Carsharing ist eine feine Sache, auch unsere Redaktion nutzt regelmäßig das Angebot von Stadtteilauto Osnabrück um flexibel zu Terminen zu kommen, ohne dafür für jeden Mitarbeiter ein eigenes Auto bereitstellen zu müssen. Inzwischen wird der Wettbewerb stärker, auch in Osnabrück – sogar beim Lebensmittel-Discounter auf dem Parkplatz.

Bereits seit längerer Zeit hat die Redaktion der HASEPOST nicht nur für jeden Mitarbeiter, darunter auch regelmäßig wechselnde Praktikanten, Zugangskarten für das Carsharing der Stadtwerke Osnabrück, sondern zusätzlich auch einen über den Verlag abgerechneten Account bei Flinkster, dem Mobilitätsangebot der Deutschen Bahn, für Carsharing außerhalb von Osnabrück.



Vorteil bei Flinkster: Mit einer Registrierung lassen sich bundesweit bahneigene Flitzer direkt am Bahnhof übernehmen – aber auch viele Autos von Partnern. Zu den großen Partnern von Flinkster zählen das CarSharing Angebot des Automobilherstellers Ford, die Autovermietstationen des klassischen Autovermieters Hertz (in Kooperation mit Ford Carsharing), das Carsharing des Verkehrsclubs VCD, ein paar lokale Verleihangebote in kleineren Städten und zusätzlich auch das Carsharing der Bundeswehr (sorry Jungs, keine Panzer im Angebot).

Lidl in Osnabrück auch beim Carsharing dabei

Über Flinkster lassen sich seit einigen Tagen zusätzlich noch mehr als 850 Autos des neuen Anbieters Mazda Carsharing anmieten, 338 davon warten an Filialen des Lebensmitteldiscounters Lidl auf Abholung.
Neun der Discounter-Mazdas stehen bei Lidl in Osnabrück Hellern, an der Pagenstecherstraße und in der Dodesheide.
Insgesamt bietet Flinkster nach  eigenen Angaben bundesweit mehr als 4.500 Fahrzeuge zur Ausleihe an und ist damit Deutschlands größter Anbieter für stationäres Carsharing.

Neu beim Carsharing in Osnabrück: Mazda bringt Emotionen ins Verleihgeschäft. Statt automobiler Hausmannskost, wie sie auch beim Osnabrücker Anbieter Stadtteilauto überwiegt, gibt es neben verschiedenen SUV auch den Roadster MX5 im Angebot, ein ausgesprochenes Spaßauto.
So viel Freude an individueller Mobilität gibt es sonst nur in Großstädten wie Berlin oder Hamburg, wo zum Beispiel BMW in seinem DriveNow-Angebot das Mini-Cabrio günstig verleiht.

Ein Blick auf die Kosten bringt Ernüchterung

Beim Osnabrücker Platzhirschen kostet die Stunde in einem PKW der Größe „Kompakt“, dazu gehört der Toyota Yaris oder der bereits für kleinere Umzüge oder für die Fahrt zu IKEA geeignete Renault Kangoo, im Tarif „Standard“ 2,40 Euro bzw. 26 Euro am Tag, hinzu kommt eine einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von 49 Euro und eine monatliche Gebühr von 5 Euro. Es gibt bei Stadtteilauto jedoch auch ermäßigte Tarife, zum Beispiel für Studenten, Tarife ohne Grundgebühr und oft auch Werbeaktionen, wie aktuell eine „Kunde wirbt Kunde“ Aktion.
Gleich vorweg: Stadtteilauto ist in jedem Tarif der absolute Preis/Leistung-Sieger, selbst wenn man die höheren Stundentarife im Tarif „Mikro“ betrachtet, bei dem die monatliche Grundgebühr entfällt. Hier alle Tarife für die stationären „stat>k“ Autos.

Ein vergleichbarer kompakter Mazda 3, wie er vor der Lidl Filiale in der Dodesheide auf Abholung wartet, schlägt mit 5 Euro pro Stunde bzw. 55 Euro für den Tag deutlich teurer zu Buche. Die erstmalige Registrierung ist bei den Japanern vorläufig noch kostenlos, in einem Pressetext ist die Rede von „bis Ende Februar“. Alle Mazda-Carsharing Tarife im Überblick (scrollen).

Noch teurer wird es, wenn man das gleiche Fahrzeug vom Lidl-Parkplatz über die Flinkster-App der Bahn bucht, dann wird der kompakte Mazda pro Stunde mit 6 Euro um gleich einen Euro teurer und auch der Tagespreis erhöht sich von 55 auf 60 Euro. Zusätzlich fallen beim Carsharing der Deutschen Bahn einmalig 29 Euro für die Registrierung an, die bei Vorliegen einer BahnCard allerdings entfallen. Hier die Tarifstruktur der Bahn.

Elektroauto von Stadtteilauto Osnabrück
Wenig komfortabel aber elektrisch und sehr günstig: Elektroauto von Stadtteilauto Osnabrück (kann man auch StVO-konform parken)

Bei Flinkster ist Roadster-Fahren am billigsten

Wer diesen Frühling allerdings für ein paar Stunden mit offenem Dach durch die Hasestadt brausen will, für den lohnt sich die Flinkster-App der Bahn dann doch. Dort ist der Roadster MX5 mit nur 7 Euro pro Stunde bzw. 70 Euro pro Tag in der App zu buchen, bei Mazda selbst fallen 9 Euro bzw. 99 Euro an.

Wer viel fährt sollte Kilometerkosten im Blick haben

Zusätzlich zu den Zeitkosten fallen immer auch kilometerabhängige Kosten an – der Sprit ist dadurch bei allen Carsharing-Anbietern inklusive.
Im Vergleich für ein Auto der Kompakt-Klasse sind das bei den unterschiedlichen Anbietern:

  • 29 Cent bei Stadtteilauto Osnabrück (stat>K, Standard, unter 100km)
  • Mazda verlangt 25 Cent pro Kilometer (egal welche Fahrzeugklasse)
  • das Flinkster-Angebot der Bahn möchte lediglich 18 Cent pro gefahrenem Kilometer und kompensiert damit den im Vergleich höchsten Stundensatz und schlägt die Direktbuchung über die App des Partners Mazda in der Gesamtbetrachtung.

Mazda und Flinkster nur in der App bequem buchbar

Während sich die stationären „stat>k“ und die mobilen „flow>k“ Autos von Stadtteilauto Osnabrück besonders bequem am großen Bildschirm des PC buchen lassen, haben die beiden großen Anbieter Mazda und Flinkster da echte Defizite.
Die Verfügbarkeit der Autos des DB-Partners Mazda zeigt die Bahn nur in der App an, während Mazda selbst keine funktionierende Verfügbarkeitsanzeige und auch keine Buchung am großen Bildschirm anbietet.

Fazit: Am besten Flinkster mit Stadtteilauto kombinieren

Wer häufiger auch außerhalb von Osnabrück individuell mobil sein will, für den empfiehlt sich die Flinkster-App der Deutschen Bahn, auch weil im Vergleich zu Mazda die Kilometerpreise deutlich günstiger sind und der flinke Roadster MX5 sogar geradezu im Sonderangebot zu haben ist. Eine extra Registrierung bei Mazda macht – sofern die Japaner nicht noch mit Gutscheinen locken – derzeit keinen Sinn.
Wer in Osnabrück gerne individuell mobil ist und so vielleicht sogar ganz auf das Auto verzichten will, für den geht kein Weg an Stadtteilauto vorbei – das mit Abstand dichteste und vielfältigste Fahrzeugangebot(auch für größere Transportaufgaben) und die günstigen Zeittarife machen stat>k und den flexiblen Bruder flow>k unschlagbar.

CarSharing-Roaming? Es gibt noch mehr Anbieter!

Warum aber macht das Osnabrücker Stadtteilauto, anders als einige kleine Anbieter vorwiegend aus Süddeutschland, beim Roaming-Service von Flinkster nicht mit? Wir haben nachgefragt, dazu Kathrin Witte von den Stadtwerken:

„Prinzipiell sind wir offen gegenüber einer Integration. Dies ist jedoch nicht so trivial wie es sich anhört. Es gibt drei große Buchungssysteme in Deutschland für Carsharing – cambio, cantamen und flinkster.
Cantamen wird bei uns und vielen weiteren lokal agierenden Carsharing-Anbietern eingesetzt. Zwischen cambio und cantamen gibt es auch eine Quernutzungsmöglichkeit d.h. deren Kunden können bei uns und unsere Kunden bei denen buchen. Dies sind über 90 Carsharing-Anbieter deutschlandweit. Dies wurde über den Bundesverband Carsharing initiiert. Da flinkster jedoch nicht Mitglied im Bundesverband ist und auch keine Quernutzung ermöglicht, ist es somit auch nicht möglich in deren Buchungssystem integriert zu werden. Somit gibt es aktuell keine Pläne, da dies hohe Kosten verursachen würde und eher am Buchungssystem denn an uns liegt.“

Wir werden bei Gelegenheit die beiden anderen Roaming-Anbieter cambio und cantamen testen und darüber berichten. Falls eine Leserin oder ein Leser hier bereits Erfahrungen hat, freuen wir uns über ein Feedback und würden gerne auch einen Gastbeitrag veröffentlichen.