Chris Cheeseman, langjähriges Mitglied des Rates der Stadt Osnabrück und bis zu seinem Austritt vor 8 Monaten für DIE LINKE. tätig, wird am 11.09. auch für den neuen Rat kandidieren, das erklärte das Ratsmitglied heute gegenüber der Presse.
Als Parteiloser wurde er bei der Aufstellungsversammlung von den Piraten Osnabrück für den Wahlbereich 1 gesetzt.

Ralf ter Veer, Pirat im derzeitigen Rat, äußerte sich erfreut und sprach davon, dass er Cheeseman gerne im neuen Rat sehen würde: „Er würde den Piraten mehr Profil verleihen, gerade bei sozialen Themen.“

AfD motivierte nochmals anzutreten

Cheeseman selbst sprach davon, dass der Entschluss zur erneuten Kandidatur durch den Wahlantritt der AfD begünstigt wurde. „Die derzeitige gesellschaftliche Debatte wird wahrscheinlich dafür sorgen, dass die AfD in den Stadtrat einzieht. Nimmt man dazu, dass die Stadtverwaltung ohne Not (!) der AfD Räumlichkeiten überlässt, ist zu befürchten dass das Tabu einer Zusammenarbeit anderer Parteien mit dieser rassistischen, sexistischen und homophoben Vereinigung nicht lange hält. Also braucht Osnabrück eine entschlossene Opposition gegen die AfD, nicht nur in der Öffentlichkeit, auch im Stadtrat.“

Cheeseman sieht mit Piraten einen gemeinsamen Ansatz

Die Piraten, so das Ratsmitglied stünden auch für viele weitere, gemeinsame Positionen: z.B. das bedingungslose Grundeinkommen („sollte geprüft werden, ob dazu in Osnabrück ein Modellversuch stattfinden kann“), weitergehende Demokratisierung („Ausbau der Mitbestimmung und Beteiligung“), mehr Transparenz bei Verwaltungsvorgängen („Abbau nichtöffentlicher Sitzungsinhalte“) und die Förderungen von Verkehrsarten im Verhältnis zum motorisierten Individualverkehr („Erhöhung des Modal Split“).

Von den weiteren Parteien, die wahrscheinlich im neuen Rat sein würden, erwartet Cheeseman weder die Impulse einer konstruktiven Opposition, noch einen entschlossenen Auftritt gegen die AfD – „auch von der Linkspartei nicht“, so der Parteilose weiter.

Der Kandidat setzt weiterhin darauf, dass er Ansprechpartner und Multiplikator für soziale, kulturelle, ökologische, antifaschistische und feministische Initiativen und ihre Inhalte sein könne. „Es verbindet mich eben auch mit den Piraten, dass außerparlamentarisches mindestens genauso wichtig ist wie das, was in den Ratsgremien stattfindet.“