Bundeskriminalamt besitzt Daten aus Leaks


Foto: Bundeskriminalamt, über dts

Wiesbaden (dts) – Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden besitzt eine große Menge Daten aus sogenannten Leaks. Das berichtet der „Spiegel“. Es sind demnach Kundeninformationen von internationalen Treuhändern, Kanzleien und Banken – diese Kunden nutzten Konten in Steueroasen und Konstrukte, die üblicherweise bei Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Üblerem helfen.


Teile der Daten stammen aus den sogenannten Panama Papers, den Paradise Papers, den Swiss und Offshore Leaks, einige wurden bereits von Journalisten ausgewertet. Die Daten umfassen mehr als vier Terabyte, mithin Millionen Dokumente, von denen die Ermittler hoffen, dass sie die Verfolgung illegaler Geldflüsse rund um den Globus massiv voranbringen. „Das ist derzeit der heißeste Datenbestand“, sagte Sabine Vogt, Chefin der Abteilung für Schwere und Organisierte Kriminalität im BKA. „Es gibt ein weltweites System von Treuhändern, die Firmen helfen, Steuern zu hinterziehen, und Verbrecher unterstützen, ihre illegalen Gewinne zu verschleiern.“ Mit den Daten habe das BKA nun einen Schlüssel dazu, Finanzbetrüger zu verfolgen. Die deutschen Kriminalisten wollen Steuerfahndern und Finanzermittlern aus aller Welt Zugang zu den Daten verschaffen. „In Europa können wir unsere Daten den Behörden relativ einfach zur Verfügung stellen. Und genau das tun wir aktuell“, sagte Vogt.