Deutschland & die Welt Britische Handelskammer warnt vor Brexit-Fristverlängerung

Britische Handelskammer warnt vor Brexit-Fristverlängerung

-




Foto: Fahnen von EU und Großbritannien, über dts

Berlin (dts) – Die Britische Handelskammer in Deutschland (BCCG) warnt vor einer grundsätzlichen Fristverlängerung für den Brexit. “Je länger die aktuelle Phase der Unsicherheit andauert, desto schlimmer wird es”, sagte BCCG-Präsident Michael Schmidt der “Welt” (Mittwochsausgabe). Eine Fristverlängerung mache nur dann Sinn, wenn die wirtschaftlichen Folgen durch einen Aufschub auch wirklich abgemildert werden können.

Schmidt nannte in dem Zusammenhang das Thema “Backstop”, also eine Regelung für die Grenze zwischen Irland und Nordirland. “Dafür würde es sich lohnen, weitere Zeit zu investieren. Ohne Aussicht auf Verhandlungserfolge dagegen macht eine erneute Aufschiebung keinen Sinn.” Schmidt plädiert stattdessen für ein schnelles zweites Referendum – noch bevor es Neuwahlen gibt in Großbritannien. “Bei Neuwahlen geht es letztlich um das Amt des Premierministers und damit um den Kurs des Landes in jeglicher Hinsicht, nicht nur was den Brexit betrifft. Eine solche Wahl würde aktuell aber komplett dominiert vom Thema EU-Austritt”, sagte Schmidt. Mit einem Referendum aber lasse sich das Thema Brexit vor einem späteren Wahlkampf abräumen. Dass es dann im Anschluss Neuwahlen geben muss, liege auf der Hand. “Immerhin hat die Regierung ihre Parlamentsmehrheit verloren.” Es liege nun an der Politik, wie lange sich das Thema noch zieht – und damit auch, welche wirtschaftlichen Auswirkungen noch folgen. “Eins ist klar: Ein Brexit verursacht entweder großen Schaden oder sehr großen Schaden”, sagte Schmidt, der viele Jahre Europa-Chef von BP war. Er rechne daher fest mit einer ganzen Reihe von Insolvenzen auf beiden Seiten. Den Unternehmen in Großbritannien gibt der Kammer-Präsident dabei eine Mitschuld. “Die Firmen hätten ihre Belegschaft gezielt informieren müssen, was der Brexit für jeden einzelnen Mitarbeiter bedeutet – in Bezug auf Arbeitsplätze, in Bezug auf die Konjunktur und damit den eigenen Wohlstand, in Bezug auf Löhne, die jetzt durch den Währungsverfall massiv abgewertet sind.” Man habe sich damals zurückgehalten, weil man es sich mit keiner der beiden politischen Richtungen verscherzen wollte. “Das war ein Fehler.” Schmidt verwies dabei auf die Europawahl im Mai. In Deutschland hatte es damals etliche Wahlaufrufe von Unternehmen an die eigene Belegschaft gegeben, um einen Rechtsruck in Europa zu verhindern.

dts Nachrichtenagentur
Ein Artikel der Nachrichtenagentur dts.

aktuell in Osnabrück

Volksbank Osnabrück eröffnet SB-Filliale in der Theaterpassage – aber nur vorübergehend

"Hier entsteht ein neuer SB-Standort" kündigt eine Werbefolie an der Theaterpassage an. Will sich die Volksbank womöglich auch von...

Andrea Senkel ist die neue Leiterin der Filiale Wallenhorst der Sparkasse Osnabrück

Die symbolische Schlüsselübergabe fand am Freitag, den 21. Februar 2020, im Rahmen einer kleinen Feierstunde statt. Praktisch hat Andrea...

Seehofer kündigt weitere Verschärfung des Waffenrechts an

Foto: Sportwaffen, über dts Berlin (dts) - Nach dem Anschlag in Hanau mit elf Toten durch einen Sportschützen hat...

Gzuz neu an der Spitze der Album-Charts

Foto: Mann mit Kopfhörern, über dts Baden-Baden (dts) - Der Rapper Gzuz steht an der Spitze der offiziellen deutschen...

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion

Contact to Listing Owner

Captcha Code