Aktuell 🎧Christian Wulff eröffnet neue Löwenanlage im Zoo Osnabrück

Christian Wulff eröffnet neue Löwenanlage im Zoo Osnabrück

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Zusammen mit Fritz Brickwedde (Präsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V. und Vorsitzender Löwen für Löwen e.V.), Diana Coppenrath (Vizepräsidentin der Zoogesellschaft Osnabrück e.V.) und Wolfgang Griesert (Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück) (v.l.n.r.) eröffnete Christian Wulff die neue Löwenanlage. / Foto: Brockfeld

Am Donnerstag (8. Juli) empfing der Zoo Osnabrück hohen Besuch: Bundespräsident a.D. Christian Wulff weihte feierlich die neue Löwenanlange „Mapungubwe“ ein. Die mächtigen Raubkatzen können sich über ein deutlich vergrößertes Gehege freuen. 

Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist die Erweiterung der Löwenanlage abgeschlossen und Christain Wulff durfte feierlich das rote Band durchschneiden. Der ehemalige Bundespräsident ist Gründungsmitglied des Vereins „Löwen für Löwen“, der fast 500.000 Euro Spenden für die neue Anlage sammeln konnte. „Es ist vollbracht: Unser Löwenrudel hat ein größeres und schöneres Zuhause, sodass nun auch wieder Nachwuchs möglich wäre,“ sagt der Vereinsvorsitzende Dr. E.h. Fritz Brickwedde. Und einen großen Anteil daran hat unser Verein, der insgesamt fast 500.000 Euro gesammelt hat. Mit Open-Air-Kino, Löwenmahlzeit oder Auktionen sowie vielen Spendenaktionen haben wir das gemeinsam geschafft. Vielen Dank an alle großen und kleinen Löwenfans“!

Christian Wulff hielt bei der Eröffnungsfeier eine Rede. / Foto: Brockfeld

Respekt vor der Natur lernen

Nach der feierlichen Eröffnung hielt der ehemalige Bundespräsident vor etwa 80 Gästen und Pressevertretern eine Ansprache: „Ich begleite den Zoo schon seit einiger Zeit, als Osnabrücker, als Vater, als Politiker und ich bin immer wieder begeistert, dass dieser Ort durch die vielen Umbaumaßnahmen immer schöner wird und dass der Zoo dies auch noch mit sehr viel Eigenverantwortung schafft. Auch die Corona-Zeit hat der Zoo mit viel Kreativität und Elan gemeistert.“ Für Wulff sind Zoos gerade in unserer Zeit wichtig: „Im Zoo können wir Tieren in die Augen schauen und begreifen, dass der Mensch eine Verantwortung für seine Mitgeschöpfe trägt. Kinder können ihren Blick auf die Welt erweitern und es waren unsere Kinder, die unseren Blick für den Umweltschutz erweitert haben. Es bleibt ein wichtiges Anliegen, Tiere den Menschen näher zu bringen. Ignoranz für Tiere und die Umwelt hat auch zu Covid-19 geführt, das Virus ist eine Zoonose, unsere Gesellschaft braucht wieder mehr Respekt vor der Natur.

Die Löwen nahmen den hohen Besuch mit Gelassenheit. / Foto: Brockfeld

Fußbodenheizung für Löwen

Nakuru, Shaba, Kipangi, Mahiri und Amani haben sich schnell an ihre neue Anlage gewöhnt und genießen den neu gewonnenen Platz auf der 2.000 Quadratmeter großen Außenfläche. „Die Löwen sind trotz ihrer Stärke bei Veränderungen sehr vorsichtig. Aber inzwischen gefällt ihnen insbesondere die neue Außenanlage sehr gut, da diese weniger Gefälle hat und mehr Komfortplätze mit Schatten und Sand anbietet. Gerade der betagte Nakuru liegt gerne im Sand“, erzählt Tierpflegerin und Revierleiterin Kerstin Seifert. Die Durchgänge zwischen neuer und alter Außenanlage seien den Großkatzen aber noch nicht geheuer. „Inzwischen haben sie sich schon ein wenig mehr daran gewöhnt, aber sie liegen in ihrem neuen alten Bereich immer noch gerne eng beieinander – falls doch etwas passieren sollte“. Der Ausbau des Geheges war dringend notwendig. Die alte Anlage war nur für drei Löwen konzipiert, laut einem Säugetiergutachten hatten die mächtigen Raubtiere zu wenig Platz. Das neue Gehege wäre auch groß genug für künftigen Löwennachwuchs, allerdings ist das aktuelle Rudel dafür zu alt. Damit sich die Löwen in ihrem erweiterten Areal wohlführen, gibt es auf der neuen Anlage eine Höhle mit Fußbodenheizung und Wärmestrahlern für kühleres Wetter, verschiedene Untergründe wie Sand und Gras oder auch einen Bachlauf, in dem sich die Tiere an heißen Tagen die Pfoten etwas abkühlen können.

Blick vom Höhenpfad auf die vergrößerte Löwenanlage. / Foto: Brockfeld

Herausfordernde Bauarbeiten

Auch für die Zoobesucher hat die 3 Millionen Euro teure Anlage ihre Vorteile. Sie können die Löwen nicht mehr nur durch die Scheibe, sondern auch von einem 127 Meter langen Höhenpfad beobachten. Von dort können auch andere Tiere des Afrika-Areals wie Strauße, Giraffen und Antilopen gesehen werden. Eine besondere Herausforderung beim Bau war die Tatsache, dass die Löwen vor Ort blieben, berichtet Thorsten Vaupel, technischer Leiter im Zoo Osnabrück: „Wir haben um die fünf Tiere herum gebaut und mussten die Schritte gut vorausplanen. Zunächst wurden der neue Außenbereich sowie der Anbau des Stalls errichtet. Als die Löwen dieses Areal nutzen konnten, überarbeiteten die Handwerker die alte Außenanlage und den alten Innenbereich.“ Vaupel prüfte auch, ob alle Materialen, wie Schieber, Riegel und Zäune „löwensicher“ sind. Die Notwendigkeit der Vorsichtsmaßnahmen zeigte sich erst im Februar: Eine Tierpflegerin übersah einen offenen Schieber und wurde von einem Löwen attackiert. Die Frau wurde am Rücken verletzt und verbrachte mehrere Tage im Krankenhaus.

 

Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.
 

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