# Bundesweiter Aktionstag: Landesverband Glücksspielfrei setzt ein Zeichen gegen Glücksspielsucht Datum: 29.09.2025 07:00 Kategorie: Aktuell URL: https://www.hasepost.de/bundesweiter-aktionstag-landesverband-gluecksspielfrei-setzt-ein-zeichen-gegen-gluecksspielsucht-637251/ --- Am 24. September war bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht. Am selben Tag zelebrierte der Landesverband Glücksspielfrei e.V. im Osnabrücker Rathaus seine Gründung. Der Verband besteht seit 2021 als Bundesverband, und möchte jetzt mit der Gründung des Landesverbandes weiter ein Zeichen gegen Glücksspielsucht setzen. Vorstandsvorsitzende Nicole Dreifeld überreichte an diesem Nachmittag feierlich die Gründungsurkunde an André Brune, der zum Sprecher des Landesverbandes gewählt wurde. ## Glücksspielsucht hat kein „Stopp“ „Glücksspielsucht ist die Sucht mit der höchsten Selbstmordrate“, betont Nicole Dreifeld, die selbst seit sieben Jahren glücksspielfrei ist. Und die Generation der Betroffenen werde immer jünger. Durch Videospiele mit glücksspielähnlichen Zügen werden Kinder und Jugendliche schon früh an die Problematik herangeführt, oft ohne zu wissen, was Glücksspiel überhaupt ist. Doch der Suchtfaktor bleibt der Gleiche. „Es ist eine verborgene Sucht. Wir haben keine Fahne, keine Wesensveränderungen“, erläutert Dreifeld weiter. „Ein Spielautomat sagt nicht ‚Ich bin zu betrunken, ich kann nicht mehr.‘ Es gibt keinen Stopp.“ So verspielen viele Betroffene Haus und Hof, manche kommen für den Rest ihres Lebens nicht mehr aus den Schulden, selbst wenn sie ihre Glücksspielsucht überwinden. Und dennoch wird eine Verhaltenssucht oft anders gehandhabt als eine stoffgebundene Sucht, obwohl im Gehirn eines Glücksspielsüchtigen genau dasselbe passiert wie bei einem Alkoholiker. Vorstandsvorsitzende Nicole Dreifeld und Sprecher André Brune des Landesverbands Glücksspielfrei e.V. / Foto: Dana Beckmann ### Prävention schon an Schulen einrichten „Prävention ist sehr wichtig, aber sie muss ausgebaut werden“, erklärt André Brune. Aggressive und omnipräsente Werbung für Spielhallen, Webseiten und Videospiele mit Glücksspielcharakter übertreffe oft die Anstrengungen der Verbände. „Wir wollen aufklären“, lautet dabei ihre Devise, und das von Angesicht zu Angesicht. Der Landesverband Glücksspielfrei möchte Schulen und Berufsschulen besuchen, um gerade Kinder und Jugendliche frühzeitig über die Risiken des Glücksspiels aufzuklären. Auch eine Zusammenarbeit zwischen der Politik und den Selbsthilfegruppen sei sehr wichtig. ### Hilfeangebote und Pläne für die Zukunft Auch die Caritas und die Diakonie in Osnabrück bieten in gemeinsamer Zusammenarbeit Hilfe und Beratung an. Dazu zählt das Angebot „DigiSucht: suchtberatung.digital“ der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS). Vielen Betroffenen mag es unangenehm sein zu einer Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe zu gehen, deswegen bietet die NLS eine digitale Suchtberatung an, die auf Wunsch komplett anonym stattfinden kann. Für die Zukunft möchte der Glücksspielfrei e.V. erstmal daran arbeiten, dass die bestehenden Regeln eingehalten werden. Wenn das erledigt ist, dann könne man neue Forderungen stellen, wie einen höheren Mindestabstand zwischen Spielhallen. Der beträgt in Niedersachsen übrigens nur 100 Meter, und ist somit der Geringste von allen Bundesländern. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück