Aktuell Baby-Elefanten, Pinguine und Korallen: Wer lebt im Zoo Osnabrück?

Baby-Elefanten, Pinguine und Korallen: Wer lebt im Zoo Osnabrück?

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Bei der Inventur im Tierreich wurde erstmals der kleine Elefant Yaro von Katja Lammers, wissenschaftliche Assistentin Zoo Osnabrück, erfasst. Er kam am 21.12.2020 zur Welt und misst bereits 90 Zentimeter. / Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Simon)

Jedes Jahr werden die Tiere im Zoo Osnabrück gezählt. Obwohl es im Pandemiejahr 2020 vergleichsweise wenige Änderungen im Bestand gab, freuen sich die Tierpfleger über viele neue Bewohner. Doch die wirtschaftliche Lage gibt aufgrund der monatelangen Schließungen Anlass zur Sorge. 

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Im Zoo Osnabrück leben zur Zeit 2.213 Individuen, die Spanne reicht dabei von Korallen bis zu Elefanten. Damit die Mitarbeiter nicht den Überblick über die tierische Vielfalt verlieren, führt der Zoo einmal im Jahr eine Inventur durch, bei der alle Tiere gezählt werden. „Tatsächlich sind die Zahlen trotz neuer Bewohner – ob Geburten oder Hinzugezogene – unterm Strich relativ ähnlich geblieben. Dennoch kommen und gehen das ganze Jahr über Tiere und Tierarten, zum Beispiel im Rahmen von Zuchtprogrammen“, fasst Katja Lammers, wissenschaftliche Assistentin und zuständig für die Inventur, die Bilanz zusammen.

Fische, Säugetiere und Vögel

Waren für das Jahr 2019 292 Arten vermeldet, sind es jetzt 291 und insgesamt 2213 Individuen im Vergleich zu 2238 Individuen im Vorjahr (Stand 31.12.2020). Die meisten Vertreter und Arten findet man wie im Vorjahr unter den Fischen: 91 Arten mit 647 Individuen, dicht gefolgt von den Säugetieren mit 82 Arten und 521 Individuen. Darauf folgen die Vögel mit 56 Arten und 348 Individuen. „Auch in den verschiedenen Tiergruppen haben sich die Gesamtzahlen kaum verändert – am ehesten noch bei den Vögeln und Fischen, die zwar von der Artanzahl gleichgeblieben sind, aber weniger Individuen vorweisen. Das liegt unter anderem am Umbau des Amazonasbeckens und an der Abgabe einiger Vogelgruppen. Dafür ist die Anzahl der Individuen bei den Wirbellosen durch neue Korallen und Anemonen angestiegen“, so Lammers.

15 Liter Milch am Tag für 120-Kilo-Baby Yaro

2020 kamen 225 Jungtiere im Zoo zur Welt. Im vergangenen Jahr neu hinzugekommen sind 15 neue Tierarten, unter anderem das Jemenchamäleon, der Pfaffenhut-Seeigel, der Sternchen-Schleimfisch, der Färberfrosch, das Langschnäuzige Seepferdchen oder der Röhrenaal. Gleichzeitig hat sich der Zoo von 16 Tierarten verabschiedet, unter anderem von den Guerezas (Mantelaffen), dem Blauen Thaiskorpion, den Rußköpfchen, dem Glaswels oder dem Funkensalmler. Zu den besonderen Highlights im vergangenen Zoojahr gehört Elefantenjungtier Yaro, der am 21.12.2020 zur Welt kam und sich sehr gut entwickelt: „Yaro ist wirklich besonders aktiv und neugierig. Er trinkt täglich etwa 15 Liter Milch bei seiner Mutter Douanita, erkundet an ihrer Seite seine Umgebung und war sogar schon mit ihr, seiner Schwester Sita und Bruder Minh-Tan auf der Außenanlage. Auch dort ging er wie selbstverständlich umher und seine Familie zeigte ihm alles“, berichtete Lammers. Yaro ist inzwischen schon knapp einen Meter hoch und wiegt geschätzte 120 Kilogramm. Pro Woche legt der kleine Bulle etwa 10 Kilogramm zu.

Neu auf der Inventurliste 2020 ist das Jemenchamäleo, hier mit Stefan Bramkamp, Revierleiter Tetra-Aquarium. / Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Simon)

Nachwuchs bei den Pinguinen

Eine weitere Besonderheit am 2. Dezember kam in Form eines Pinguinjungtiers: Eltern Melli und Paul fütterten ihren Sprössling leider nicht. Deswegen ziehen die Tierpfleger den Nachwuchs nun per Hand auf, auch weil Humboldt-Pinguine vom Aussterben bedroht sind. „Inzwischen hat das Jungtier sein Gewicht schon mehr als verdreifacht. Anfangs wog es 85 Gramm, jetzt schon 266 Gramm. Zunächst gab es Fischbrei mit Heringsfilet, Salz und Vitaminen, inzwischen schon Sprotte und Hering. Wir wissen noch nicht, ob es ein Junge oder Mädchen ist, das muss noch über einen DNA-Test per Feder untersucht werden. Dann erhält der Kleine auch einen Namen“, so Lammers. Dagegen hat das Pinguinjungtier aus dem Frühjahr bereits einen Namen: Clementine kam im April zur Welt, musste ebenfalls per Hand aufgezogen werden und lebt inzwischen schon wieder mit ihren Artgenossen auf der Pinguinanlage. Viel Aufmerksamkeit zog im Sommer Baumstachlerjungtier Ben auf sich, der seine Eltern und sein Zuhause verließ, um die weitere Zooumgebung zu erkunden. Gefunden wurde er schließlich im Garten einer Anwohnerin. Inzwischen lebt Ben allerdings im Zoo Basel.

Der kleine Pinguin wird von den Tierpflegern von Hand auf gezogen und wiegt bereits 266 Gramm und ist der 21. Pinguin im Zoo (mit Kirsten Bischoff, Leiterin Vogelrevier Zoo Osnabrück). / Foto: Zoo Osnabrück (Jan Banze)

Erfolgreiche Zusammenführungen

Erwähnenswert ist außerdem zahlreicher Nachwuchs bei den Wasserschweinen mit insgesamt zehn Jungtieren aus drei Würfen, fünf Welpen bei den Hudson Bay Wölfen, das Zebrajungtier Barbaros oder zwei Küken bei den Balistaren – eine vom Aussterben bedrohte Vogelart. Ein besonderes Rendezvous erfolgte bei den Schwarzbären: „Das Schwarzbärenweibchen Honey, die im Herbst 2019 aus schlechter Privathaltung zu uns kam, hat nun einen Partner: Männchen Spike, der Mitte Mai aus einem Tierpark in Dänemark zu uns reiste. Wir haben uns sehr gefreut, dass die beiden sich so gut verstehen und es ein Happy End für Honey gibt.“ Eine weitere erfolgreiche Zusammenführung vermeldete der Zoo im August bei den Westafrikanischen Schimpansen: „Hier kamen zwei Männchen aus dem Zoo Leipzig zu unseren fünf Weibchen und ihren drei Jungtieren. Gerade bei Schimpansen sind Zusammenführungen eine Herausforderung, aber alles lief gut und die beiden Männchen Lobo und Lome sind sehr gut integriert. Lome ist der Gruppenführer und macht dies jeden Morgen mit viel Lärm deutlich – typisch für Schimpansen. Wir sind gespannt, ob es vielleicht 2021 schon Nachwuchs geben wird“, so Lammers. Weiteren Nachwuchs kündigt sich im neuen Jahr noch bei zwei Dickhäutern an: Die Elefantenkuh Sita und die Nashornkuh Amalie erwarten im Februar beziehungsweise im Frühsommer ihr jeweils erstes Jungtier.

Bei den Baumstachlern machte 2020 Jungtier Ben von sich reden, der sein Zuhause ungeplant verließ, um seine Umgebung zu erkunden. Inzwischen ist Ben planmäßig in einen anderen Zoo gezogen . Hier wird er von Katja Lammers, wissenschaftliche Assistentin des Zoos Osnabrück, vermessen. / Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Simon)

Wie beeinträchtigte Corona die Inventur?

Über das Jahr hinweg fanden durch Corona weniger Tiertransfers, insbesondere internationale Wechsel, statt. Das große Zählen im Tierreich am Jahresende beeinflusste die Pandemie nicht so stark. „Grundsätzlich pflegen wir die Zahlen natürlich tagesaktuell. Am Ende des Jahres tragen wir dann alles gesammelt in unsere Tabelle ein und überprüfen den ein oder anderen Fall nochmal. Das haben wir in diesem Jahr mit erhöhtem Abstand und eben Mund-Nase-Maske erledigt“, berichtet Lammers. Die Zahlen erhebt der Zoo nicht nur für sich selbst, sondern auch für verschiedene Behörden, die die Bestände kontrollieren und nachhalten. Nun hofft der Zoo, dass er spätestens im März oder April wieder öffnen darf, denn die 2.213 Tiere benötigen täglich Futter und ihre Tierpfleger.

Schwierige wirtschaftliche Lage

Die Corona-Pandemie trifft Zoos besonders hart, da sie jetzt schon zum zweiten Mal ihre Tore schließen müssen und ihre Ausgaben kaum reduzieren können. Allein die Versorgung und Verpflegung der Osnabrücker Zootiere kostet 13.000 Euro pro Tag, gleichzeitig fehlen die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern. Laut Geschäftsführer Andreas Busemann steht der Osnabrücker Zoo trotzdem vergleichsweise gut da: „Die deutschen Zoos haben 2020 einen durchschnittlichen Umsatzeinbruch von 30 Prozent verzeichnet, auch wir haben allein im ersten Lockdown ca. zwei Millionen Euro Eintrittsgeld verloren. Dankenswerterweise wurden wir mit 800.000 Euro Spendengeld unterstützt. Außerdem gab es nach dem Lockdown einen starken Besucherandrang, der Zoo konnte so insgesamt 1,5 Millionen Euro wieder reinholen. Doch der zweite Lockdown stellt uns erneut vor finanzielle Probleme, vor allem da ich annehme, dass wir mindestens bis März geschlossen bleiben.

Optimismus in der Krise

Obwohl auch 2021 ein herausforderndes Jahr für den Zoo wird, blickt der Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft: „Wir erleben eine große Spendenbereitschaft, allein über die Tierpatenschaften für Elefantenbaby Yaro konnten wir ca. 9.000 Euro einnehmen. Außerdem haben wir den Zoo Osnabrück zu einer erfolgreichen Marke gemacht und verkaufen in 60 Edeka-Märkten Produkte wie Schokolade, Wein und Plüschtiere. Wer uns unterstützen möchte, kann das mit Spenden, Einkäufen in unserem Shop oder über Tierpatenschaften tun. Im kommenden Jahr haben wir viele neue Attraktionen für unsere Besucher, neben Yaro soll bald ein zweites Elefantenbaby geboren werden, außerdem bekommen wir neue Löwen- und Erdmännchen-Anlagen. Ich bin mir sicher, dass wir bei unserer Wiedereröffnung von Gästen überrannt werden.“ Damit der Zoo die kommenden schweren Wochen überbrücken kann, ruft Andreas Busemann die Osnabrücker dazu auf, jetzt schon Jahreskarten zu kaufen. Da der Zoo im Augenblick geschlossen ist, werden diese bis zum 1. April 2022 gültig sein.

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Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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