukunft sollen sich die Menschen dort neben der gewerblichen Nutzung auch erholen können und ihre Freizeit verbringen. Die Mannschaftsunterkünfte aus dem Jahr 1952 werden abgerissen, sie entsprechen nicht mehr heutigen Ansprüchen. Gleiches gilt für Werkstätten sowie für die technischen Gebäude und Garagen aus den 1970er- und 1980er- Jahren; bei einigen rechnen die Experten damit, dass sie mit Schadstoffen verunreinigt sind. Auch die Exerzierplätze, die Straßen und Leitungen verschwinden. Erst dann kann die eigentliche Erschließung beginnen. Als erstes werden die beiden Exerzierplätze entsiegelt.

Im Zentrum des Kasernenareals errichteten die Briten in ihren letzten Jahren in Osnabrück eine Sanitätsstation, eine moderne Mannschaftsküche mit Speisesaal sowie eine neue Sporthalle. Diese Gebäude bleiben erhalten. Nicht abgerissen werden zudem Gebäude mit Verwaltungs-, Lehr- und Übungsräumen der Feuerwehr, eine zweite Kindertagesstätte, ein Komplex, den die Berufsbildenden Schulen des Landkreises Osnabrück in Osnabrück-Haste nutzen sowie eine ältere Sporthalle. Zudem bleiben die auf dem Gelände derzeit vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte vorerst noch erhalten. Darüber hinaus gibt es drei großzügige Sportplatzareale, von denen zwei ebenfalls erhalten bleiben sollen. Bereits jetzt gibt es Zwischennutzungen der neuen Sporthalle und des Kunstrasenplatzes.

Probleme mit Blindgängern befürchtet

Die Abbruchphase wird voraussichtlich bis Ende 2021 dauern. Eine Anlaufstelle ist das zukünftige Baubüro im ehemaligen Einkaufsmarkt der Britischen Streitkräfte und ihrer Familien im Eingangsbereich der Kaserne. Während der Abbruchzeit müssen die Stadt und die beteiligten Firmen einiges beachten und auf manche Überraschung gefasst sein: Nicht alles ist in den vergangenen 80 Jahren akribisch aufgezeichnet worden. Das Gelände kann mit Kampfmitteln belastet sein, z.B. können die Arbeiter bei den Bauarbeiten auf Reste von Schießübungen stoßen und es wird nie aus den Augen gelassen, ob nicht doch ein Blindgänger in der Erde liegt. Planungen sehen einen Beginn der Erschließungsphase ab Anfang 2022 vor Ab Ende 2023 soll die Vermarktung gewerblicher Grundstücke erfolgen. Interessenten können sich bei der Wirtschaftsförderung Osnabrück GmbH (WFO) melden. Die Stadt und die OBG (Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungs GmbH) als Grundstückseigentümer und die ESOS (Energieservice Osnabrück GmbH) als beauftragter Projektsteuerer arbeiten gemeinsam an dem Projekt.

70 Hektar werden umgestaltet

Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen nach der bisherigen Kalkulation bei rund 34 Millionen Euro, teilweise werden die Kosten mit Städtebauförderungsmitteln aus dem Programm Stadtumbau West finanziert. Das rund 70 Hektar große Gelände teilt sich in Zukunft auf in etwa 25,7 Hektar Gewerbefläche, davon 18,8 im Norden und 6,9 im Süden. Etwa 44,4 Hektar sind öffentlich und teilen sich auf in Straßen, Grünflächen, Sport, Wald und Gebäude- und Freiflächen.

PM
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