# Azubicampus Osnabrück: So soll der Fachkräftemangel bekämpft werden Datum: 12.04.2025 09:00 Kategorie: Aktuell URL: https://www.hasepost.de/azubicampus-osnabrueck-so-soll-der-fachkraeftemangel-bekaempft-werden-586102/ --- In Osnabrück fehlt es an beruflicher Orientierung und Auszubildenden. Ein Azubicampus mit einem angeschlossenen Berufsorientierungszentrum (BOZ) kann hier eine zukunftsfähige und langfristig tragbare Lösung schaffen. Im 1. WFO Forum „Wirtschaft und Schule“ stellte die WFO Wirtschaftsförderung Osnabrück GmbH diesen Ansatz vor. Das Interesse bei lokalen Unternehmen und Bildungsträgern ist groß: Rund 130 Personen folgten der Einladung ins Coppenrath-Innovation-Center. ## Berufsausbildung aktiv mitgestalten Ein BOZ soll Schülerinnen und Schüler realitätsnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder ermöglichen und Unternehmen eine Plattform bieten, um die Zukunft der Berufsausbildung aktiv mitzugestalten. So stellte Markus Kamann (ZEUS GmbH), der bereits an der Umsetzung mehrerer vergleichbarer Projekte beteiligt war und ist, einige Best-Practice-Beispiele der BANG-Netzwerke (Berufliche AusbildungsNetzwerke im Gewerbebereich) vor. Hier sei das BOZ Melle nicht nur ein gutes Beispiel, sondern auch ein Vorbild für das Vorhaben in Osnabrück. Andreas Meiners, bei der WFO zuständig für Fachkräftethemen, und Ingmar Bojes, Geschäftsführer WFO, zeigten auf, dass man in Osnabrück direkt umfassender denkt, um Chancen und Potenziale für den Standort zu nutzen: „Die Kombination mit einem Azubi-Campus liegt nahe, da dieser zudem dringend benötigten Wohnraum für Auszubildende schafft. Die Erfahrung zeigt: Auszubildende sind bei der Suche und Vergabe von bezahlbarem Wohnraum beispielsweise Studierenden gegenüber klar benachteiligt.“ ### Einstieg in Osnabrück Ergänzend zum BOZ könnte in Zukunft ein Welcome & Boardinghouse Auszubildenden und Fachkräften – vor allem mit internationalem Background – den Einstieg in Osnabrück erleichtern. Neben der längerfristigen Wohnraumbeschaffung stehen hier Sprachtrainings, kulturelle Integration und Freizeitangebote im Fokus. „Unser Ziel ist es, die gezielte Zuwanderung zu fördern und eine langfristige Bindung an den regionalen Arbeitsmarkt zu stärken“, so Andreas Meiners. Die inklusive Gestaltung der entsprechenden Projekte ist von Beginn an fest eingeplant. In diesem Kontext stellten Hendrik de Jong (Koordinator bei HHO Heilpädagogische Hilfe Osnabrück e.V.) und Dr. Cornelia Kammann (Prokuristin Osnabrücker Werkstätten gGmbH/OSNA-Integ gGmbH) als bereits gut erprobtes Praxisbeispiel das WirQuartier vor, das sich im Osnabrücker Stadtteil Weststadt befindet. Hier leben Menschen mit Behinderung und Studierende unter einem Dach – und profitieren von dem gegenseitigen Austausch auf verschiedenen Ebenen. Das Vorhaben Azubicampus und die angeschlossenen Teilprojekte soll im Falle der Realisierung genossenschaftlich organisiert und – ergänzt um Fördermittel und Spenden – finanziert werden. Erste Unternehmen, sie sich beteiligen wollen, haben sich bereits kurz nach dem 1. WFO Forum „Wirtschaft und Schule“ bei der WFO gemeldet. Um die Entwicklung der Projekte weiter voranzutreiben, werden die Gespräche in einem Unternehmens-Workshop am 13. Mai fortgesetzt. Interessierte Unternehmen sind eingeladen, sich aktiv einzubringen. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit gibt es hier. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück