# Wiedereröffnung mit „Baustellengottesdienst“: Diese Arbeiten im Dom kosten das Bistum Osnabrück 1,6 Millionen Euro Datum: 01.03.2025 06:30 Kategorie: Aktuell URL: https://www.hasepost.de/baustellengottesdienst-am-sonntag-diese-arbeiten-im-dom-kosteten-das-bistum-16-millionen-euro-571160/ --- Für ganze sieben Wochen konnte kein Gottesdienst im Osnabrücker Dom abgehalten werden. Grund dafür waren Sanierungsarbeiten an der Elektronik und Beleuchtung im Gebäude. Nun wird der Dom am Sonntag (2. März) mit einem unbestuhlten Gottesdienst wiedereröffnet. Dombaumeisterin Sara Pohlmann verriet gegenüber unserer Redaktion, welche Neuheiten die millionenteure Sanierung gebracht hat. ## Hauptschiff des Doms erstrahlt in neuem Licht Ende 2024 verkündete das Bistum, dass das Gotteshaus in der Altstadt für sieben Wochen wegen umfangreicher Arbeiten geschlossen werden muss. Wie Dombaumeisterin Sara Pohlmann erklärte, war die alte Beleuchtung mit Halogenlampen abgängig. Aus Notwendigkeit wurden die alten Halogenlampen durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Nicht nur die Qualität, auch die Quantität ist gestiegen, denn im Hauptschiff des Gebäudes sind mit der Sanierung einige Beleuchtungskörper hinzugekommen. Das große Kreuz wird nun von ringförmigen Lampen bestrahlt, die insbesondere den Altar erhellen. / Foto: Hinnerk Gramm ### Auftragssumme von 1,6 Millionen Euro Wie die Dombaumeisterin betont, sei eine Baustelle in einem historischen Gotteshaus wie dem Dom „keine klassische Baustelle“. Zwar habe man noch keine finale Abrechnung erhalten, doch die Auftragssumme liege ungefähr bei 1,6 Millionen Euro. Eine erfreuliche Nachricht sei, dass das „sportliche Zeitfenster“ von sieben Wochen eingehalten wird und der Dom anlässlich des Aschermittwochs im neuen Glanz wiedereröffnet werden kann. „Wir sind im Zeitplan“, so Pohlmann zufrieden. ### Reinigungsexperten säubern den Boden seit Tagen Ein Teil der 1,6 Millionen Euro fließt in die Reinigung des Bodens. Wie die Dombaumeisterin erstaunt feststellt, arbeiten die spezialisierten Reinigungskräfte „seit einer Woche“ daran, die riesige Fläche des Dombodens fachgerecht zu säubern. Das Ergebnis kann man sehen – aber auch riechen. Wer das Gebäude betritt, bemerkt sofort: Hier wurde intensiv mit Reinigungsmitteln gearbeitet. Um den Boden überhaupt reinigen zu können, mussten die zahlreichen Bänke herausgetragen werden – ein aufwendiges Unterfangen. Ganze zwei Tage benötigte die zuständige Firma, um alle schweren Holzbänke zu entfernen, bevor man sich dem Steinboden widmen konnte. ### Gottesdienst am Sonntag muss unter Baustellenbedingungen stattfinden Die erste Andacht nach den Umbauten wird eine ganz besondere sein: unbestuhlt und ohne Sitzgelegenheiten müssen die Gläubigen ihr Gebet im Stehen sprechen. Die Bänke, die für die aufwendigen Arbeiten aus dem Gebäude entfernt wurden, werden erst zum Regelbetrieb ab Aschermittwoch (5. März) wieder an ihre ursprünglichen Plätze zurückgebracht. Am 2. März findet jedoch zunächst ein Gottesdienst unter Baustellenbedingungen statt. Erst danach sind die Bauarbeiten im Besucherbereich vollständig abgeschlossen. Wie die Dombaumeisterin verrät, wird während der Messe „hier oder da mal ein Kabel“ herumliegen, weshalb sie scherzhaft von einem „Baustellengottesdienst“ spricht. Nach Aschermittwoch wird – fernab der Öffentlichkeit – in der Sakristei weitergearbeitet, damit die neu eingebauten Stromleitungen dem geltenden Brandschutzstandard entsprechen. Hier ist noch Baustelle: die Sakristei im Dom. / Foto: Hinnerk Gramm ### Bistum bietet Führungen an Die Gemeindemitglieder dürfen sich nach der Andacht auf ein besonderes Programm freuen. Wer eine Führung zu den Neuerungen von Fachleuten erhalten möchte, hat dazu am Sonntag um 11:30 und 13:00 Uhr die Gelegenheit. Während der Führungen werden Experten die Sanierungsarbeiten umfassend erläutern und die kleinen, aber detailreichen Veränderungen im Dom präsentieren. Die besonderen Umstände machen die Führungen jedoch authentisch: Wie der stellvertretende Pressesprecher Thomas Arzner erklärt, waren Gottesdienste ohne Bänke früher normal. Auch wenn es noch ein bisschen nach Baustelle aussieht – eine kleine Zeitreise sind die Führungen allemal. „Damit der Dom wieder leuchtet“, heißt es vor den Toren des Gotteshauses. / Foto: Hinnerk Gramm --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück