Das Bündnis Seebrücke Osnabrück antwortet heute auf einen Brief des Oberbürgermeisters der Stadt Osnabrück, in dem dieser eine Absage an die Organisation formulierte. Das Bündnis bekräftigt den dringenden Appell an den Oberbürgermeister, der von weiteren Osnabrücker Organisationen unterstützt wird.

Unter anderem Gewerkschaften, das Bistum, Wohlfahrtsverbände und bundesweite NGOs haben am 12.08. gefordert, dass sich Osnabrück einer parteienübergreifenden Initiative der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln anschließt und anbietet, zusätzliche Geflüchtete aus Seenot aufzunehmen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert lehnte dies ab mit den Argumenten, die Aufnahme von Geflüchteten benötige erst eine europäische Lösung und ähnliche Angebote der Stadt hätten bisher nicht dazu geführt, dass zusätzliche geflüchtete Menschen nach Osnabrück gekommen seien.

Am Montagvormittag wurde bereits ein Brief der Hilfsorganisation terre des hommes bekannt, die ebenfalls den Oberbürgermeister zum Umdenken bewegen will.

Das Bündnis Seebrücke Osnabrück entgegnete nun dem Oberbürgermeister:

“1. In einer Zeit, in der Tausende im Mittelmeer ertrinken, können wir nicht auf europäische Regelungen warten. Überall in Europa gehen jetzt Städte voran, die sich bereit erklären, Geflüchtete aufzunehmen und zu “sicheren Häfen” werden. Städte stoßen damit an, dass auch Staaten Aufnahmebereitschaft zeigen, geben Impulse für Europa. Osnabrück kann und sollte sich daran jetzt beteiligen.

2. In einer Zeit der zunehmenden politischen Hetze muss ein klares gesellschaftliches Signal gegen Abschottungspolitik und Kriminalisierung der zivilen Rettung, für Humanität und Asylrecht gesetzt werden. Flüchtlinge dem Sterben auszuliefern, ist ein Verbrechen. In vielen Städten nehmen deshalb Menschen an der Seebrücke-Bewegung teil. In Osnabrück fordern jetzt etliche Organisationen inkl. DGB, Bistum, Caritas, Diakonie, Terre des Hommes, Help Age Deutschland dieses klare Signal vom Rat der Stadt und vom OB.“

Das Bündnis schließt mit einem Gesprächsangebot an den OB:
„Wir freuen uns über Ihre Zusage, dass die Integration Geflüchteter in Osnabrück Schwerpunkt kommunalen Handelns bleiben wird. Dies werden wir, gemeinsam mit weiteren Organisationen, gerne unterstützen. Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen, wie kommunales Handeln noch mehr zu einem ’sicheren Hafen Osnabrück‘ führen kann, zu einer Stadt, in der Geflüchtete ohne Angst leben können.“