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Corona Bildungs- und Unterstützungsfonds soll Osnabrücker Kindern und Jugendlichen nach Corona helfen

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Thorsten Jansing (Jugendhilferplaner), Ute Tromp (Fachdienstleiterin Bildung ), Wolfgang Beckermann (Erster Stadtrat) und Michael Prior (Bohnenkamp-Stiftung) (v.l.n.r.) präsentieren den Corona Bildungs- und Unterstützungsfonds für Kinder und Jugendliche. / Foto: Brockfeld

Die vergangenen 1,5 Jahre waren für Kinder und Jugendliche besonders hart: Schule, Freizeitangebote und Treffen mit Freunden vielen weitgehend aus. Um die Folgen des Dauerlockdowns zu kompensieren, richtet die Stadt Osnabrück einen Corona Bildungs- und Unterstützungsfonds ein. Jetzt können Fördermittel beantragt werden!

Das ganze Ausmaß der Schäden, die die Covid-19-Pandemie bei Kindern und Jugendlichen verursacht hat, lässt sich nur schwer abschätzen. Doch erste Studien zeigen, dass das Coronavirus und die Eindämmungsmaßnahmen bei der jungen Generation zu Ängsten, psychischen Erkrankungen und einer deutlich verminderten Lebensqualität führten. Besonders die durch die monatelangen Schulschließungen verursachten Lernrückstände bereiten Experten Sorgen. Am 20. April 2021 stellte der Stadtrat daher 500.000 Euro für einen „Corona Bildungs- und Unterstützungsfonds“ bereit. Weitere Mittel kommen vom Bund und vom Land Niedersachsen sowie vom „Netzwerk Bildung“, zu dem sich mehrere Regionale Stiftungen zusammengeschlossen haben.

Unterstützung aus der Wissenschaft

Zur Zeit lässt die Stadt noch von Wissenschaftlern der Universität Osnabrück prüfen, wie das Geld am besten zum Wohl des Nachwuchses einsetzbar ist. Unter dem Motto „Muntermacher“ konnten die Kinder und Jugendlichen angeben, was sie während des Lockdowns am meisten vermissten und welche Unterstützung sie sich jetzt wünschen. Hunderte junge Menschen nahmen an der Befragung teil. Auch wenn das Geld noch nicht vollständig verplant ist, gibt es für die kommenden Monate schon Angebote, die Schülerinnen und Schülern zum Beispiel in den Sommerferien Nachhilfestunden ermöglichen. „Bei dem Förderprogramm geht es um zwei Dinge: Wir wollen den kognitiven und den psychosozialen Folgen der Pandemie begegnen,“ erklärt Ute Tromp, Leiterin des Fachdienstes Bildung der Stadt Osnabrück. „Die kognitiven Folgen sind zum Beispiel durch Unterrichtsausfall verursachte Lernrückstände, bei den psychosozialen Folgen geht es vor allem um das Wohlbefinden der jungen Menschen.“

Besonders Betroffenen helfen

Förderfähig sind Projekte und Maßnahmen, die unmittelbar dazu beitragen, dass die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche in den Bereichen emotionale Entwicklung, soziales Miteinander und Lernförderung abgemildert werden. Das können zum Beispiel Angebote sein, die die Sprachentwicklung fördern oder im Bereich Sport, Freizeit und kulturellem Miteinander angesiedelt sind. Da der Fonds erst seit April existiert und rasch helfen soll, werden die Mittel vor allem an bereits existierende Einrichtungen verteilt. Die geförderten Schulen und Einrichtungen sollen sich dann selbst an den Nachwuchs wenden. „Wir wollen in erster Linie Kinder und Jugendliche erreichen, die besonders unter den Folgen der Pandemie gelitten haben. Das sind vor allem sozial schwache Menschen die in beengten Verhältnissen leben. Die erreichen wir nur schlecht über soziale Medien oder unsere Homepage, statdessen kontaktieren wir sie über ihre privaten Netzwerke z.B. in der Schule oder in der Jugendhilfe. Außerdem wollen wir in einigen Stadtteilen Flyer verteilen,“ erklärt Ute Tromp.

Geld von zivilgesellschaftlichen Stiftungen

Das Bildungsnetzwerk Osnabrück, in dem sich unter anderem die „Bürgerstiftung Osnabrück“, die „Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung“ und die „Stiftung der Sparkasse Osnabrück“ zusammengetan haben, unterstützt den Fonds finanziell: „Unser regionales Stiftungsnetzwerk unterstützt bei dieser wichtigen und unmittelbaren Bildungsinitiative, den Osnabrücker Kindern und Jugendlichen nach Zeiten maximaler Begrenzung wieder etwas neuen Schwung zu verleihen, gerne. Als zivilgesellschaftliche Akteure wollen wir dadurch Perspektiven aus der Krise aufzeigen und den Zusammenhalt stärken„, sagt Michael Prior, Vorstandssprecher der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung. Der Erste Stadtrat Wolfgang Beckermann freut sich über das Engagment des Netzwerkes: „Wir möchten Kindern und Jugendlichen insbesondere nach den herausfordernden Lockdown-Monaten unbürokratisch zusätzliche Angebote ermöglichen. Ich freue mich sehr, dass das Netzwerk Bildung – Stiftungen für die Region Osnabrück uns dabei unterstützt“.

Bisher wurden knapp 30 Maßnahmen und Projekte geplant, die in den Sommerferien bzw. mit Beginn des neuen Schuljahres Wirklichkeit werden sollen. Vom 15. Juli bis 15. September 2021 können Anträge für weitere Angebote unter www.osnabrueck.de/corona-fonds gestellt werden. Ansprechpartner für alle Fragen der Abwicklung der Projektförderung ist der Fachdienst Bildung der Stadt Osnabrück, E-Mail bildung@osnabrueck.de.

 



Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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