Landkreis Osnabrück 🎧Breitbandausbau im Landkreis Osnabrück verzögert sich

Breitbandausbau im Landkreis Osnabrück verzögert sich

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Durch technische Versäumnisse im Vorfeld und die Corona-Pandemie verzögert sich der Breitbandausbau im Landkreis Osnabrück auf unbestimmte Zeit.

Der Breitbandausbau im Landkreis Osnabrück läuft fast überall auf vollen Touren. Die landkreiseigene Infrastrukturgesellschaft TELKOS baut dort schnelles Internet aus, wo es private Telekommunikationsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen nicht tun. Dabei handelt es sich um das größte Investitionsprojekt in der Geschichte des Landkreises auf freiwilliger Basis. Dies unterstreicht bereits den gewaltigen Umfang der Aufgabe, erläutert Landrätin Anna Kebschull: „Wir können nicht in kurzer Zeit das aufholen, was über viele Jahre versäumt worden ist.“ So verfügen im Landkreis mehr als 20.000 Adressen bislang Internetverbindungen von weniger als 30 Mbit/s. In fünf Ausbaustufen werden diese Adressen über mehrere Jahre weg verteilt mit moderner Technik ausgestattet. Dafür muss jedoch eine komplette Infrastruktur neu geschaffen werden. Als Ergebnis einer separaten Betreiberausschreibung hat sich TELKOS im Rahmen des Förderverfahrens für innogy TelNet entschieden. innogy TelNet mietet nach Fertigstellung die errichtete Infrastruktur und bietet den Kunden Breitbandprodukte auf dem von TELKOS errichteten Netz für eine schnelle Internetversorgung an.

Nacharbeiten für harmonisiertes Netz notwendig

Es hat sich herausgestellt, dass die erforderlichen Baumaßnahmen durch die beauftragten Baufirmen nicht nur verspätet fertiggestellt, sondern in der technischen Ausführung auch unterschiedlich umgesetzt wurden. Um einen Netzbetrieb langfristig sicherstellen zu können, ist aber ein harmonisiertes Netz unabdingbar. Aus diesem Grund sind an verschiedenen Stellen im Breitbandnetz Nacharbeiten erforderlich. Der erforderliche Zeitbedarf für diese Arbeiten ist im Moment noch nicht absehbar. Hinzu kommt, dass der Markt für die benötigten Leistungen im Bereich Tiefbau und Kabelmontage stark strapaziert ist. Eine weitere Herausforderung liegt in den aufwändigen Genehmigungsverfahren, wie etwa bei der Querung von Bahnstrecken oder Bundeswasserstraßen. Durch den bundesweit forcierten Breitbandausbau müssen die Behörden bei gleicher Personalstärke eine Vielzahl von zusätzlichen Anträgen abarbeiten.

Arbeitspause wegen Coronavirus

Die Umsetzung wird dabei noch durch weitere Hürden erschwert – nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie. Die Planungen mussten mehrfach angepasst werden. So wurden etwa der Bau von Hausanschlüssen oder die Montage von Endgeräten ausgesetzt. Mittlerweile wurden die Arbeiten unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wiederaufgenommen. Viele der Arbeiten sind für Einwohner nicht sichtbar, dafür aber nicht weniger wichtig. So muss jede Glasfaser, die ungefähr so dick ist wie ein Haar, dem jeweiligen Haushalt zugeordnet werden. Zudem muss sie durchgängig verbunden und dokumentiert sein, um den Anschluss reibungslos zu ermöglichen. Diese Dokumentation erweist sich für einige beauftragte Unternehmen anspruchsvoller als erwartet.
Carsten Lagemann als Geschäftsführer der innogy Telnet betont: „Auch wir empfinden die Situation unbefriedigend und haben volles Verständnis für die Kunden, die schnelles Internet bei uns bestellt haben. Ein von der TELKOS solide und durchgängig gebautes Netz ist Grundlage unserer Dienstleistung. Der sichere Betrieb erfordert abgeschlossene Bau- und Montagetätigkeiten sowie die eindeutige Dokumentation der Leitungsverbindungen.“

Provisorische Inbetriebnahme?

Gerade in Zeiten wie diesen ist es besonders wertvoll, zu Hause einen Breitbandanschluss nutzen zu können. „Die innogy TelNet als zukünftiger Betreiber wird gemeinsam mit dem Landkreis als Errichter des Netzes prüfen, wo Kunden durch provisorische Inbetriebnahmen früher ans Netz genommen werden können. Dies birgt allerdings das Risiko weiterer Komplikationen, die auch von Kunden in Kauf zu nehmen sind, um hoffentlich an einigen Stellen Zugang zu schnellem Internet kurzfristig zu ermöglichen“, so Lagemann. Dort, wo in den kommenden Wochen Altverträge auslaufen, wird es trotz der Ausbauverzögerungen Lösungen für die Betroffenen geben. Der Landkreis Osnabrück ist mit Anbietern wie Telekom und osnatel im Gespräch, um bei Bedarf Lösungen zu finden. Ferner wird der Landkreis Betroffene auch bei anderen Zwischenlösungen unterstützen.

PM
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