Als wären die vier Pünktchen, mit denen sich unsere westfälischen Nachbarn aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz begnügen müssen (VfL Osnabrück: Platz 3, 12 Punkte) nicht Schmach genug, nun schießt sich auch noch die Bild-Zeitung auf den kleinen Verein (rund 1.500 Mitglieder) ein.

Der „größte Sauhaufen des deutschen Fußballs“ sei Lotte, so tönt Maximilian Wessing (22), gebürtiger Steinfurter und Nachwuchsjournalist der Axel Springer Akademie. Folgt man den vom meinungsfreudigen Bildreporter im Netz gelegten Spuren, ist er selbst ein treuer Fan des SC Preußen Münster, der auch nicht gerade an der Tabellenspitze platziert ist.

Aber zurück zu Lotte. Für die BILD ist das durchwachsene 2:3 gegen Rödinghausen im Westfalenpokal ein Beleg dafür, dass die Spieler aus Lotte nur „kampf- und lustlos“ angetreten seien, einzig mit dem Zweck, Ex-Trainer Matthias Maucksch zu „brüskieren“. Dass es dann doch noch für zwei Treffer bei Rödinghausen reichte, die immerhin eine Woche zuvor Dynamo Dresden 3:2 aus dem DFB-Pokal schossen, bleibt hingegen unerwähnt. Womöglich hatte Rödinghausen schlicht „einen Lauf“?

Illustriert ist der Artikel mit einer Grafik (siehe Screenshot oben), in der das Kompetenzteam der Boulevardzeitung das Vereinslogo verarbeitete, das seit seit mehr als zwei Jahren nicht mehr aktuell ist.

„Grusel-Stimmung“ bei revoltierenden „Gefängnisinsassen“

Nach Ansicht der Bild herrscht im Lotter Team „Grusel-Stimmung“ und die Spieler störe es, dass sie Nachmittags nicht mehr frei hätten und dafür jetzt Trainingseinheiten absolvieren müssten.
Das Agieren der Spieler gegen Vereinsführung und Trainer wird – mit Bezugnahme auf einen nicht näher genannten „Beteiligten“ – als „Revolte von Gefängnisinsassen“ bezeichnet.

Mehr dazu bei der Bild (Abruf kostenpflichtig).