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Bistum Osnabrück: „Wir wollen in der Zukunft noch Spielräume haben“

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Zum achten Mal legte das Bistum Osnabrück einen Finanzbericht vor, in dem die Jahresabschlüsse der drei öffentlich-rechtlichen Körperschaften „Bistum Osnabrück“, „Bischöflicher Stuhl“ und „Domkapitel“ für das Jahr 2020 zusammengestellt sind. / Foto: Dieter Reinhard (Archivbild)

Das Bistum Osnabrück stellte den Finanzbericht 2020 vor und blickt auf die kommenden Jahre. Fest steht, dass es deutlich weniger finanzielle Mittel geben wird als bisher. Jetzt stellt sich die Frage: Wo kann und muss akut eingespart werden?

Über die kommenden zehn Jahre muss das Bistum Osnabrück seine Haushalte konsolidieren (Finanzen festigen und in ihrem Bestand sichern). „Wir erwarten langfristig geringere wirtschaftliche Spielräume durch geringere Kirchensteuereinnahmen und weiter steigende Ausgaben“, erklärt Generalvikar Ulrich Beckwermert. Finanzdirektorin Astrid Kreil-Sauer beziffert das im Jahresabschluss 2020 festgestellte Defizit, das es abzubauen gelte, auf insgesamt 89 Millionen Euro.

Es ist genug Geld da

Hauptgrund seien Deckungslücken bei Pensionsrückstellungen, zu denen das Bistum gesetzlich verpflichtet ist. „Aber auch Einnahmeausfälle durch die Coronapandemie, die allgemein schwierige Entwicklung am Kapitalmarkt und der weiter zu erwartende Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen bei gleichzeitig steigenden Kosten für Personal und Gebäudeunterhalt sind wichtige Faktoren, die unsere Finanzlage beeinflussen“, sagt Kreil-Sauer bei der Vorstellung des Finanzberichts für das Jahr 2020. Die Finanzdirektorin betont, dass die Liquidität des Bistums gleichwohl gesichert sei. Die Liquidität eines Unternehmens bestimmt, ob es in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Veränderungen mit schwierigen Entscheidungen

„Wir müssen heute die Finanzen konsolidieren, um morgen Spielräume zu haben“, sagt Beckwermert. Bischof Franz-Josef Bode habe einen breit angelegten Zukunftsprozess entworfen, in dem die Schwerpunkte der künftigen Arbeit gewählt werden. „Die kommenden Veränderungsprozesse fordern uns und werden uns auch schmerzen. Aber sie können auch eine Chance sein, unsere Kirche weiter zu öffnen, mit neuen Partnerinnen und Partnern ins Gespräch zu kommen und zu schauen: Was machen wir gemeinsam?“, sagt Beckwermert.

Bistum Osnabrück bleibt den Menschen weiterhin nahe

Der Generalvikar berichtet, dass sich das Bistum dennoch weiterhin seelsorglich, gesellschaftlich und diakonisch engagieren wird: „Wir wollen im Sozial- und Gesundheitswesen, in Bildung und Erziehung aktiv und präsent bleiben, ebenso wie in sinnstiftender Liturgie und Seelsorge.“ Dafür brauche es jedoch nicht mehr jedes Gebäude: „Wenn wir Häuser und Einrichtungen nicht in bisherigem Umfang tragen und betreiben können, suchen wir vermehrt nach Kooperationen.“

Finanzbericht zu Bistum, Bischöflichem Stuhl und Domkapitel

Im vorgestellten Finanzbericht sind die Jahresabschlüsse der drei öffentlich-rechtlichen Körperschaften „Bistum Osnabrück“, „Bischöflicher Stuhl“ und „Domkapitel“ für das Jahr 2020 zusammengestellt. Der Finanzbericht informiere offen und transparent über den Umgang mit den Mitteln, die der Bistumsverwaltung anvertraut sind.

Ein positives Gesamtergebnis für das Bistum Osnabrück

Insgesamt ist das Bistum Osnabrück gut durch das Jahr 2020 gekommen – belastende Auswirkungen traten dennoch auf. Beispielsweise kam es zu coronabedingten Einnahmeausfällen an Kirchensteuern. So beläuft sich die Jahresbilanz des Bistums Osnabrück zu Ende 2020 auf insgesamt 334,6 Millionen Euro. Darin enthalten sind zum Beispiel die Werte für Immobilien des Bistums oder die Finanzanlagen. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, damit haben wir nach dem Einbruch der Corona-Pandemie nicht gerechnet“, erklärt Kreil-Sauer. Die Gewinn- und Verlustrechnung des Bistums für das Jahr 2020 weist bei Erträgen von insgesamt 187,3 Millionen Euro und Aufwendungen in Höhe von 183,2 Millionen Euro zunächst ein positives Gesamtergebnis von 4,1 Millionen Euro aus, die den Rücklagen zugeführt wurden.

Bischöflicher Stuhl: Vermögen der Kirche wirkt im Dienst für Menschen

Der Bischöfliche Stuhl hat dem Finanzbericht zufolge eine Bilanzsumme von 114,6 Millionen Euro, ein Zuwachs von 6,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Hier weist die Ergebnisrechnung bei Umsatzerlösen von knapp 27 Millionen Euro einen Überschuss von rund 1,5 Millionen Euro aus, der den Rücklagen des Bischöflichen Stuhls zugeführt wurde. Zu den Aufgaben des Bischöflichen Stuhls gehört die Unterstützung für Personen, die zum Beispiel durch Krankheit, Behinderung oder soziale Vernachlässigung benachteiligt sind. Zu den Einrichtungen des Bischöflichen Stuhls zählen unter anderem die „Don Bosco Katholische Jugendhilfe“ und die „Wärmestube“ für Obdachlose in Osnabrück.

Domkapitel als Hausherr der Domkirche

Als dritte Körperschaft öffentlichen Rechts weist das Domkapitel zu Osnabrück ein Bilanzvolumen von 11,9 Millionen Euro aus. Gegenüber 2019 bedeutet dies einen Rückgang um rund 200.000 Euro. Die Ergebnisrechnung schließt zunächst mit einem Defizit von 108.000 Euro, das aus den Rücklagen des Domkapitels ausgeglichen wurde. Hauptaufgabe des Domkapitels ist die Sorge um die Domkirche und der damit verbundenen Einrichtungen.

Ina Krüer
Ina Krüer
Ina Krüer ist seit dem Herbst 2021 im Team der HASEPOST und unterstützt uns als Praktikantin.
 

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