# CDU-Politiker Kiesewetter wirft Trump Unterhöhlung der UN vor Datum: 22.01.2026 14:51 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://www.hasepost.de/cdu-politiker-kiesewetter-wirft-trump-unterhoehlung-der-un-vor-679300/ --- Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat den von US-Präsident Donald Trump initiierten sogenannten „Friedensrat“ scharf kritisiert und vor einer weiteren Schwächung der Vereinten Nationen gewarnt. In einem Interview mit dem TV-Sender „Welt“ warf er Trump vor, die regelbasierte internationale Ordnung zu unterhöhlen und das „Recht des Stärkeren“ zu fördern. Zugleich rief er Europa dazu auf, sich stärker um eigene Sicherheit, Wirtschaft und Einigkeit zu kümmern. ## Kritik an Trumps „Friedensrat“ Roderich Kiesewetter (CDU) sprach von einer massiven Schwächung der Vereinten Nationen durch den von Trump ins Leben gerufenen „Friedensrat“. „Wir sind Zeitzeugen einer Unterhöhlung der Vereinten Nationen, einer Diskreditierung der Vereinten Nationen“, sagte er dem TV-Sender „Welt“ am Donnerstag. Zu den beteiligten Staaten äußerte er sich mit Blick auf deren innenpolitische Verhältnisse. „Da wird etwas aufgebaut mit Staaten, die einen fragwürdigen Umgang innenpolitisch haben, insbesondere mit Minderheiten, mit Menschenrechten, wenn ich jetzt an Belarus denke oder an Aserbaidschan“, sagte er dem Sender „Welt“. „Wir sind auch Zeitzeugen davon, wie Trump die regelbasierte Ordnung aushöhlt, wie er das Recht des Stärkeren oder nach seinem eigenen Gusto die Welt formt. Es ist bitter. Und so grotesk sich das Ganze hier anmutet: Der Führer der westlichen Welt ist es nicht mehr“, fügte er gegenüber „Welt“ hinzu. ### Rolle der EU und der Vereinten Nationen Mit Blick auf die Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beim Weltwirtschaftsforum in Davos forderte Kiesewetter eine stärkere Fokussierung Europas auf eigene Belange. Man müsse sich um die eigene Sicherheit, eigene Wirtschaft und die europäische Einigkeit kümmern, sagte er „Welt“. „Sonst werden wir zerrieben.“ Zur Lage der Vereinten Nationen erklärte Kiesewetter, die UN sei zwar „in Teilen gelähmt“, doch sei eine schwache UN von Trump gewollt gewesen. „Wir haben ja den Weltsicherheitsrat, der gelähmt ist. Das ist zutreffend“, sagte er „Welt“. Gleichzeitig kritisierte er die geplante Beteiligung Russlands und Weißrusslands an dem „Friedensrat“. Trump lade jedoch auch Russland und Weißrussland in seinen „Friedensrat“ ein, bemängelte Kiesewetter gegenüber „Welt“. „Und das sind Länder, die massiv die Ukraine bedrängen, das Existenzrecht der Ukraine negieren und diesen Staat einverleiben wollen.“ ### Vorwurf systematischer Schwächung internationaler Strukturen Kiesewetter warf Trump vor, die Vereinten Nationen über einen längeren Zeitraum gezielt geschwächt zu haben. Trump habe die Vereinten Nationen „über Jahre systematisch mit eingestellten Zahlungen und Austritten aus Dutzenden internationalen Organisationen, die mit den Vereinten Nationen kooperieren, geschwächt“, erklärte er gegenüber „Welt“. Auch die US-Entwicklungspolitik sei davon betroffen gewesen. „Er hat selbst eine eigene US-Entwicklungsorganisation, USAID, geradezu aufgelöst“, so Kiesewetter in „Welt“. „Das heißt, er baut ein Konkurrenzunternehmen auf, zumindest eines, das den Eindruck vermittelt, dass den Vereinten Nationen nicht zu trauen ist.“ Vor diesem Hintergrund forderte Kiesewetter ein stärkeres Engagement Europas für kleinere Staaten. „Nun sei es an der EU und auch an Deutschland, den kleineren Ländern Halt zu geben“, sagte er „Welt“. „Worauf sollen sich schwächere Länder verlassen? Gerade schwächere Staaten brauchen Regeln und nicht das Recht des Stärkeren“, erklärte er dem Sender. „Und das müssen wir uns zugestehen, dass wir hier auch Sprachrohr sein müssen als Europäer für Staaten, die Berechenbarkeit wollen und nicht sich an die Unberechenbarkeit dieses Trumps anpassen“, sagte Kiesewetter „Welt“. Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, 22. Januar 2026 14:51. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück