Aktuell Das Rathaus in Osnabrück ist jetzt "Kulturerbe"

Das Rathaus in Osnabrück ist jetzt “Kulturerbe”

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Als “Stätten des Westfälischen Friedens” wurden die Rathäuser von Osnabrück und Münster mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. HASEPOST berichtete bereits.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert nahm mit seinem Amtskollegen aus Münster, Markus Lewe, die Auszeichnung der Europäischen Kommission in Brüssel in einer feierlichen Zeremonie entgegen.

Wiege der europäischen Staatengemeinschaft stand in Osnabrück

Mit dem Siegel werden Orte ausgezeichnet, die eine bedeutende Rolle in der Geschichte Europas gespielt haben. Die ersten Grundlagen für eine europäische Staatengemeinschaft, da sind sich die Historiker einig, wurde mit dem in den Rathäusern von Osnabrück und Münster auf dem Verhandlungswege geschlossenen Westfälischen Frieden von 1648 gelegt.
kulturerbesiegel1Dieser beendete den Dreißigjährigen Krieg. Die in dieser Geburtsstunde der modernen Diplomatie ausgehandelten Friedensverträge sind bis heute von großer Bedeutung. Zudem wurde in Osnabrück eine besondere, deutschlandweit einmalige, Errungenschaft vereinbart. Mit der alternativen Sukzession schrieb Osnabrück Toleranzgeschichte, denn sie bestimmte eine abwechselnde Amtsfolge von evangelischen und katholischen Fürstbischöfen, die bis 1803 bestand hatte.

Osnabrück und Münster richteten in ihren Rathäusern jeweils eine Gemäldegalerie mit den Porträts der an den Friedensverhandlungen beteiligten Staatsoberhäupter und Gesandten ein. Heute bildet das Rathaus mit dem Friedenssaal das symbolische und historische Zentrum des Westfälischen Friedens in der Stadt, das jährlich ca. 75.000 Besucher, darunter viele jungen Menschen, aus aller Welt zählt. „Für die Friedensstadt Osnabrück ist das historisches Erbe auch zukünftig Verpflichtung, sich für eine Kultur des Friedens, des Dialogs, Ausgleichs und für friedliche Konfliktlösungen einzusetzen“, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, den Stadträtin Rita Maria Rzyski und Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereichs Kultur, begleiten.

Städtebotschafter sind bundesweit einmalig

kulturerbesiegel2Die Europäische Kommission legte bei ihrer Entscheidung aber nicht nur Wert auf das historische Erbe. Positiv beurteilt wurde auch, dass die Unterstützung des europäischen Einigungsprozesses eine besondere Rolle spielt und vor allem das Bewusstsein junger Menschen für eine europäische Identität gestärkt wird. Herausragendes Beispiel für die diesbezüglichen Aktivitäten Osnabrücks ist das bundesweit einmalige Konzept der Städtebotschafter aus den europäischen Partnerstädten. Zu nennen sind aber auch kulturelle Aktivitäten wie das European Media Art Festival oder die Mitgliedschaften Osnabrücks in grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen wie der Euregio. Die Kommission würdigte zudem die gemeinsamen Aktivitäten der beiden Städte Osnabrück und Münster wie das Tourismuspaket „Frieden verbindet“ oder der „Friedensradweg“.

Siegel wird am 15. Mai am Rathaus angebracht

In Osnabrück und Münster wird die Auszeichnung am 15. Mai gefeiert. In Osnabrück wird während eines Festaktes das Siegel feierlich am Rathaus angebracht. Neben zahlreichen Gästen aus Münster werden auch die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters und die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic, an der Feier teilnehmen. Am Nachmittag bietet ab 15.30 Uhr ein buntes Programm auf der Maiwochen-Bühne vor dem Rathaus Informationen und Musik rund um das Thema Kulturerbe-Siegel.

Ende 2013 hatte die deutsche Kultusministerkonferenz die gemeinsame Bewerbung der Städte Osnabrück und Münster neben dem Hambacher Schloss auf die nationale Vorschlagsliste für das Europäische Kulturerbe-Siegel gesetzt. Eine Experten-Jury wählte aus den 36 Nominierungen aus 18 Mitgliedsstaaten 16 Stätten aus zehn europäischen Ländern aus und empfahl sie für das Siegel.

PM/Fotos: Stadt Osnabrück

 


PM
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